Johannes, Gefangener

Johannes gehört zu den Menschen, die unschuldig im Gefängnis sitzen. Ab ins Gefängnis. Das kam fast die ganze Menschheitsgeschichte hindurch einem Todesurteil gleich. Für uns heute scheint selbstverständlich, dass der Strafvollzug auf einem Rechtssystem beruht und dass die Justiz unabhängig ist und die Richter*innen nicht bestechlich.  Gefangene haben das Recht auf Verteidigung und auf menschenwürdige Behandlung. Sie können in Berufung gehen, bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.
Das alles gab es zu Zeiten von Johannes dem Täufer nicht. Wer ins Gefängnis kam, musste sich auf ein baldiges und grausames Ende gefasst machen. Weiterlesen

Christus im Gefängnis. Osterpredigt

Sie haben ihn ins Gefängnis geworfen. In ein schwarzes, gähnendes Loch, zu den Ratten, die durch das vermodernde Stroh huschen, zu den Elenden und Vergessenen, denen die Augen trüb geworden sind und die Haare verfilzt und verlaust. Wenn hier jemand überlebt, ist es die Hoffnungslosigkeit.
Sie haben ihn ins Gefängnis geworfen. So malt ihn Johannes Rosenau 1445, im stolzen Hermannstadt oder Sibiu, der prächtigen Hauptstadt Siebenbürgens, weit im Osten der christlichen Welt. Weiterlesen