Das Licht der Reichen – die im Dunkeln sieht man nicht.

Packen Sie unbedingt eine Taschenlampe ein, heißt es, wenn man nach Sri Lanka fährt, jener Insel südlich von Indien, die früher Ceylon hieß und wo heute noch unser Tee herkommt. Abends zwischen 8 und 10 ist hier meistens Stromsperre. Schon beim ersten Abendbrot im Hotel wurde es zappenduster. Die Cleveren hatten natürlich ihre Taschenlampe parat. Aber auch die Kellner waren auf den abendlichen Stromausfall eingestellt. Wenige Augenblicke später standen Petroleumlampen und Kerzen auf den Tischen, es wurde richtig stimmungsvoll und festlich. Aber schon 5 Minuten später flackerte das Licht. Die Lampen gingen wieder an. Der Zauber war zu Ende, der Strom wieder da. Weiterlesen

Häuser. Predigt zu 2 Kor 5, 1-4

Wenn das irdische Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut…                 (2 Kor 5,1)
„Und da stand ich wieder, nach 14 Jahren, vor unserem Haus, meine Mutter oben hinter der Gardine, ich mußte lange klingeln, da stand ich wieder. 20 Jahre bist du nicht zu Hause gewesen, unterbrach mich meine Mutter, wie du aussiehst, steck dein Hemd rein, so stehst du unten vor der Haustür, wenn das einer sieht, (…) unterbrich mich nicht, 20 Jahre, das reicht nicht, wann bist du hier gewesen, ich habe nicht nach dir gerufen, was willst du hier, dein Bruder aus dem Westen ist dagewesen und will endlich einen Zaun machen. (…) Weiterlesen

An der Tür

– Mama !!! Hat geklingelt !!!
– (Mama, genervt:) Ja. Wer iss’n da?
– Weiß nich. Sieht aus wie ein Bettler.
– Was will er?
– Weiß nich, du mußt mal zur Tür kommen.

„Offene Türen“, davon reden wir gern in der Kirche, im übertragenen Sinne und am meisten im Advent (macht hoch die Tür…) Wie schwer es fällt, die Tür wirklich zu öffnen, merke ich in solchen Situationen. Weiterlesen

Das Recht ströme wie Wasser

Das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Schön wär’s, waren sich die Frauen imGroßmütterkreis einig, meistens strömt ganz anderes: Ungerechtigkeit, Bereicherung, Gewalt. Aber es kommt auch auf uns an, wie wir miteinander leben.
Das war zu Zeiten des Amos nicht anders: Die Reichen wurden immer reicher, die Armen verschuldeten sich bis über die Ohren. Weiterlesen

Kostbare Stille

Ruhe!!!
Im alten Rom soll es sich nicht angenehm gewohnt haben: Der Krach von rumpelnden Karren und Händlern riß die Leute im Morgengrauen aus dem Schlaf; die engen Straßen waren tagsüber oft verstopft, und abends hallten sie wieder vom Gegröle in den Tavernen und den Schlägereien Betrunkener. Wer das entsprechende Kleingeld hatte, baute eine Villa auf dem Lande. Dort gab es Ruhe und gesunde Luft. Weiterlesen