Häuser und Zuhause

Wenn das irdische Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut…                 (2 Kor 5,1)
„Und da stand ich wieder, nach 14 Jahren, vor unserem Haus, meine Mutter oben hinter der Gardine, ich mußte lange klingeln, da stand ich wieder. 20 Jahre bist du nicht zu Hause gewesen, unterbrach mich meine Mutter, wie du aussiehst, steck dein Hemd rein, so stehst du unten vor der Haustür, wenn das einer sieht, (…) unterbrich mich nicht, 20 Jahre, das reicht nicht, wann bist du hier gewesen, ich habe nicht nach dir gerufen, was willst du hier, dein Bruder aus dem Westen ist dagewesen und will endlich einen Zaun machen. (…) Weiterlesen →

Kinder gehen weg

Manchmal geht ein Kind einfach weg. Aus Neugier. Weil da etwas ist, was es fasziniert und anzieht, etwas, von dem es merkt: dem muß ich jetzt nachgehen. Manchmal kommen Kinder auf diese Weise Geheimnissen auf die Spur, erstaunlichen oder auch schrecklichen. Meistens kommen sie mit tausend Fragen von ihren Ausflügen zurück, erfüllt oder verwirrt. Was sie erlebt haben, verändert sie ein klein wenig und läßt sie wachsen. Weiterlesen →

Valentinstag: Schwarz bin ich und schön.

Schwarz bin ich und schön (Hoheslied 1,5). Manche der Gedichte könnten gestern geschrieben worden sein. Andere Bilder wirken doch sehr fremd. Das „Lied der Lieder“ („Hoheslied“) ist eine Sammlung orientalischer Liebeslyrik, zwischen 2 ½ tausend und 2100 Jahren alt. Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, stürmend herab vom Berg – wir würden Schönheit heute anders beschreiben. Aber die Gefühle sind die gleichen. Meinem Geliebten gehöre ich und mein Geliebter mir. Weiterlesen →

Jahreslosung: Liebe 2024

Liebe überwindet Grenzen. Agape – dieses griechische Wort verwendet die Bibel für ganz unterschiedliche Arten von Liebe. Jakob liebt Rahel (1. Mose 29,18), David liebt Jonathan (2. Samuel 1,26). Menschen lieben Gott oder das Geld (Kohelet 5,9). Alles ist Agape – oder eben auch nicht.
Die ersten Christ:innen haben es Agape genannt, wenn sie zusammen gegessen haben. Im 1. Korintherbrief wird das beschrieben. Sie haben sich abends nach der Arbeit getroffen und mitgebracht, was sie hatten. Sie haben geteilt, gebetet, in der Tora gelesen, Psalmen gesungen. Sie haben Brot gebrochen im Gedächtnis an Jesus und haben so wie er miteinander gegessen. Unsere Gottesdienste, unser Abendmahl ist aus dieser Agape entsprungen. Liebe und Liebesmahl, das war dasselbe. Weiterlesen →

Die Heilung des Gelähmten als Männergeschichte

Es ist eine Männergeschichte. Jesus, der Gelähmte, die Freunde, die ihn tragen, die Schriftgelehrten – all die agierenden Personen sind Männer. Die Frauen, wenn sie denn im Haus sind wie zuvor die kranke Schwiegermutter des Petrus, bleiben im Hintergrund.

Und: die Geschichte ist merkwürdig stumm. Der Gelähmte sagt nichts, noch seine Freude. Wir hören nichts von seiner Not, keine Klage, keine Bitte, kein Hilferuf, keine Schilderung des langen Leidens und was sie vielleicht schon alles unternommen haben. Auch die Schriftgelehrten sagen nichts. Sie sprechen nicht aus, was sie denken. Ihr Widerstand bleibt stumm. Es wird viel geschwiegen in dieser Geschichte. Jesus ist der einzige, der redet. Weiterlesen →

Nicht nur Elisabeth und Zacharias: Elternschaft mit Hindernissen

Kinder haben macht sich für’s Image gut. Bei Vorstellungsrunden heißt es oft: Ich bin verheiratet, habe  … Kinder und … Enkel, auch wenn das für die Qualifikation oder Aufgabe keinerlei Rolle spielt.. Leute punkten mit der Anzahl ihrer Kinder, selbst wenn das Verhältnis seit Jahren zerrüttet ist. Alleinerziehende müssen sich viel genauer überlegen, was sie sagen, wenn sie an der Reihe sind. Wer keine Kinder hat, bleibt stumm, so wie Zacharias, der erst bei der Beschneidung seines Sohnes seine Sprache wieder fand.
Keine Kinder haben oder nicht auf dem üblichen Weg Kinder bekommen, das ist kein Thema für die Öffentlichkeit. Weiterlesen →

Barbara: gefangen im Turm

Am 4. Dezember ist Barbaratag. Als Heilige der Bergleute ist sie in den Bergbaugebieten besonders bekannt. Barbaras Vater war ein reicher Mann. Als er verreisen wollte, ließ er einen dicken Turm bauen. Er sollte Barbara vor jeder Gefahr schützen. Der Turm wurde prächtig ausgestattet und mit Vorräten versehen für eine lange, lange Zeit. Barbara sollte es an nichts fehlen. Am Ende führte der Vater Barbara mit einer Dienerin hinein. Dann ließ er den Turm zumauern und zog außer Landes. Es hätte eine gute Zeit werden können. Aber Barbara wurde immer einsamer und fühlte sich eingesperrt. Weiterlesen →

Familie anders

Familie ist „in“. Wer Jugendliche fragt, was ihnen am wichtigsten ist, bekommt zu hören: meine Familie. Die Generationen gehen heute respektvoller miteinander um als vor 75 oder 100 Jahren. Dass Väter autoritär bestimmen, wie es in der Familie zugeht,  ist nicht mehr zeitgemäß oder wird zumindest hinterfragt. Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Andererseits steigt die Zahl von Kindern, die in konfliktbeladenen Familien aufwachsen. Frauenhäuser platzen aus allen Nähten. Weiterlesen →

Kain und Abel – die Familie der zerbrochenen Träume

Blut ist doch dicker als Wasser, fuhr es Abel noch erstaunt durch den Kopf. Da traf ihn der Schlag auf den Kopf und er brach zusammen. Aber es war keineswegs dicker. Ein dünnes Rinnsal floß aus seinem Kopf und versickerte im Acker.
Es war das einzige, was von dem Toten blieb. Niemand hatte die Tat gesehen. Niemand konnte etwas beweisen. Gott war der einzige Zeuge. Und nur Gott hörte, wie das Blut zum Himmel schrie.

Traurig geht es in dieser Familie zu. Der Ältere schlägt den Jüngeren. Weiterlesen →