Wassernot bei Jeremia

Kein Wasser weit und breit. Was für eine Dürre-Katastrophe! Sie betrifft selbst die Reichen. Die Mächtigen dort schicken ihre Untergebenen nach Wasser. Sie gehen zu den Zisternen, finden aber kein Wasser und kehren mit leeren Gefäßen zurück.  Sie sind bestürzt und beschämt und verhüllen ihr Haupt. (Jeremia 14,3) Nicht einmal für Geld ist Wasser zu bekommen. Selbst die, die zu den obersten Zehntausend gehören, können sich keinen Vorteil ergattern. Sonst sind sie es nicht einmal gewohnt sich anzustellen. Oder sie kommen zuerst dran. Aber jetzt nützt ihnen weder ihre Position noch Bestechung. So schlimm ist die Trockenheit. Weiterlesen

Jüdisches Christkind – Heiligabend 2019

Ich habe eine Kippa mitgebracht. Das ist eine kleine, kreisrunde Kappe. In manchen jüdischen Familien tragen die Männer so eine Kippa. Manchmal laufen auch die Jungs schon mit einer Kippa auf dem Kopf herum. Sie wissen: wenn sie groß werden und ihren 13. Geburtstag feiern, veranstalten ihre Eltern ein großes Fest. Bar mizwah heißt es. Zur Bar mizwah bekommen viele jüdische Jungs eine neue Kippa aus glänzendem Stoff. Weiterlesen

Britisches Museum und Totensonntag

Im Britischen Museum in London faszinieren mich besonders die Kunstwerke aus dem alten Assyrien, aus Ninive, Nimrud oder Babylon. Den Eingang zur Abteilung bewachen zwei riesige geflügelte Löwenskulpturen mit Menschenköpfen. Fein ausgearbeitete Reliefs zeigen eine Löwenjagd oder Szenen im Palast des Königs. Die Männer tragen charakteristische Bärte. Während das alte Israel zur gleichen Zeit agrarisch geprägt war und es eher ärmlich zuging, hat Assyrien eine Hochkultur hervorgebracht. Die Gärten und Paläste von Ninive waren weltberühmt. Welch ein Unterschied! König Sanherib ließ sogar einen kompletten Saal mit einem Alabaster-Relief verkleiden. Es führt den Triumphzug gegen die jüdische Stadt Lachisch vor. Weiterlesen

Friedensklima – Friedensdekade 2019

Friedensklima – Friedensdekade 2019 und Einführung des Gemeindekirchenrates
Wie ist das Klima in unserer Gemeinde, in unserer Stadt, in unserem Land, in unserer Familie? In diesem Jahr wurde viel über das Klima geredet. Der Sommer war wieder zu trocken. Am 30. Oktober hat Leipzig – als 64. deutsche Stadt – den Klimanotstand ausgerufen. Auf der ganzen Welt gehen Schüler*innen für das Klima auf die Straße. Nicht alle finden das sinnvoll, aber einige betrachten das als Freibrief, beleidigende Kommentare zu verfassen und das Internet mit hasserfüllten, frauenverachtenden Posts zu fluten. Weiterlesen

Bündnis Regenbogen

Wasserfluten, so weit das Auge reicht. Wolkenbruch, Überschwemmung, Tsunami. Fassungslos sehen die Menschen, wie die Trümmer ihrer Existenz an ihnen vorbeitreiben. Warum, rufen sie verzweifelt. Warum gerade ich, warum gerade mein Haus.  Zurück bleiben stumme, entsetzte Gesichter.

Solche Katastrophen hat es seit Menschengedenken gegeben. Das Gilgamesch-Epos erzählt davon und später auch die Sintflut-Geschichte in der Bibel. Die Menschen suchen Antworten. Manchmal suchen sie Sündenböcke. Die kommen oft aus Gruppen, die sowieso am Rand stehen. Weiterlesen

Frauenmahl in Bremen

Ich bin Pfarrerin und von mir wird erwartet, daß ich nicht irgendwelche Geschichten erzähle, sondern ich soll mich mit der Bibel beschäftigen. Ziemlich langweilig, finden manche. Alt und abgestanden. Ziemlich langweilig, seufze auch ich oft, wenn ich die Bibel aufschlage und den Abschnitt durchlese, über den ich zu predigen habe. Hundertmal gehört, von Kindesbeinen an, und ziemlich viele Verbote. Manchmal ärgere ich mich. Zum Beispiel: warum kommen keine Frauen vor, wenn von der Heilung eines gelähmten Mannes erzählt wird? Weiterlesen

Familie anders

Familie ist „in“. Wer Jugendliche fragt, was ihnen am wichtigsten ist, bekommt zu hören: meine Familie. Die Generationen gehen heute respektvoller miteinander um als vor 75 oder 100 Jahren. Dass Väter autoritär bestimmen, wie es in der Familie zugeht,  ist nicht mehr zeitgemäß oder wird zumindest hinterfragt. Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Andererseits steigt die Zahl von Kindern, die in konfliktbeladenen Familien aufwachsen. Frauenhäuser platzen aus allen Nähten. Weiterlesen

Gekreuzigte Frau, Jesus in Frauenkleidern – Jesus queer

Die Darstellung einer gekreuzigten Frau stammt aus der Kirche von Santiago Atitlán in Guatemala. Sie ist Teil der Dia-Serie zum Weltgebetstag aus Guatemala 1993 und wurde von Anneliese Knippenkötter aufgenommen. Im Begleitheft heißt es dazu: Hier „ … hängt eine gekreuzigte Frau. Diese Figur ist ein Beispiel dafür, wie die christliche Botschaft in Guatemala verstanden werden kann. Wir kennen die Geschichte dieses Kruzifixes nicht. Aber es ist gut vorstellbar, daß es als Symbol für die errichtet wurde, die am meisten Leid tragen. An die 50.000 Witwen gibt es in Guatemala, etwa 250.000 Kinder haben Vater oder Mutter oder gar beide verloren. Die Frauen haben sich 1988 zur nationalen Witwenvereinigung CONAVIGUA zusammengeschlossen. Sie gehen mit Bildern der verschleppten Angehörigen auf die Straße und fordern Aufklärung.“

Jesus wird als gekreuzigte Frau in Maya-Kleidung dargestellt. Jesus als Frau – das ist singulär. Weiterlesen