Friedensklima – Friedensdekade 2019

Friedensklima – Friedensdekade 2019 und Einführung des Gemeindekirchenrates
Wie ist das Klima in unserer Gemeinde, in unserer Stadt, in unserem Land, in unserer Familie? In diesem Jahr wurde viel über das Klima geredet. Der Sommer war wieder zu trocken. Am 30. Oktober hat Leipzig – als 64. deutsche Stadt – den Klimanotstand ausgerufen. Auf der ganzen Welt gehen Schüler*innen für das Klima auf die Straße. Nicht alle finden das sinnvoll, aber einige betrachten das als Freibrief, beleidigende Kommentare zu verfassen und das Internet mit hasserfüllten, frauenverachtenden Posts zu fluten. Weiterlesen

Bündnis Regenbogen

Wasserfluten, so weit das Auge reicht. Wolkenbruch, Überschwemmung, Tsunami. Fassungslos sehen die Menschen, wie die Trümmer ihrer Existenz an ihnen vorbeitreiben. Warum, rufen sie verzweifelt. Warum gerade ich, warum gerade mein Haus.  Zurück bleiben stumme, entsetzte Gesichter.

Solche Katastrophen hat es seit Menschengedenken gegeben. Das Gilgamesch-Epos erzählt davon und später auch die Sintflut-Geschichte in der Bibel. Die Menschen suchen Antworten. Manchmal suchen sie Sündenböcke. Die kommen oft aus Gruppen, die sowieso am Rand stehen. Weiterlesen

Familiengottesdienst: Franziskus damals und Franziska heute – Fridays for Future

Zwei Franzis treten auf: Franziskus damals und Franziska heute. Beide steigen aus. Beide sind auf der Suche nach neuen Lebensentwürfen, so wie viele junge (und ältere) Leute heute. Franzi will ehrlich leben, gerecht, im Einklang mit der Umwelt. Der Familiengottesdienst eignet sich nicht nur zum Schuljahresende.

Da kommen noch zwei Eltern. Sie haben sich verspätet. Hier am Rand ist noch Platz. Sie unterhalten sich über die Zeugnisse, die es bald gibt. Lauter Einsen.  (Sehr stolz:)
Mutter: Franzi hat nur ausgezeichnete Zeugnisse.
Vater: Wir erwarten nichts anderes von Franzi.
Mutter: Die Welt steht Franzi offen.
Vater: Wir können Franzi alles bezahlen.
Mutter: Was wird Franzi einmal werden?
Vater: Nach dem Studium muß Franzi die Firma übernehmen. Weiterlesen

Weihnachten: Von Tannen und Bäumen

Rupfi ist in diesem Jahr der am meisten bedauerte Weihnachtsbaum Deutschlands. Rupfi heißt der Weihnachtsbaum auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt. Er hat eine eigene Facebookseite und 6200 Follower (24.12.2018). Es ist ihm anzusehen, wie der trockene Sommer seinen Zweigen und Nadeln zugesetzt hat. Doch Spott und Hohn über die „lichte Fichte“ sind längt umgeschlagen. „Wir lieben ihn, weil er nicht perfekt ist“, heißt es im Internet. Inzwischen fotografieren sich die Leute vor dem Baum, kaufen Rupfi-Anstecker, deren Erlös dem Kinder-Hospiz in Tambach-Dietharz zugutekommt, und diskutieren im Facebook über innere Werte. „Zu Weihnachten muss nicht alles perfekt sein. Das Leben hat Brüche. Und Rupfi eben auch.“ Der Klimawandel ist auf dem Weihnachtsmarkt angekommen. Weiterlesen

Wasser-Erntedank

Ich war vor einem Jahr in Mexiko. Das liegt in Amerika, unterhalb von den USA, zwischen Nord- und Südamerika. Wir haben uns die Hauptstadt, Mexiko-City, angeguckt, und wenn wir abends müde und verschwitzt nach Hause kamen und uns die Hände waschen wollten, kam kein Tropfen Wasser aus der Wasserleitung. Und auf die Toilette gehen konnten wir auch nicht. Jeden Abend war von 6 bis 8 oder 9 Uhr das Wasser abgestellt. Und wir hatten noch Glück. In ärmeren Bezirken der Hauptstadt gibt es halbe Tage lang kein Wasser oder nur wenige Stunden. Weiterlesen

Blühende Landschaften für alle

Blühende Landschaften. Das hat nicht nur Helmut Kohl 1989 versprochen. Davon träumt die Bibel. Die Wüste soll grünen und blühen, dürres Land soll fruchtbar werden, Wasserquellen sollen sich auftun.
Im Moment erleben wir es umgekehrt: Äcker und Wiesen werden zubetoniert, um Autobahnen und Gewerbegebieten Platz zu machen. Insekten und Vögel finden keinen Lebensraum mehr. Dieselautos pusten mehr Gifte denn je in die Luft.
Die Bibel ist überzeugt, dass die Erde Gottes gute Schöpfung ist und wir Teile dieser Schöpfung. Sie fragt nicht, was machbar ist, sondern was gut tut und was gerecht ist. Weiterlesen

Franziskus: Evangelium für die gesamte Schöpfung

Er hat es gemacht. Franz hat den Tieren gepredigt, den Vögeln auf den Bäumen und auch dem räuberischen Wolf. Die ganze Schöpfung um ihn herum ist belebt. Die Gestirne sind Geschwister für ihn. Er lauscht dem Murmeln von Schwester Quelle, bestaunt die Kraft von Bruder Feuer und sogar der Tod kann ihm Schwester sein.
Franz ist verrückt, sagten die einen. Doch andere ließen sich von ihm verzaubern. In mancher Stadt läuteten sogar die Glocken, wenn er kam, und Alt und Jung zog ihm entgegen und jubelte. Franziskus († 1226) hat Freude gebracht. Evangelium heißt frohe Botschaft. In Franz’ Nähe spürten das die Menschen endlich. Und die Tiere auch.
Mensch und Tier haben bis ins 19. Jahrhundert auf engem Raum zusammen gelebt. Weiterlesen

Tschernobyl: Gräber für die Ewigkeit

Die ägyptischen Pharaonen wollten auch im Tod ungestört ruhen. Schließlich gab es schon im Altertum Grabräuber. Selbst die Pyramiden blieben davon nicht verschont. Im Tal der Könige tüftelten die geschicktesten Konstrukteure, damit die Gräber am Nil zu Festungen für die Ewigkeit werden. Als Tutanchamun 1325 v.u.Z. starb, wurde sogar ein Fluch eingesetzt. Auf einer Tontafel warnte er jene Grabräuber, die schon vor dem Ziel standen.
Die Vorsorge hat sich gelohnt. 1922 fand man Tutanchamuns Mumie unversehrt – und die Welt staunte über die unermeßlichen Schätze, die den dreifachen Sarg umgaben. Freilich starben kurz hintereinander mehrere am Fund beteiligte MenschenBis heute spekulieren manche über den Fluch des Pharao.
Was werden unsere eigenen Nachfahren in 3000 Jahren finden, wenn sie nach der heutigen Kultur graben? Pyramiden bauen wir nicht mehr, aber Gräber haben wir auch. In Salzstöcken vergraben wir strahlenden Wohlstandsmüll. In einem Betonsarkopharg haben wir den Reaktor von Tschernobyl versiegelt. Weiterlesen