Die Bibel gegen den gewohnten Strich lesen – queer, feministisch, sozialgeschichtlich? Die gehaltenen und ungehaltenen Predigten auf dieser Seite versuchen es. Über das Menü (rechts oben) gelangen Sie auf die einzelnen Seiten.
Außerdem für alle Geschichtsinteressierte: die Steine in der Kirche können tatsächlich predigen ! Die Spielszenen (z.B. über verfolgte Täufer:innen der Reformationszeit) geben einen Eindruck von solchen Gottesdiensten.
Viel Spaß beim Stöbern, Verwenden und Weiterdenken!
Margot Runge
Hier finden Sie eine Übersicht für das gesamte Kirchenjahr . Predigten in der Trinitatiszeit finden Sie hier.
Kain und Abel – die Familie der zerbrochenen Träume
(13. Sonntag nach Trinitatis) Blut ist doch dicker als Wasser, fuhr es Abel noch erstaunt durch den Kopf. Da traf ihn der Schlag auf den Kopf und er brach zusammen. Aber es war keineswegs dicker. Ein dünnes Rinnsal floß aus seinem Kopf und versickerte im Acker. Es war das einzige, was von dem Toten blieb. Niemand hatte die Tat gesehen. Gott war der einzige Zeuge. Und nur Gott hörte, wie das Blut zum Himmel schrie.
Traurig geht es in dieser Familie zu. Der Ältere schlägt den Jüngeren. Er mißhandelt ihn so sehr, daß er stirbt. Woher kommt dieser Haß? War der Jüngere geschickter? Hat Abel den älteren Bruder immer wieder überrundet und wie dumm dastehen lassen? Hat er ihn ausgetrickst oder hatte Kain das Gefühl, daß der Kleine ihm die Liebe der Eltern gestohlen hat? Selbst Gott beachtete dessen Opfergabe, während er die von Kain nicht würdigte. Nicht beachtet werden – das war der letzte Auslöser, daß Kain beschloß, ihn ein für allemal aus der Welt zu schaffen.
Und Abel? Was bedeutete ihm sein großer Bruder? Schaute er als Kind zu ihm auf, versuchte ihm alles nachzumachen, spielte er ihm Streiche oder mußte er sich vor ihm ducken und in Acht nehmen?
Daß es mit den beiden Brüdern so endete, hat sich niemand gewünscht. Von einer glücklichen Familie träumen schließlich alle. weiterlesen
Familie anders
(13. Sonntag nach Trinitatis. Mk 3,31-35) Familie ist „in“. Wer Jugendliche fragt, was ihnen am wichtigsten ist, bekommt zu hören: meine Familie. Die Generationen gehen heute respektvoller miteinander um als vor 75 oder 100 Jahren. Dass Väter autoritär bestimmen, wie es in der Familie zugeht, ist nicht mehr zeitgemäß oder wird zumindest hinterfragt. Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Andererseits steigt die Zahl von Kindern, die in konfliktbeladenen Familien aufwachsen. Frauenhäuser platzen aus allen Nähten.
Familie ist für Jesus kein Wert an sich. Er verweigert sich der Rolle des ältesten Sohnes und steigt aus den Traditionen einer patriarchalischen Gesellschaft aus. In seinen Augen sind Freund*innen wichtiger. Sie ersetzen ihm die Familie. Wer Gottes Willen tut, ist ihm Mutter, Schwester und Bruder. Predigt lesen
Ich bin dann mal da
Seit einer Woche läuten die Schulklingeln wieder. Die Büros füllen sich mit gebräunten Heimkehrenden. Viele haben sich im Sommer erholt und neue Kraft geschöpft. Urlaub ist eine Chance, dass wir Neues entdecken, auch in uns selbst. Seit einigen Jahren ist Pilgern angesagt. Ich bin dann mal weg, hatte der Entertainer Harpe Kerkeling über seine Erlebnisse geschrieben. Andacht lesen
5. September: Katharina Zell – Straßburger Pfarrfrau und Predigerin der Reformation
Die traut sich was, steckten die Bürgersfrauen am Portal des Straßburger Münsters die Köpfe zusammen, so jung und schreibt dem Bischof kritische Briefe! Die, das war Katharina, die Tochter von Schreinermeister Schütz. Ohne Frage, Kathrina war schon als Kind ungewöhnlich aufgeweckt und wissbegierig. Ihre Eltern förderten sie, finanzierten sogar Griechischunterricht. Sie liest das Neue Testament im Urtext, verschlingt die Schriften Luthers. Sie mischt sich ein in die öffentlichen Auseinandersetzungen um die Reformation in Straßburg, der Freien Reichsstadt, der viertgrößten deutschen Großstadt. Sie schreibt dem Straßburger Bischof Wilhelm III. von Hohnstein “raue Briefe“. Predigt lesen
Gekreuzigte Frau, Jesus in Frauenkleidern – Jesus queer
Die Darstellung einer gekreuzigten Frau stammt aus der Kirche von Santiago Atitlán in Guatemala. Jesus als Frau – das ist singulär. Oder ist es „nur“ Jesus in Frauenkleidern?
Mir fällt kein einziges Bild ein, in dem Jesus die Hosen anhat. Doch Jesus in Frauenkleidern wäre den meisten Gemeindemitgliedern sehr fremd. Viele wären aufs äußerste empört und wütend. Ein solcher Jesus ist schwer auszuhalten. weiterlesen
Autorin der Predigten: Margot Runge, 1999-2024 Pfarrerin in Sangerhausen / Sachsen-Anhalt
Feedbacks: queerpredigen@gmx-topmail.de
Danke für diese tolle Website..endlich auch ein Platz für queere Menschen. ist es möglich sich mit gleichgesinnten auszutauschen? Oder Fragen zu stellen? LG E.B
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Liebe*r E.B., bei meinen Predigten sollen sich queere Menschen willkommen, wahrgenommen und sicher fühlen! Gern können Sie die Seite verlinken; Feedbacks sind auch unter queerpredigen@gmx-topmail.de möglich. Margot Runge
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