Carl August Schwabe – ein Sangerhäuser auf Usedom

Carl August Schwabe – ein Sangerhäuser auf Usedom

Pfarrerin:       Da kommt ja noch jemand mit Ranzen und Matrosenanzug, wie aus einer anderen Zeit. Du bist ja reichlich spät dran. Der Gottesdienst ist schon zu Ende. Wie heißt du denn?
Kind:              Carl August.
Pfarrerin:       Und weiter?
Kind:              Carl August Schwabe.
Pfarrerin:       Wie alt bist du eigentlich? Wann bist du geboren?
Kind:             Am 12. Dezember 1858.
Pfarrerin:       Und Sie sind wohl die Eltern?
Vater:             Friedrich August Schwabe, Maurergeselle.
Mutter:          Pauline Hulda Schwabe, geborene Feistkorn, Hausfrau. Unser Carl August wurde doch von Ihrem Vor-Vorgänger in der Jacobikirche getauft, wir haben dort vorn gestanden.
Pfarrerin:       Aha. Und was willst du eigentlich, Carl August?
Kind:              Ich will an die Ostsee, nach Zinnowitz.
Pfarrerin:       Nach Zinnowitz, da willst du wohl baden?! Nun ja, im September ist es auch noch schön warm auf der Insel Usedom.
Kind:             Ich will dort ein Haus bauen.
Mutter, verwundert:            Aber Carl August, du hast doch genügend Bauklötzer zu Hause!
Kind:              Ich will ein richtiges Haus bauen. Ein Hotel!
Vater, tadelnd:         Carl August, du träumst schon wieder. Ich bin doch nur ein einfacher Maurergeselle. Du kannst doch kein Hotelbesitzer werden!
Kind                           Es soll an der Seebrücke stehen.  Alle Leute gehen daran vorbei.  Es soll „Schwabes Hotel“ heißen!
Pfarrerin:       Carl August Schwabe, ich wünsche Dir Gottes Segen zum Schulanfang. Dein Vater ist ein einfacher Maurer. Lerne nur fleißig. Vielleicht wird dann dein Traum wahr.

Carl August wird eine große Zuckertüte überreicht. Die Familie stellt sich auf die Altarstufen wie zu einem Familienfoto. Währenddessen wird aus der Biografie vorgelesen und am Ende ein Bild des Hotels gezeigt.

Chronistin:

Carl August Schwabe wurde am 12. September 1858 in Sangerhausen geboren und am 24. September in der Jacobikirche getauft. Er kam 1886 nach Zinnowitz, pachtete ein Hotel und wurde Hoteldirektor. Im Jahr 1895 ersteigerte er ein Grundstück direkt am Strand, nur wenige Schritte von der Seebrücke entfernt. Darauf baute er ein Hotel mit Türmchen und Zinnen. Es sah aus wie ein Märchenschloß. Im Jahr 1900 eröffnete er es als „Schwabes Hotel“.
Es entwickelte sich zu einem der ersten Häuser am Platze. Es beherbergte zahlreiche prominente Gäste und prägt mit seinem unverwechselbaren Aussehen die Zinnowitzer Strandpromende.
Carl August Schwabe starb am 11. Dezember 1920 in Zinnowitz. Seine Witwe verkaufte das Hotel. In der DDR wurde es 1953 enteignet. Heute heißt es Usedom Palace, hat fünf Sterne und trägt immer noch den Beinamen „Schwabes Hotel“.

Schwabes Hotel - Usedom Palace
Schwabes Hotel – Usedom Palace

Orgelnachspiel, währenddessen geht die Familie zum Ausgang.

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