Wasser-Erntedank

Ich war vor einem Jahr in Mexiko. Das liegt in Amerika, unterhalb von den USA, zwischen Nord- und Südamerika. Wir haben uns die Hauptstadt, Mexiko-City, angeguckt, und wenn wir abends müde und verschwitzt nach Hause kamen und uns die Hände waschen wollten, kam kein Tropfen Wasser aus der Wasserleitung. Und auf die Toilette gehen konnten wir auch nicht. Jeden Abend war von 6 bis 8 oder 9 Uhr das Wasser abgestellt. Und wir hatten noch Glück. In ärmeren Bezirken der Hauptstadt gibt es halbe Tage lang kein Wasser oder nur wenige Stunden. Weiterlesen

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Beten zum Tansania-Sonntag

Gastfreundschaft spielt auch in Tansanie eine große Rolle. Jesus schildert, wie Gäste nachts vor der Tür stehen. Alles wird in Bewegung gesetzt, um sie aufzunehmen und zu bewirten. Notfalls wird sogar die Nachbarschaft aufgeweckt. Das könnte auch in Tansania passiert sein. Weiterlesen

Vom Himmel steigt Brot

Das Mädchen lächelte selig, als sie die Augen aufschlug. Dann kniff sie sich dreimal in den Arm, setzte sich verwundert auf und blicke fest hinüber zum Tempel. Nein, der Tempel war nicht verschwunden. Und ja, es duftete tatsächlich nach einem geöffneten Backofen. Dann hatte sie nicht nur geträumt wie so oft in den letzten Wochen. Ihre Träume drehten sich nur noch ums Essen. Einmal stand sie vor einem Backofen voller Brot. Knuspriges, duftendes, dunkles Brot.
Aufgewacht war sie natürlich mit knurrendem Magen. Und auch ihr kleiner Bruder neben ihr hatte vor Hunger immer öfter geweint. Dann erzählte sie ihm von dem Brot. Manchmal schlief er dabei ein. Weiterlesen

Blühende Landschaften für alle

Blühende Landschaften. Das hat nicht nur Helmut Kohl 1989 versprochen. Davon träumt die Bibel. Die Wüste soll grünen und blühen, dürres Land soll fruchtbar werden, Wasserquellen sollen sich auftun.
Im Moment erleben wir es umgekehrt: Äcker und Wiesen werden zubetoniert, um Autobahnen und Gewerbegebieten Platz zu machen. Insekten und Vögel finden keinen Lebensraum mehr. Dieselautos pusten mehr Gifte denn je in die Luft.
Die Bibel ist überzeugt, dass die Erde Gottes gute Schöpfung ist und wir Teile dieser Schöpfung. Sie fragt nicht, was machbar ist, sondern was gut tut und was gerecht ist. Weiterlesen

Goldene Konfirmation 2017: Keine 68er

Unter den Talaren ein Muff von tausend Jahren. Vor einem halben Jahrhundert schickten sich junge Leute an, unser Land gründlich durchzuwirbeln. Sie hatten genug davon, wie zuhause, an den Universitäten und in den Ministerien geschwiegen wurde über die Zeit vor 1945. Sie wehrten sich gegen autoritäre Erziehung und hatten genug von Kriegen in Vietnam und anderswo. Sie mahnten  Solidarität  mit den Ländern des Südens an. Sie flochten sich Blumen ins Haar, hörten Beatles. Weiterlesen

Syrien-Rundschau

Rekordverschuldung: 10.000 Talente! Land bankrott. Drohen nun Praktiken wie in Alexandria?
Solche Sorgen haben Gemeindemitglieder umgetrieben, an die das Matthäusevangelium gerichtet war. Die Bibelwoche 2017 beschäftigt sich mit dem Matthäusevangelium. Die fiktive „Syrien-Rundschau“ wirft einen Blick auf die sozialgeschichtlichen Hintergründe. Weiterlesen

Der schwarze Engel

Der Engel war schwarz. Ein schwarzes kleines Kind, vielleicht zwei Jahre alt. Sie begegnete ihm, als sie 27 war. Und das kam so: Bärbel – so heißt sie – war damals eine junge Lehrerin, engagiert für Entwicklungshilfe, und wollte Afrika mit eigenen Augen sehen. In Ghana besichtigte die Gruppe Hilfsprojekte. Vor einer Krankenstation warteten die Menschen in langen Schlangen. „Da saß auch ein Kind mit dick aufgeblähtem Bauch, ausfallenden rötlichen Haaren, in seiner eigenen Pfütze.“ Als es die weißen Leute sah, begann es zu weinen. Es litt an Unterernährung und Eiweißmangel. Es wird wohl kaum überleben, erklärte die Krankenschwester den Gästen, so sieht Ungerechtigkeit aus. * Weiterlesen

Der Heiden Heiland – Liedpredigt im Reformationsjahr

Gerade einmal 30 Jahre war es her, dass Christoph Kolumbus weit im Westen des Atlantiks auf Land gestoßen war: Amerika. Seit 1492 segelten Schiffe über die Meere. Dort lebten die Indianer, die Wilden, die Heiden, und Europa glaubte, sie „entdeckt“ zu haben – auch wenn  die Menschen dort schon lange wohnten und es gar nicht nötig hatten, „entdeckt“ zu werden.
Die Eroberung Amerikas bedeutete auch den Beginn der sogenannten Heidenmission. Damit begann zugleich eine beispiellose Geschichte voller Gewalt, Blut und Tränen. Völker wurden versklavt, ihre Kulturen zerstört, ihr Eigentum ausgebeutet und ausgeplündert.
Von sagenhaften Reichtümern drang die Kunde über den Atlantik, von Goldschätzen, von einem wahren El Dorado, als Luther 1524 sein Lied schrieb. Oder besser gesagt aus dem Lateinischen übersetzte.

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