Heiligabend: Geburt unter Corona

Krippe Erzgebirge

Dramatische Szenen vor der Geburt. Eine hochschwangere Frau sucht einen Platz zum Entbinden. Kein Haus nimmt sie auf. Alles voll. Sie muss ihr Kind allein bekommen, irgendwo, ohne medizinische Hilfe. So wie Maria und Josef haben es weltweit Menschen in diesem Jahr erlebt. Überfüllte Krankenhäuser. Sterbende, die sich nicht von ihren Angehörigen verabschieden konnten. Weiterlesen

Umkehr zum Frieden

Umkehr zum Frieden, lautet das Motto der Friedensdekade. Umkehr zum Frieden ist die Aufgabe, wenn ein Krieg zu Ende ist. Bei Kriegsende ist ja noch lange nicht Frieden. Die Straßen stehen voller Ruinen, und auch die Menschen sind beschädigt und verstört und verbogen. So haben es die Älteren nach dem 2. Weltkrieg erlebt, so sehe ich es in vielen Ländern, die einen Bürgerkrieg hinter sich haben oder ein verbrecherische Regierung abgeschüttelt haben.
Wenn die Waffen endlich schweigen, wird wieder aufgebaut. Häuser und Geschäfte, Straßen und Brücken. Das lässt sich reparieren. Aber der Krieg hat sich auch in die Seelen eingegraben. Weiterlesen

Das Kind und die Brote

Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wo das Kind herkommt. Einer der Schüler von Jesus, Andreas, hat es offensichtlich beobachtet. Es hat fünf  Brote bei sich und zwei Fische. Ist das das Essen für die Familie? Gerstenbrot ist das Brot für die Armen, die Fische gelten als Beilage. Da fällt das Abendbrot wohl nicht so üppig aus – vermutlicherweise die einzige Mahlzeit am Tag. Und heute fällt sie ganz aus. Vielleicht arbeitet das Kind aber auch und trägt Brote aus in Häuser, also eine Art Semmeljunge oder Semmelmädchen. Weiterlesen

Brot und Rosen

11. Januar 1912. 14.000 Textilarbeiter:innen in den USA* legen ihre Arbeit nieder. Sie streiken gegen Hungerlöhne und Kinderarbeit. Die Frauen singen Lieder, in den Kantinen, bei Versammlungen und Kundgebungen, bei Demonstrationen durch die Straßen der Stadt. „Wir wollen Brot, aber auch Rosen“, schreiben die Frauen auf ihre Fahnen. Weiterlesen

Sorgt nicht – Lockerungen im Mai

Beobachtet die Vögel, freut euch an den Blumen. Macht euch keine Sorgen (Matth. 6)**. Die meisten sind froh, dass sie wieder heraus können. Familien haben es wochenlang in engen Wohnungen miteinander ausgehalten. Selbständige haben gebangt, dass sie nicht Insolvenz anmelden müssen. Geschäftsleute drängen, dass sie Läden und Gaststätten wieder aufmachen können. Endlich Mai. Endlich Sonne und Luft. Freiheit schmeckt süß. Viele Menschen haben neu gemerkt, wie wertvoll – und verletzlich – demokratische Rechte sind: Freizügigkeit, Versammlungs- und Demonstrationsrecht. Weiterlesen

Ostern 2020 und Kriegsende 1945

Als sich zwei Männer am 12. April 1945 von Sangerhausen in Richtung Wallhausen aufmachten, wussten sie nicht, was sie erwartet: Tod oder Leben. Hinter ihnen, in Sangerhausen, faselten Unbeirrbare immer noch vom „Endsieg“. Vor ihnen, von Westen her, rückte die amerikanische Armee auf Wallhausen zu. Die beiden Männer hießen Johannes Hess von Wichdorff und Richard Wensch, Bürgermeister der eine und Mittelschul-Lehrer der andere. In ihrer Tasche trugen sie ein weißes Tuch. Weiterlesen

Bücher verschlingen

Mach die Taschenlampe aus, du verdirbst dir noch die Augen! Doch manche Bücher sind so spannend, dass Kinder nachts unter der Bettdecke einfach weiterlesen müssen. Erwachsenen geht es nicht anders. Sie können das Buch nicht weglegen, obwohl es schon längst Mitternacht geschlagen hat und sie sich fest vorgenommen haben, die Nachttischlampe spätestens nach der nächsten Seite auszuknipsen. Sie sind weit weg im Mittelalter, in der Zukunft oder in Südamerika und können nicht so einfach in die schnöde Wirklichkeit zwischen den Bettlaken zurückkommen.
Ein Buch in sich hineinfressen, das gab es schon zu Ezechiels Zeiten. Gott selbst gibt dem Propheten ein Buch, eine Schriftrolle zu essen. Dieses Buch entführt Ezechiel nicht in eine andere Welt, sondern in seine eigene. Weiterlesen