Abraham: Eltern opfern Kinder

Was für eine schreckliche Geschichte! Ein Vater macht sich auf den Weg, seinen Sohn umzubringen und Gott zu opfern. Er hält das für gottgefällig. In letzter Minute hält ein Engel ihn davon ab. Das Kind lebt. Aber die Familie zerbricht daran. Vater und Mutter leben fortan getrennt, vielleicht waren sie das vorher auch schon. Die Mutter stirbt kurz darauf. Was das Kind denkt und fühlt, spielt keine Rolle. Auf seine angstvolle Frage weicht der Vater aus. Weiterlesen

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Mutig Fehler machen

Wie viele Fehler haben Sie dieses Jahr gemacht? Ich meine nicht die ganz tragischen, das Haus abfackeln oder so, Ich meine eher die alltäglichen Fehler, die großen und kleinen, die im Laufe der Zeit zusammenkommen. Welche, wieviele mögen es in diesem Jahr wohl gewesen sein?
Ich trage einen Termin falsch im Kalender ein. Ich übe neunundneunzigmal und verspiele mich beim hundertsten Mal doch. Weiterlesen

Jutta verläßt die Familie

Hier in der Ulrichkirche fing alles an mit Jutta von Sangerhausen. 800 Jahre ist das jetzt her. Ich stelle mir vor, wie die Kirche damals aussah. 100 Jahre stand sie ja schon. Die mächtigen Mauern überragten die Holzhütten und Lehmhäuser, aus denen Sangerhausen damals bestand. Dicke steinerne Mauern hatten Bestand für die Ewigkeit. Sie versprachen den Menschen Schutz und Stärke in Zeiten, in denen ein Funke leicht die strohernen Dächer wie Zunder entflammen und die ganze Stadt in Schutt und Asche legen konnte. Weiterlesen

Geschenke, Geschenke

Ich denke über den Geschenkerummel anders, seit ich den alten Mann kennengelernt habe. Als ihm die Frau gestorben ist, haben die Kinder ihn zu sich genommen. Weihnachten wollten sie es ihm besonders schön machen. Selbstverständlich lagen bei der Bescherung auch für ihn ein paar Päckchen unterm Christbaum. Er warf einen Blick hinein, murmelte so etwas wie „Danke“ und legte sie zur Seite. Wie liebevoll sie eingepackt waren, hat er überhaupt nicht mitbekommen. Er selbst hat niemandem etwas geschenkt, nicht den Kindern, nicht den Enkeln. Seine Kinder löschten am Abend bedrückt die Kerzen am Baum. Ihre Zuwendung und ihre Geschenke nimmt er als selbstverständlich hin. Auf den Gedanken, dass er selbst etwas geben könnte, kommt er nicht. Das hatte er immer seiner Frau überlassen. Weiterlesen

Grenzerfahrungen

Und dennoch sind da Mauern zwischen Menschen, und nur durch Gitter sehen wir uns an.  So haben wir eben gesungen. Grenzen sind von Menschen gemacht. Menschen können sie überwinden. „Grenzerfahrung“ lautet das Motto der Friedensdekade 2015. Dabei haben die, die das Thema ausgesucht haben, natürlich an die Flüchtlinge gedacht und an ihre Erfahrungen an den Grenzen, die oft lebensgefährlich sind. Weiterlesen

Lichtmeß: Verwandlung und Normalität

Heute haben wir den 2. Februar, Maria Lichtmeß oder Darstellung des Herrn. Mit acht Tagen, also zu Neujahr, wird Jesus beschnitten. Mit sechs Wochen, 40 Tage nach der Geburt, trägt Maria ihr Kind in den Tempel. Sie reinigt sich kultisch von der Geburt. Sie stellt ihren Erstgeborenen Gott vor und bringt das vorgeschriebene Opfer. Damit endet die Weihnachtszeit. Die Tage sind schon länger. In früheren Jahrhunderten endete das gemeinsame Spinnen in den Spinnstuben und die Frühjahrsarbeiten auf den Feldern wurden vorbereitet. Viele bäuerliche Regeln ranken sich um den 2. Februar. Weiterlesen

Jesus- ein Adoptivkind. Predigt zur Taufe Jesu

Jesus ist ein Adoptivkind. Gottes Kind ist ein Adoptivkind. Der Älteste in Gottes Familie ist adoptiert.
Sie schütteln den Kopf und wundern sich, was die Pfarrerin wieder einmal erzählt? Nun, vor langer Zeit haben das viele Theologen erzählt. Jesus ist adoptiert, von Gott, und zwar bei der Taufe. Als Jesus getauft wurde, hat Gott ihn als sein Kind angenommen und erklärt: Du bist mein lieber Sohn. Mit der Taufe wurde Jesus zu Gott. Weiterlesen

Unterwegs nach Betlehem – ein Platz für behinderte Eltern

Maria und Josef sind unterwegs nach Betlehem. Manchmal legt Maria Josefs Hand auf ihren Bauch. Spürst du es? Es bewegt sich, flüstert sie ihm ins Ohr. Sie ahnt, das Baby wird bald kommen – hoffentlich nicht schon unterwegs.
Maria malt sich alles in Gedanken aus, so wie tausende anderer werdender Mütter auch die Windeln zurechtlegen und das Kinderbettchen vorbereiten. Wie wird die Geburt sein? Hoffentlich tut es nicht zu weh und es ist eine Hebamme zur Stelle, wenn es soweit ist. Ob ich es dann gleich stillen kann? Vor allem fragt sich Maria: Wo werde ich dann unterkommen? Weiterlesen