Christ lag in Todesbanden – Liedpredigt im Reformationsjahr

Ostern beginnt zu Passah. Passah oder Pessach ist das uralte Fest der Befreiung, das die Jüdinnen und Juden im Frühjahr feiern. Ihre Vorfahren lebten einst versklavt in Ägypten. Ihre Hände errichteten Prachtbauten, zu denen sie nie Zugang haben würden (ähnlich den Arbeitern an den Fußballstadien in Katar). Weiterlesen

Abraham: Eltern opfern Kinder

Was für eine schreckliche Geschichte! Ein Vater macht sich auf den Weg, seinen Sohn umzubringen und Gott zu opfern. Er hält das für gottgefällig. In letzter Minute hält ein Engel ihn davon ab. Das Kind lebt. Aber die Familie zerbricht daran. Vater und Mutter leben fortan getrennt, vielleicht waren sie das vorher auch schon. Die Mutter stirbt kurz darauf. Was das Kind denkt und fühlt, spielt keine Rolle. Auf seine angstvolle Frage weicht der Vater aus. Weiterlesen

Syrien-Rundschau

Rekordverschuldung: 10.000 Talente! Land bankrott. Drohen nun Praktiken wie in Alexandria?
Solche Sorgen haben Gemeindemitglieder umgetrieben, an die das Matthäusevangelium gerichtet war. Die Bibelwoche 2017 beschäftigt sich mit dem Matthäusevangelium. Die fiktive „Syrien-Rundschau“ wirft einen Blick auf die sozialgeschichtlichen Hintergründe. Weiterlesen

Wasser hat keine Balken

Bis zu ihrem Lebensende soll meine Urgroßmutter, Tante Marta aus Kontopp, sich beharrlich geweigert haben, ein Boot zu betreten. Wasser hat keine Balken, sagte sie. Das nasse Element war ihr zu unsicher, wo sie nicht auf ihre eigenen Füße und Körperkräfte vertrauen und sich notfalls retten konnte. Sie soll auch eine sehr praktische Frau gewesen sein. Vielleicht – es war um 1930 – steckte ihr auch noch der Untergang der Titanic im Hintergrund und der Schreck, dass auch modernste und teuerste Technik den Naturgewalten nicht gewachsen sein kann. Außerdem war man im bodenständigen, bäuerlichen Schlesien. Weiterlesen

Im Nachhinein

Mose erlebt Gott. Im Nachhinein. Gott geht ganz nah an ihm vorbei. Mose kann hinter ihm herschauen, der Abglanz Gottes fällt auf ihn. Aber er sieht ihn erst hinterher, sieht nur seine Spur. In dem Moment selbst bleibt Gott ihm verborgen. Er kann ihn erst im Nachhinein erkennen. Und fängt an zu strahlen.

So ist das auch im Leben. Vieles erschließt sich erst im Nachhinein. Im Moment selbst bleibt es verborgen. Dann sagen wir: Wenn ich das damals gewußt hätte! Weiterlesen

Glocken für den Krieg

Die Kinder in der Kirchgasse stocherten auf ihren Tellern herum. Schon wieder Steckrüben, mäkelten sie. Die Mutter zuckte müde mit den Schultern und schloss das Fenster. Aber es half nichts. Die schweren, metallischen Hammerschläge drangen durch jede Wand und ließen den Kopf schier zerspringen. Das ging schon eine Weile so. Kein Wunder, dass die Kinder quengelten.
Auf dem Kirchturm der Ulrichkirche wurde die Glocke zerschlagen. Weiterlesen