Strohhalm und Strohstern

Ich habe einen Strohhalm mitgebracht, wie er in der Krippe gelegen haben könnte, auch wenn das so gar nicht in der Bibel steht. Dieser Halm ist besonders schön, denn ich habe ihn gehütet. Das Stroh in der Krippe war bestimmt zerknickt und stachelig. Ein Bettchen für ein neugeborenes Baby sieht anders aus. Weiterlesen

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Vom Warten

Amazon will künftig mit Drohnen ausliefern. Die können zwar nur im Umkreis von 12 km fliegen und nur 120 m hoch. Da sind dann Zusammenstöße in der Luft zu erwarten. Aber dafür landen Bücher und CDs innerhalb von einer halben Stunde im Vorgarten. Oder purzeln sie sogar durch den Schornstein ins Wohnzimmer? Vom Himmel hoch, da komm ich her! Das verbesserte Drohnenmodell soll in vier bis fünf Jahren bei besonders eiligen Bestellungen zum Einsatz kommen. DHL denkt darüber nach, Pakete in den Kofferraum der glücklichen Empfängerinnen und Empfänger zu legen. Mit deren Code natürlich. Schnelligkeit ist Trumpf. Wir brauchen nicht mehr warten. Weiterlesen

Geschenke, Geschenke

Ich denke über den Geschenkerummel anders, seit ich den alten Mann kennengelernt habe. Als ihm die Frau gestorben ist, haben die Kinder ihn zu sich genommen. Weihnachten wollten sie es ihm besonders schön machen. Selbstverständlich lagen bei der Bescherung auch für ihn ein paar Päckchen unterm Christbaum. Er warf einen Blick hinein, murmelte so etwas wie „Danke“ und legte sie zur Seite. Wie liebevoll sie eingepackt waren, hat er überhaupt nicht mitbekommen. Er selbst hat niemandem etwas geschenkt, nicht den Kindern, nicht den Enkeln. Seine Kinder löschten am Abend bedrückt die Kerzen am Baum. Ihre Zuwendung und ihre Geschenke nimmt er als selbstverständlich hin. Auf den Gedanken, dass er selbst etwas geben könnte, kommt er nicht. Das hatte er immer seiner Frau überlassen. Weiterlesen

Happy Birthday, Adventskranz!

Hamburg 1839: Wie lange dauert es noch bis Weihnachten? Immer wieder hatte Johann Hinrich Wichern in den letzten Jahren auf die ungeduldige Frage der Kinder antworten müssen. In diesem Jahr ließ er sich eine unkonventionelle Antwort einfallen. Tatsächlich glänzten alle Augen, als sich die Tür zum Betsaal des Rauhen Hauses in Hamburg öffnete: Ein Holzreifen hing an der Decke mit 23 Kerzen. Das erste Licht leuchtete. Am nächsten Tag waren es zwei. Jeden Tag hielten Kinder und Erwachsene eine Andacht und sangen Adventslieder. Jeden Tag wurde ein Licht mehr angezündet, bis Weihnachten kam. Die Kinder haben so erlebt: Gottes Licht kommt zu uns. Und jeden Tag wird es ein bisschen heller. Weiterlesen

Heiligabend: Der erfundene Wirt.

Wenn Maria und Josef in Bethlehem angekommen sind, hat der Wirt im Krippenspiel seinen Auftritt. Er steckt seinen Kopf aus der Tür. Kein Platz bei uns, weist er die beiden ab, trotz flehentlicher Bitten. Erst in der letzten Herberge finden sie Aufnahme. Manchmal ist es die Wirtsfrau, die ihrem Mann gut zuredet und den beiden einen Platz im Stall zuweist. So wird Jesus geboren. Weiterlesen

Unterwegs nach Betlehem – ein Platz für behinderte Eltern

Maria und Josef sind unterwegs nach Betlehem. Manchmal legt Maria Josefs Hand auf ihren Bauch. Spürst du es? Es bewegt sich, flüstert sie ihm ins Ohr. Sie ahnt, das Baby wird bald kommen – hoffentlich nicht schon unterwegs.
Maria malt sich alles in Gedanken aus, so wie tausende anderer werdender Mütter auch die Windeln zurechtlegen und das Kinderbettchen vorbereiten. Wie wird die Geburt sein? Hoffentlich tut es nicht zu weh und es ist eine Hebamme zur Stelle, wenn es soweit ist. Ob ich es dann gleich stillen kann? Vor allem fragt sich Maria: Wo werde ich dann unterkommen? Weiterlesen

Die wahre Geschichte vom Nikolaus

Einst herrschte in der Stadt Myra in der Türkei eine große Hungersnot. Der Regen blieb aus. Erst waren die Pfützen vertrocknet, dann magerten die Tiere ab und schließlich auch die Menschen. Jeden Tag liefen die Leute zum Meer und suchten den Horizont ab. Vielleicht kommt ein Schiff vorbei, ein Getreideschiff? Nach vielen Wochen endlich ankerte endlich einige Schiffe vor der Küste, beladen mit Säcken voller Korn. Wie ein Lauffeuer breitete sich die Kunde aus, und die ganze Stadt versammelte sich erwartungsvoll am Meer.  Doch welche Enttäuschung! Weiterlesen

Geburt und Gebären

Damals
  als Gott
  im Schrei der Geburt
  die Gottesbilder zerschlug
  und
  zwischen Marias Schenkeln
  runzlig rot
  das Kind lag.“                       
  (Kurt Marti, Gedichte am Rand)
Da feiern wir also heute Geburtstag – und wissen doch herzlich wenig über die Umstände dieser Geburt. Selbst wo sie stattfand, in Bethlehem oder doch anderswo, in Nazareth oder unterwegs, ist nicht sicher. Doch bei uns ist es ähnlich. An das Ereignis selbst können wir uns nicht erinnern. Niemand kann sich an die eigene Geburt erinnern. Das ist Sache der Mütter. Und für die Mütter ist jede Geburt ein Einschnitt und so eigen und unverwechselbar wie das Kind, das da zur Welt kommt. Die Mütter tragen das Wissen um die Geburt und den Schmerz eines jeden Kindes in sich. Weiterlesen

Weihnachten: Der Himmel ist leer, Gott ist auf die Erde gezogen

I

Unendlich weit spannt sich der Himmel. Die Sterne funkeln. Das Universum dehnt sich weiter aus, blitzschnell, oder es pulsiert, so wie das Blut in uns. Galaxien, deren Größe wir nur in Lichtjahren bemessen können, ziehen genauso auf ihren Bahnen wie all die winzigen Teile, die nur unser Gehirn zu erfassen mag, niemals unsere Augen: Elektronen, Neutronen und Neutrinos. Atome, die Hunderte von Jahren ihre Strahlung aussenden, bis sie zerfallen, und winzige Teilchen wie die Higgs, deren Existenz vor nicht einmal 2 Wochen im Europäischen Kernforschungszentrum in Genf bekanntgemacht wurden – jene Higgs, die dafür sorgten, daß das Universum zu Materie wurde, damals, als die Zeit geboren wurde. Weiterlesen