queerpredigen

Die Bibel gegen den gewohnten Strich lesen – queer, feministisch, sozialgeschichtlich?  Die gehaltenen und ungehaltenen Predigten auf dieser Seite versuchen es. Über das Menü (rechts oben) gelangen Sie auf die einzelnen Seiten.
Außerdem für alle Geschichtsinteressierte: die Steine in der Kirche können tatsächlich predigen ! Die Spielszenen (z.B. über verfolgte Täufer:innen der Reformationszeit) geben einen Eindruck von solchen Gottesdiensten.

Viel Spaß beim Stöbern, Verwenden und Weiterdenken!
Margot Runge

Hier finden Sie eine Übersicht für das gesamte Kirchenjahr . Predigten in der Eppiphaniaszeit finden Sie hier.

Bücher verschlingeen

(Sexagesimae) Mach die Taschenlampe aus, du verdirbst dir noch die Augen! Manche Bücher sind so spannend, dass Kinder nachts unter der Bettdecke einfach weiterlesen müssen. Sie sind weit weg im Mittelalter, in der Zukunft oder in Südamerika und können nicht so einfach in die schnöde Wirklichkeit zwischen den Bettlaken zurückkommen.
Ein Buch in sich hineinfressen, das gab es schon zu Ezechiels Zeiten. Gott selbst gibt dem Propheten ein Buch, eine Schriftrolle zu essen. Dieses Buch entführt Ezechiel nicht in eine andere Welt, sondern in seine eigene. Klagen, Ach und Weh sind darin aufgeschrieben. Das Buch lässt ihn seine Umgebung nicht vergessen, sondern stellt sie ihm glasklar vor Augen. „Sie war außen und innen beschrieben und darin stand geschrieben Klage, Ach und Weh. … Da aß ich sie und sie war in meinem Munde so süß wie Honig.“ Predigt lesen

Gott* wird

(Letzter Sonntag nach Epiphanias) Was für ein Name: Ich bin, der ich bin. Oder: Ich werde sein, die ich sein werde. Das ist eher ein Nicht-Name. Gott hat einen Nicht-Namen. Gott heißt nicht Allmächtiger. Oder Herr. Oder Jehova. Als Mose am brennenden Dornbusch fragt, gibt Gott sich selbst einen Namen, der kein Name ist und der auch ganz verschieden aus dem Hebräischen übersetzt werden kann: Ich bin, ich werde sein, ich bin für euch da. Ich werde sein, die ich sein werde (2. Mose 3,14).
Hinter ihrem Namen blitzt das Wesen einer Person auf. Davon waren die Leute früher überzeugt, und wenn sie den Namen herausbekamen, erfuhren sie zugleich, wie er oder sie ist. Wolfgang etwa, wie ein Wolf. Oder Traugott. Gott gibt sich keinen festen Namen. Ich bin, der*die ich sein werde, das lässt Raum für Veränderung. Predigt lesen

Wassermangel bei Jeremia

(2.Sonntag nach Epiphanias) Kein Wasser weit und breit. Was für eine Dürre-Katastrophe! Sie betrifft selbst die Reichen. Die Mächtigen dort schicken ihre Untergebenen nach Wasser. Sie gehen zu den Zisternen, finden aber kein Wasser und kehren mit leeren Gefäßen zurück und verhüllen ihr Haupt. (Jeremia 14,3) Nicht einmal für Geld ist Wasser zu bekommen. Selbst die, die zu den obersten Zehntausend gehören, können sich keinen Vorteil ergattern.
Seit den letzten Sommern können wir erahnen, was Dürre bedeutet. Aber bei uns kommt  trotzdem jederzeit Wasser aus dem Hahn. Predigt lesen

Arrangierte Ehen und die Hochzeit von Kana

(2. Sonntag nach Epiphanias) Bei dieser Hochzeit wurde richtig groß gefeiert, tagelang und mit allem Drum und Dran. Die halbe Gegend war zu Gast und der Wein floss in Strömen. So eine große Hochzeit in einem so kleinen Nest – das erstaunt mich und ich beginne zu fragen.
Außerdem: bei den Predigten über diese Geschichte wird regelmäßig das Brautpaar vergessen. Dabei sind sie doch die Hauptpersonen bei einer Hochzeit. War ihre Ehe arrangiert, wie es damals üblich war? Predigt lesen

 

Autorin der Predigten: Margot Runge, 1999-2024 Pfarrerin in Sangerhausen / Sachsen-Anhalt
Feedbacks: queerpredigen@gmx-topmail.de

2 Gedanken zu “queerpredigen

  1. Danke für diese tolle Website..endlich auch ein Platz für queere Menschen. ist es möglich sich mit gleichgesinnten auszutauschen? Oder Fragen zu stellen? LG E.B

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