Jesus, Buddha und die vier edlen Wahrheiten

Es ist schon faszinierend, wie lebendig der Buddhismus in Thailand ist. Im Februar hab ich es selbst gesehen. Überall geöffnete Tempel und Menschen, die beten, meditieren und spenden: Kerzen, Räucherstäbchen, Lotosblüten, Geld, Blattgold, Nahrungsmittel… Religion ist hier farbenprächtig und sinnlich; die Klöster sind zugleich soziale Zentren. Wo könnten wir als evangelische Kirchen vom Buddhismus lernen, fragte mich ein Mitreisender – vielleicht bei der tiefen Beschäftigung mit dem Leiden? Buddha (6. Jh. v. Chr.) hat es nämlich in seinen “Vier edlen Wahrheiten” zusammengefasst:

Unser Leben ist vom Schmerz und von der Vergänglichkeit geprägt. Von der Geburt bis zum Tod leiden wir. Doch wir jagen vergänglichen Wünschen nach und lassen uns von Gier, Haß und Verblendung bestimmen. Von diesen Begierden müssen wir uns lösen. Indem wir unsere Wünsche ablegen, werden wir frei und können das Vergängliche überwinden.
Darin steckt viel Wahres. Wie oft verzetteln wir uns und streben Belanglosem hinterher; wie viel Unheil können wir durch unsere Kurzsichtigkeit anrichten. Wir rasen über die Straßen und durch unser Leben; unser Lebenstempo zerstört uns selbst.

Als Christin glaube ich: Daran leidet auch Gott. In Jesus ist Gott zu uns Menschen gekommen, teilt Freude und Leid mit uns. Und will, dass es anders wird, dass alles Zerrissene sich wandelt. Leid soll überwunden werden!
Manchmal sieht es gar nicht so aus. Da können wir nur noch beten – und sollen wissen: wir sind nicht allein. In den einsamsten Stunden leidet jemand mit uns: Gott.
Vom Buddhismus können wir manches lernen, besonders die Ehrfurcht vor jedem Leben, vor jeder Kreatur, selbst vor Mücken und Spinnen. Wir können lernen Gewaltlosigkeit und Geduld.
Dem Mitreisenden habe ich gesagt, was mir wichtig ist: dass Gott mit uns mit-leidet. Ich glaube an einen barmherzigen Gott, der uns nicht allein lässt. Ja er bürdet sich sogar unser Leid auf. Und er wird selbst aktiv, damit sich Leid in Freude, Leben in Tod zu wandeln vermag. Dabei sollen wir mithelfen.

Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen.  (Apostelgeschichte 14,22)

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