August Hermann Francke

Geburtstagskind des Jahres 2013
Der 29-jährige Pfarrer August Hermann Francke war erschüttert, als er von Erfurt an den Stadtrand von Halle zog. In den Kneipen betranken sich die Männer fürchterlich, verwahrloste Kinder drückten sich in den Gassen herum.
Der junge Pfarrer stellte in seinem Studierzimmer eine Spendenbüchse auf und schrieb daran einen Vers aus der Bibel: „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Eines Tages öffnete er sie und fand 4 Taler und 16 Groschen darin – eine riesige Summe damals!! So eine große Spende bekomme ich nie wieder, dachte er: Ich will sie nicht für Kleinigkeiten ausgeben. Ich eröffne eine Schule! Mit dem Geld stellte er Studenten als Nachhilfelehrer an. Tatsächlich: die Kinder kamen gerne und lernten eifrig. Aber viele hatten überhaupt keine Eltern mehr, nichts anzuziehen und immer Hunger. Sie waren Waisen. Francke beschloß, ein Waisenhaus zu gründen. Dort wollte er sie besser unterrichten.
Der preußische König spendete Geld, Dachziegel und Steine. Als 1698 Einweihungsfest gefeiert wurde, staunten alle. So ein modernes und großes Waisenhaus hatte noch niemand gebaut: Schlafsaal für Jungen, Schlafsaal für Mädchen, Klassenzimmer, Speiseraum, Betsaal, Krankenzimmer, sogar Toiletten – Francke hatte an alles gedacht. Hier lebten die Kinder, sie bekamen Essen und lernten vormittags und nachmittags. In Gärten wurde Gemüse und Obst angebaut, im Keller Bücher gedruckt und die Medizin aus der Waisenhausapotheke war sogar in Übersee begehrt. Davon bezahlte Francke die Lehrer.
Bald schickten Eltern von weither ihre Kinder zur Schule oder zur Ausbildung. Nach und nach entstand eine richtige kleine Schulstadt. Als Francke 1727 starb, lernten in „Franckens Stiftungen“ 1725 Kinder bis zur 6. Klasse und 482 in weiterführenden Schulen.

Heute ist das Hauptgebäude ein Museum. Im Keller werden Programme für Kinder und Familien angeboten (Krokosseum).

 

Nicht nur Zuckerschlecken
Der Tag begann mit der Betstunde von 5 bis 6 Uhr, danach gab es Frühstück.
Die Kinder mußten mitarbeiten, z.B. im Stall, auf dem Acker oder in der Papiermühle.

Nutze die Zeit
Schon Kinder sollten die Zeit nützlich verbringen. Beim Spazierengehen wurden Pflanzen erklärt oder gesungen.

 Toben verboten
Es gab viele Verbote.
Im Speisesaal durften sich die Kinder nicht unterhalten und auch auf dem Lindenhof sollten sie nur „still umhergehen“.
Kartenspielen, Tanzen oder Kegeln waren verboten.

 

Highlights der Franckeschen Stiftungen: Hier findest du

  •  den längste Fachwerkbau Europas (längs der Hochstraße)
  •  den Lindenhof mit dem Francke-Denkmal
  •  das Naturalienkabinett (naturkundlicher Unterricht mit Anschauungsmaterial war damals etwas ganz Neues)

August Hermann Francke wurde 1663 geboren.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s