Gott schmecken

Der Kaffee in der Kirche ist ihm zu dünn, fand ein Mann neulich. Er trinkt seinen Kaffee lieber zuhause. Das ist natürlich Geschmackssache. Ich bin eher dankbar, wenn der Kaffee nicht so schwarz wie die Nacht ist, dass der Löffel darin steckenbleibt. Wie schmeckt Kirche? Was schmecken Menschen, wenn sie bei uns zu Gast sind? So viel gibt es im Gottesdienst nicht zu kosten. Ungefähr einmal im Monat gibt es Abendmahl. Die Hostie, ein wenig papiern, wie Oblaten eben so sind, und ein kleiner Schluck Traubensaft. Der ist Bio und süß. Und nach dem Gottesdienst Kaffee oder Tee, manchmal ein Plätzchen dazu. Das Schwatzen steht im Vordergrund, weniger wie es schmeckt. Warum eigentlich nicht? In den USA – wo der Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst einen ungleich höheren Stellenwert einnimmt – hat einmal eine Gemeinde geworben: Die Kirche mit dem besten Kaffee. Das klingt tatsächlich attraktiv. Ein Cappuccino mit einem Berg von Schaum, das fände ich richtig chic.
Auch wenn es beim Abendmahl heißt: Seht und schmeckt die Freundlichkeit Gottes, zum Schmecken haben wir in der Kirche nicht wirklich eine Beziehung entwickelt. Das ist schade, denn erstens spielt es für die Menschen eine wichtige Rolle, und zweitens ist es unbiblisch.  Weiterlesen