Maria von Magdala und das Tabu, psychisch krank zu sein

Eine Frau, die sich im Internet Susanne nennt, schreibt über ihre Depressionen:
„Manchmal wird meine Krankheit zum Gefängnis. Ich fühlte mich wie ein Hamster im Laufrad. Seit Jahren mache ich Therapie, nehme ich Medikamente, arbeite an meinem Verhalten und an meiner Symptomatik ändert sich doch nichts. Noch immer muss ich die Auslöser für meine Depression meiden wie der Teufel das Weihwasser, noch immer bin ich nicht in der Lage, mich an einen Arbeitsplatz zu binden, noch immer leide ich unter massiver Angst vor Nähe. Es gibt Momente, in denen mir mein Leben nicht mehr als lebenswert erscheint. Dann kommen sie, die Gedanken an den Tod. Weiterlesen

Die suchende Frau – Predigt zur Goldenen Konfirmation über Lukas 15

Wie zeitaufwändig ist es doch, wenn man oder frau nach dem Schlüssel sucht oder das Portemonnaie nicht findet oder die Brille verlegt hat. Da guckt man hier und sieht dort nach, kramt in Tasche, wühlt in Schränken, bis sich das Verlorene wieder anfindet – welch ein Glück! Wir alle verbrauchen einen Teil unserer Zeit zum Suchen, der eine mehr, die andere weniger. Wir verbrauchen Zeit dafür. Suchen gehört zu unserem Leben dazu, es ist ein Teil unseres Lebens. Dabei ist es keineswegs etwa nur ein Zeichen von schlechter Ordnung oder von nachlassendem Gedächtnis. Weiterlesen

Martin Luther King

Liebe Schwestern und Brüder, das ist einer der großen Träume der Menschheitsgeschichte, Martin Luther Kings Worte auf dem Marsch nach Washington 1963. Vor 50 Jahren begann dieser Traum wahr zu werden.
Er begann, Gestalt anzunehmen – nicht mit einer Umwälzung von oben, einer Regierungsumbildung, neuen Gesetzen oder einem internationalem Gipfeltreffen. Noch durch einen Aufruhr oder eine Revolte von unten, Gewalt und Blutvergießen. Er begann am 1. Dezember 1955, mit einer Frau, die müde von der Arbeit kam. Weiterlesen

Unserer Berufung folgen

Eltern sollen sich frühzeitig um die Karriere ihrer Kinder kümmern. Schon in der Grundschule, ja im Kindergarten müssen die Weichen gestellt werden, bei den Fächern, die sie belegen, bei den Arbeitsgemeinschaften. Wenn später in der Schule Praktika anstehen, sollen die Jugendlichen schon in Betracht ziehen, wie diese sich günstig in der späteren Berufsbiographie ausnehmen. Und dann heißt es: zielgerichtet Baustein zu Baustein fügen. Umwege, Zeit zum Suchen und Fragen, Verzögerungen – das alles ist verlorene Zeit. Weiterlesen

Rose und Hagebutte – Andacht zum Hagebuttenfest

Die Rose steht für die Liebe, für Schönheit, für Unberührtheit und das Unberührbare. Eine Rosenknospe ist ein Symbol für das Leben, das noch am Anfang steht und unverbraucht ist, sie steht für das Leben, das sich erst entfalten will und noch alle Möglichkeiten in sich trägt. Manchmal ist sie auch auf Grabsteinen zu sehen, wie ein leiser Protest, so als würde sie einwenden: Der Tod ist bitter, aber die Liebe ist stärker als der Tod. Die Rose – ein Sinnbild für Schönheit und Liebe.

Was aber kommt danach? Nur die Werbezeitungen machen uns glauben, dass die Jugend ewig währt. Was wird mit uns, wenn die Rose verwelkt und die Jahre vergehen? Was bleibt, wenn der Duft sich verflüchtigt, wenn die Blütenblätter ausfallen und die Haare licht werden? Dann wird die Rose zur Hagebutte. Die Blüte der Jahre trägt Frucht, leuchtend rot und voller Samen. Weiterlesen