Konfirmation: Du Spasti

Du Spast, du Spasti. Ich glaube, das ist immer noch ein Schimpfwort auf Schulhöfen. Ey du Spasti, bist du denn behindert oder was. Das soll heißen: Du bist nicht ganz richtig im Kopf, du hinkst hinterher, du begreifst nicht, worum es geht, du gehörst nicht zu uns. Ein ruppiger Umgangston herrscht auf Schulhöfen oder im Internet. Weiterlesen

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Im Nachhinein

Mose erlebt Gott. Im Nachhinein. Gott geht ganz nah an ihm vorbei. Mose kann hinter ihm herschauen, der Abglanz Gottes fällt auf ihn. Aber er sieht ihn erst hinterher, sieht nur seine Spur. In dem Moment selbst bleibt Gott ihm verborgen. Er kann ihn erst im Nachhinein erkennen. Und fängt an zu strahlen.

So ist das auch im Leben. Vieles erschließt sich erst im Nachhinein. Im Moment selbst bleibt es verborgen. Dann sagen wir: Wenn ich das damals gewußt hätte! Weiterlesen

Quasimodogeniti: wie neugeboren

Ich bin richtig stolz, ich fühle mich wie neugeboren. So strahlte eine junge kurdische Frau vor einigen Jahren bei ihrer Einbürgerungszeremonie, nachdem sie ihre und die Urkunde für ihre dreijährige Tochter erhalten hatte.Für sie bedeutet Deutschland  Freiheit und Sicherheit. Özgül Haligür war aus der Türkei nach Leverkusen geflüchtet.Ihr Traum: eine deutsch-türkische Konditorei aufzumachen.*
Wie neugeboren. So heißt es im 1. Petrusbrief, der Epistel heute. Weiterlesen

Jutta von Sangerhausen und Mechthild von Magdeburg

Jutta von Sangerhausen und Mechthild von Magdeburg – eine Talkshow

Pfarrerin: Wie Sie sehen, haben wir heute das Fernsehen zu Gast bei uns., ich hoffe, dass nun alles klappt mit der Technik. Ja, und nun schalten wir um von Sangerhausen …    nach Sangerhausen!

Moderatorin: Ja, guten Tag, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, liebe Studiogäste, hier bin ich wieder, und herzlich willkommen zu unserer allseits beliebten Sendung: „Das war ihr Leben.“ Diesmal aus Sangerhausen, denn wir haben heute einen Überraschungsgast bei uns im Studio, eine Sangerhäuserin, die es in ein anderes Land verschlagen hat. Noch heute, viele hundert Jahre später, verehren sie die Leute dort wie eine Heilige.
Damals hat ihre Reise viele Tage gedauert. Nun ist sie das erste Mal wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt und gleich zu uns zu Gast im Studio – und da kommt sie schon: Jutta von Sangerhausen!       Weiterlesen

Easy Rider – Auf dem Rummel

Wir waren schon mal gucken. In Eisleben. Auf der „Wiese“, dem großen Rummel. Vor ein paar Tagen, als die Geisterbahn gerade aufgebaut wurde. Denn heute nachmittag wird, wenn das Wetter mitspielt, kein Durchkommen mehr sein. Vom Kleinkind bis zur Großmutter drängt sich alles zwischen Karussells und Buden hindurch.
Aber abends, wenn es etwas ruhiger wird und eher die jüngeren Leute zurückbleiben und die Betrunkenen, gehe ich gern auf den Rummel. Mich zieht es zu den Karussells, den superschnellen, die mich richtig durchwirbeln. Da hüpfen Herz und Körper, und es kribbelt mächtig im Bauch. Weiterlesen

Meine Suppe eß ich nicht

Meine Suppe eß ich nicht, schüttelte die Prinzessin ihren Kopf und schob den Löffel weg. Ein Stöhnen ging durch die Tischgesellschaft. Die Mutter des Landgrafen runzelte missbilligend die Stirn und zischte ihren Sohn an: Ruf sie zur Ordnung. Doch der saß seelenruhig in der Mitte der Tafel und hielt die Prinzessin – pardon die Landgräfin, denn sie hatten jüngst geheiratet – bei der Hand. Er wusste, warum sie nicht essen wollte. Auch die gesamte Hofgesellschaft hoch oben auf der Wartburg wusste, dass Prinzessin Elisabeth keineswegs mäkelte.
Vielmehr fragte sie bei jedem Gericht: Woher kommt es? Weiterlesen