Ein feste Burg?

Eine Feldpostkarte aus dem 1. Weltkrieg. Ein toter Soldat ist aufgebahrt. Seine Hände sind gefaltet. Drei Kameraden betrauern ihn. Im Hintergrund überbringt jemand die Todesnachricht. Darunter sind die Zeilen gedruckt: „Der alt‘ böse Feind, mit Ernst er’s jetzt meint, Groß‘ Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, Auf Erd‘ ist nicht sein’sgleichen.“ Weiterlesen

Advertisements

Goldene Konfirmation 2017: Keine 68er

Unter den Talaren ein Muff von tausend Jahren. Vor einem halben Jahrhundert schickten sich junge Leute an, unser Land gründlich durchzuwirbeln. Sie hatten genug davon, wie zuhause, an den Universitäten und in den Ministerien geschwiegen wurde über die Zeit vor 1945. Sie wehrten sich gegen autoritäre Erziehung und hatten genug von Kriegen in Vietnam und anderswo. Sie mahnten  Solidarität  mit den Ländern des Südens an. Sie flochten sich Blumen ins Haar, hörten Beatles. Weiterlesen

Wasser hat keine Balken

Bis zu ihrem Lebensende soll meine Urgroßmutter, Tante Marta aus Kontopp, sich beharrlich geweigert haben, ein Boot zu betreten. Wasser hat keine Balken, sagte sie. Das nasse Element war ihr zu unsicher, wo sie nicht auf ihre eigenen Füße und Körperkräfte vertrauen und sich notfalls retten konnte. Sie soll auch eine sehr praktische Frau gewesen sein. Vielleicht – es war um 1930 – steckte ihr auch noch der Untergang der Titanic im Hintergrund und der Schreck, dass auch modernste und teuerste Technik den Naturgewalten nicht gewachsen sein kann. Außerdem war man im bodenständigen, bäuerlichen Schlesien. Weiterlesen

MIFA – mobil ohne Auto

Vor 35 Jahren und 10 Tagen, am 30. und 31. Mai 1981, ließen ein paar hundert Leute  in 25 Städten der DDR das Auto stehen und stiegen auf den Fahrradsattel. Sie wollten darauf aufmerksam machen, daß der hohe Lebensstandard des Nordens – also auch in der DDR – globale Umweltproblemen verursacht. Die Aktion hatte sich im kirchlichen Umfeld vor allem über Mundpropaganda herumgesprochen. In Saalfeld etwa beteiligten sich 100 Leute und verbanden die Fahrt mit einer Baumpflanzaktion. Es war die Geburt der Aktion „Mobil ohne Auto“ und sie wurde zur größten Umweltaktion in der DDR. Weiterlesen

Schwerter zu Pflugscharen

Der Genosse Parteisekretär rieb sich die Augen, als er eines Morgens auf den Markt kam. „Schwerter zu Pflugscharen“ hatte jemand an eine Wand geschrieben. In Sangerhausen!! Unverzüglich wurde der Markt abgesperrt, eine Malerbrigade zum Überpinseln bestellt und die Stasi eingeschaltet. Für die „staatlichen Organe“ war es höchst ärgerlich, dass solche Losungen bis in die Provinz drangen. Weiterlesen

Haus – Gemeinde – Gemeindehaus

Das Christentum begann in den Häusern. Es kommt aus den Häusern in Jerusalem, Antiochia, Joppe. Das Haus von Maria und ihrer Sklavin Rhode, von Hananias und Saphira, von Tabita in Joppe, der Witwen in Jerusalem. Bei ihnen, in ihren Häusern sammelten sich die ersten Gemeinden und breiteten sich aus, nach Antiochia, nach Syrien, schließlich nach Europa – zu Lydia in Philippi, der ersten europäischen Christin, zu Priska und Aquila in Korinth, bis nach Rom, zur Apostelin Junia und ihrem Mann Andronikus. Die Frauen, denen der Auferstandene die Botschaft am Ostersonntag auftrug: Geht nach Galiläa, sie haben ihren Auftrag erfüllt.
Später trafen sich die Gemeinden im Umfeld von Synagogen und Katakomben. Erst viel später bauten sie Kirchen. Und Klöster. Und Paläste. Und Residenzen, wie die Neue Residenz in Halle. Weiterlesen

Alles ist erlaubt

Alles ist erlaubt -aber nicht alles nützt.
Alles ist erlaubt -aber nicht alles baut auf.
Denkt dabei nicht an euch selbst,sondern an die anderen.  (1. Korinther 10, 23-24)
Diese Worte von Paulus sind die vorweggenommene Grundlage einer multikulturellen, demokratischen Gesellschaft. Weiterlesen