queerpredigen?

Die Bibel gegen den gewohnten Strich lesen – queer, feministisch, sozialgeschichtlich?  Die gehaltenen und ungehaltenen Predigten auf dieser Seite versuchen es.SONY DSC

Ich interessierte mich für Geschichte und setze sie gern in meinen Gottesdiensten um. Die Steine predigen tatsächlich! Die kleinen Spielszenen  können einen Eindruck von solchen Gottesdiensten geben.
Über das Menü (rechts oben) gelangen Sie auf die einzelnen Seiten.
Viel Spaß beim Stöbern!
Margot Runge

Hier finden Sie Predigten zur Friedensdekade, Predigten zum Totensonntag , Predigten und Spielszenen in der Adventszeit.
Eine Übersicht für das gesamte Kirchenjahr finden Sie hier.

Friedensklima – Friedensdekade 2019

Wie ist das Klima in unserer Gemeinde, in unserer Stadt, in unserem Land, in unserer Familie? In diesem Jahr wurde viel über das Klima geredet. Der Sommer war wieder zu trocken. Am 30. Oktober hat Leipzig – als 64. deutsche Stadt – den Klimanotstand ausgerufen. Auf der ganzen Welt gehen Schüler*innen für das Klima auf die Straße. Nicht alle finden das sinnvoll, aber einige betrachten das als Freibrief, beleidigende Kommentare zu verfassen und das Internet mit hasserfüllten, frauenverachtenden Posts zu fluten. Friedensklima heißt die Friedensdekade in diesem Jahr. Der Friede auf unserer Erde, der Zustand unserer Schöpfung und die Art, wie wir miteinander umgehen, hängen zusammen. weiterlesen

 

Gekreuzigte Frau, Jesus in Frauenkleidern – Jesus queer

Die Darstellung einer gekreuzigten Frau stammt aus der Kirche von Santiago Atitlán in Guatemala. Sie wurde mit der Dia-Serie  zum Weltgebetstag 1993 aus Guatemala verbeitet. Jesus als Frau – das ist singulär. Oder ist es „nur“ Jesus in Frauenkleidern?
Mir fällt kein einziges Bild ein, in dem Jesus die Hosen anhat. Doch Jesus in Frauenkleidern wäre den meisten Gemeindemitgliedern sehr fremd. Viele wären aufs äußerste empört und wütend. Ein solcher Jesus ist schwer auszuhalten.  weiterlesen

 

Totensonntag: Stadt der Träume

Wo ist der Nabel der Welt? Wenn wir einen Juden oder eine Jüdin fragen würden, würde sie antworten: Jerusalem. Dort sind die Zinnen des Tempels. Im Tal Kidron beginnt die Auferstehung der Toten. Abraham opferte Isaak auf dem Felsen Moria. An dieser Stelle stand einst der Tempel und heute der Felsendom, die Omar-Moschee. Nach einer Vision fuhr von dort der Prophet Mohammed gen Himmel. Jerusalem ist heiliger Boden auch für den Islam. Und Jerusalem ist ebenso das Ziel für christliche Pilgerinnen und Pilger.
Jerusalem ist die Stadt der Träume und Visionen der Menschheitsgeschichte. Mit dem Traum von einem neuen Jerusalem schließt das Neue Testament. Es ist die Hoffnung auf eine Stadt, in der gar kein Anlaß besteht, anderen etwas wegzunehmen oder neidisch über den Gartenzaun zu schielen. Selbst die Tiere leben in Frieden miteinander. Die Hütte Gottes steht neben denen der Menschen. Die Stadttore sind aus Perlen und alles funkelt von Gold und Edelsteinen. Solch eine Stadt kann das Ziel aller Träume sein. (Offb. 21,1-7)
Aber die Stadt kann auch das Ende aller Träume bedeuten. Neben den hochgebauten, reklamebestückten Fassaden breiten sich die Vorstädte des Elends aus. weiterlesen

 

Der Esel erzählt (1. Advent)

Könnt ihr mich alle sehen? Ihr wundert euch sicher, warum ich heute hierher ans Pult gekommen bin und zu euch spreche. Obwohl ihr mich für dumm haltet und gar nicht mögt – oder? Alter Esel, sagt ihr zu mir. Und wenn die Kinder eine Seite im Buch umknicken, nennt ihr das Eselsecken . Oder ihr droht ihnen an, die Ohren langzuziehen, die Eselsohren natürlich. Dabei sind meine Ohren so wundervoll lang und weich und samtig. Vielleicht habt ihr dabei an den König Midas gedacht, der so geldgierig war, dass er wünschte, alles möge zu Gold werden, was seine Hand berührt. weiterlesen

 

Johann Hinrich Wichern und der Adventskranz 1839

Advent – wir warten auf Weihnachten, auf Jesus, der geboren wird, auf das Licht, das von Gott in die Welt kommt. Es gibt viel Dunkelheit, auch bei uns.
Deutschland 2019: Viele Kinder wachsen behütet auf. Manche Kinder gehen nicht gern nach Hause. Ihre Eltern kümmern sich nicht um sie, es wird zuhause getrunken, es gibt häusliche Gewalt, Armut, sexuellen Missbrauch. Und leider gibt es auch Kinder, die schlagen und treten, stehlen und lügen. Aber es gibt auch Hilfe: das Jugendamt, Beratungsstellen,  Sorgentelefon, Frauen- und Kinderschutzhaus.
Hamburg 1833: Viele Kinder wachsen behütet auf. Manche Kinder gehen nicht gern nach Hause. Ihre Eltern kümmern sich nicht um sie, es wird zuhause getrunken, es gibt häusliche Gewalt, Armut, sexuellen Missbrauch. Und leider gibt es auch Kinder, die schlagen und treten, stehlen und lügen. Aber es gibt kein Jugendamt und keine Beratungsstellen. weiterlesen

 

Franziskus damals und Franziska heute: Fridays for Future

Zwei Franzis treten im Familiengottesdienst auf: Franziskus von Assisi damals und Franziska heute. Beide steigen aus. Beide sind auf der Suche nach neuen Lebensentwürfen, so wie viele junge (und ältere) Leute heute. Franzi will ehrlich leben, gerecht, im Einklang mit der Umwelt.

Da kommen noch zwei Eltern. Sie haben sich verspätet. Hier am Rand ist noch Platz. Sie unterhalten sich über die Zeugnisse, die es bald gibt. Lauter Einsen.

Mutter: Franzi hat nur ausgezeichnete Zeugnisse.
Vater: Wir erwarten nichts anderes von Franzi.
Mutter: Die Welt steht Franzi offen.
Vater: Wir können Franzi alles bezahlen.
Mutter: Was wird Franzi einmal werden?
Vater: Nach dem Studium muß Franzi die Firma übernehmen.

Franzi hat alle Chancen. Und was wollt ihr einmal werden? weiterlesen