queerpredigen?

ie Bibel gegen den gewohnten Strich lesen – queer, feministisch, sozialgeschichtlich?  Die gehaltenen und ungehaltenen Predigten auf dieser Seite versuchen es.

Ich interessierte mich für Geschichte und setze sie gern in meinen Gottesdiensten um. Die Steine predigen tatsächlich! Die kleinen Spielszenen  können einen Eindruck von solchen Gottesdiensten geben.
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Viel Spaß beim Stöbern!
Margot Runge

Hier finden Sie Predigten in der Trinitatiszeit und zur Goldenen Konfirmation. Eine Übersicht für das gesamte Kirchenjahr finden Sie hier.

 

 

Gender Pay Gap: Von Frauengeld und Notgroschen

(8. Sonntag nach Trinitatis, Mk 12, 41-44) Es soll Unternehmen geben, die ihren Beschäftigen verbieten, sich über ihren Lohn auszutauschen. Die, die weniger bekommen, könnten sich empören. Über Geld spricht man nicht. Und frau? In Deutschland verdienen Frauen durchschnittlich 18 Prozent weniger als Männer. Predigt lesen

 

Goldene Konfirmation: Was aus den Talenten gewachsen ist

(9. Sonntag nach Trinitatis, Mt 25,14-30) Die Geschichte von den anvertrauten Talenten passt gut zu unserem Fest heute. Was ist aus unserem Leben geworden? Womit haben wir einmal angefangen und was hat sich daraus entwickelt? Vor 50 Jahren waren Sie 14, 15 Jahre, mit verrückten Ideen im Kopf, voller Träume und Tatendrang. Aber Sie haben auch schon mitbekommen, wie steinig und trist der DDR-Alltag sein konnte:  Wie hart manche Eltern arbeiten mussten. Dass es Gewalt in Familien gab. Wie Propaganda das freie Denken und die Lebenslust vergiftete und wie sich alle einen Weg suchen mussten, wie sehr sie sich anpassten oder eben aneckten. Und die Voraussetzungen bei den einzelnen waren tatsächlich unterschiedlich, wie in der Geschichte von Jesus: 5 Talente, 2 Talente, ein Talent. weiterlesen

 

David und Batseba – Frauen als Objekte?

(11. Sonntag nach Trinitatis, 2 Sam 12,1-10.13-15a) Die Bibel erzählt ziemlich offen über König David und seine Beziehungen. Da war nicht nur die Verbindung mit Batseba, um die es heute im Predigttext geht. David hat nicht monogam gelebt. Das wird in der Bibel im übrigen an keiner Stelle kritisiert. Auch die Bibel akzeptiert, dass ein Mann mehrere Frauen haben konnte. Wir wissen von Michal, der Tochter seines Vorgängerkönigs Saul, von Abigail, Ahinoam, Maacha, Haggit, Abital, Egla und eben Batseba (2 Sam 3,2-5); außerdem hatte er noch „Nebenfrauen“. Und dann war da noch Jonatan, Sauls Sohn. Manche sagen, er wäre Davids eigentliche Liebe gewesen.
Batseba im Bade – die Szene ist auf vielen Gemälden dargestellt (2 Sam 11,2-4). Doch was sie selbst gedacht und gefühlt hat, darüber berichtet die Bibel nichts. Lediglich im nächsten Vers läßt sie David ausrichten: Ich bin schwanger. Das sind ihre einzigen Worte.
Ich bin schwanger – dieser Satz verbindet sie mit unzähligen Frauen vor und nach ihr. Predigt lesen

 

Gewalt im Taufbefehl?

(6. Sonntag nach Trinitatis) Die Kirche hat ein Gewaltproblem. Ich meine jetzt nicht die katholische Kirche und die sexualisierte Gewalt, deren Aufdeckung gerade in vielen Pfarreien gefordert wird. Ich meine die Gewalt, die mit dem Taufbefehl und Missionsauftrag verbunden ist, wie wir sie gerade in der aktuellen Lutherübersetzung gehört haben. Er beginnt mit den Worten von Jesus: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf der Erde. Martin Luther hatte damit an eine Autorität gedacht, die sich durchsetzen kann. Die Staatsgewalt etwa greift ein, stellt die öffentliche Ordnung wieder her und schützt auch die Schwachen. Gegenüber dem Faustrecht kann ein staatliches Gewaltmonopol Fortschritt bedeuten. Doch heute assoziieren die meisten  mit Gewalt etwas anderes als zu Martin Luthers Zeiten: häusliche Gewalt, Mobbing in der Schule, dass Leute zusammengeschlagen, bedroht und eingeschüchtert werden. Kinder wachsen in einer Atmosphäre der Respektlosigkeit und Missachtung auf. Aber auch die Polizei prügelt mancherorts. Bewaffnete versenken ganze Landstriche in Chaos und Korruption, wo die Rechtsordnung zu schwach ist. weiterlesen

 

Jahreslosung 2022: Keine Diskriminierung

Wie versteinert stand Emma da. Wieder einmal hatten sie ihr das hässliche Wort an den Kopf geworfen. Wieder einmal hatten sie ihr klargemacht: Du gehörst nicht dazu. Manchmal war es nur ein Blick, der Emma traf. Oder Leute drehten sich weg und grinsten sich an, wenn sie vorbeikam. Tausend kleine Nadelstiche hatten Emma gelehrt, dass sie anders war. Hier würde sie nie die gleichen Chancen haben. Sie würde nie so selbstverständlich über die Straßen bummeln können wie andere. Emma musste immer darauf gefasst sein, dass irgendwer ihr hinterherstarrte. Irgendwer, der sie nicht einmal kannte. Oder ausspuckte. Dabei war sie ein Mensch wie alle anderen auch. weiterlesen

 

Gekreuzigte Frau, Jesus in Frauenkleidern – Jesus queer

Die Darstellung einer gekreuzigten Frau stammt aus der Kirche von Santiago Atitlán in Guatemala. Sie wurde mit der Dia-Serie  zum Weltgebetstag 1993 aus Guatemala verbeitet. Jesus als Frau – das ist singulär. Oder ist es „nur“ Jesus in Frauenkleidern?
Mir fällt kein einziges Bild ein, in dem Jesus die Hosen anhat. Doch Jesus in Frauenkleidern wäre den meisten Gemeindemitgliedern sehr fremd. Viele wären aufs äußerste empört und wütend. Ein solcher Jesus ist schwer auszuhalten.  weiterlesen

 

Franziskus: Evangelium für die ganze Schöpfung

Er hat es gemacht. Franz hat den Tieren gepredigt, den Vögeln auf den Bäumen und auch dem räuberischen Wolf. Die ganze Schöpfung um ihn herum ist belebt. Die Gestirne sind Geschwister für ihn. Er lauscht dem Murmeln von Schwester Quelle, bestaunt die Kraft von Bruder Feuer und sogar der Tod kann ihm Schwester sein. Franz ist verrückt, sagten die einen. Doch andere ließen sich von ihm verzaubern. In mancher Stadt läuteten sogar die Glocken, wenn er kam, und Alt und Jung zog ihm entgegen und jubelte. Franziskus († 1226) hat Freude gebracht. Evangelium heißt frohe Botschaft. In Franz’ Nähe spürten das die Menschen endlich. Und die Tiere auch. Predigt lesen