Taufe: Der kleine Wassertropfen und andere Wassergeschichten

Platsch! Der kleine Wassertropfen ließ sich erschöpft und zufrieden in die große Welle sinken. Dort schaukelte Noahs Schiff. Kaum zu glauben, wie schwer diese Arche war. Der kleine Wassertropfen hatte sich alle Mühe gegeben, sie über die Sintflut zu retten und sie sicher und sanft ans Ufer zu tragen. Weiterlesen

Quasimodogeniti: wie neugeboren

Ich bin richtig stolz, ich fühle mich wie neugeboren. So strahlte eine junge kurdische Frau vor einigen Jahren bei ihrer Einbürgerungszeremonie, nachdem sie ihre und die Urkunde für ihre dreijährige Tochter erhalten hatte.Für sie bedeutet Deutschland  Freiheit und Sicherheit. Özgül Haligür war aus der Türkei nach Leverkusen geflüchtet.Ihr Traum: eine deutsch-türkische Konditorei aufzumachen.*
Wie neugeboren. So heißt es im 1. Petrusbrief, der Epistel heute. Weiterlesen

Strohhalm und Strohstern

Ich habe einen Strohhalm mitgebracht, wie er in der Krippe gelegen haben könnte, auch wenn das so gar nicht in der Bibel steht. Dieser Halm ist besonders schön, denn ich habe ihn gehütet. Das Stroh in der Krippe war bestimmt zerknickt und stachelig. Ein Bettchen für ein neugeborenes Baby sieht anders aus. Weiterlesen

Unterwegs nach Betlehem – ein Platz für behinderte Eltern

Maria und Josef sind unterwegs nach Betlehem. Manchmal legt Maria Josefs Hand auf ihren Bauch. Spürst du es? Es bewegt sich, flüstert sie ihm ins Ohr. Sie ahnt, das Baby wird bald kommen – hoffentlich nicht schon unterwegs.
Maria malt sich alles in Gedanken aus, so wie tausende anderer werdender Mütter auch die Windeln zurechtlegen und das Kinderbettchen vorbereiten. Wie wird die Geburt sein? Hoffentlich tut es nicht zu weh und es ist eine Hebamme zur Stelle, wenn es soweit ist. Ob ich es dann gleich stillen kann? Vor allem fragt sich Maria: Wo werde ich dann unterkommen? Weiterlesen

Silvester: Abschied als Herausforderung

Wir verabschieden uns heute vom alten Jahr. Das Jahr endet im Dunkeln und zugleich im Licht. Ist es auch sonst so mit den Abschieden im Leben? Seit uns die Nabelschnur abgeschnitten wurde, gehören sie dazu, immer wieder. Abschied vom Kindergarten, von der Schule, aus einem beruflichen Umfeld. Abschied von Menschen, die uns ans Herz gewachsen sind oder die es uns schwer gemacht haben. Abschied von einer Lebensphase, von Vertrautem, von Belastendem und Zermürbenden. Abschied von liebgewordenen Vorstellungen, von Lebenseinstellungen, vom Bild, das ich von mir selbst habe oder von anderen. Wir müssen uns immer wieder abnabeln. Abschied mit lachendem und weinendem Auge, als Schmerz und als Befreiung. Solange wir leben, verändern und wandeln wir uns, gehen auf Neues zu und begrüßen es. Solange wir leben, müssen wir uns auch verabschieden. Weiterlesen

Geburt und Gebären

Damals
  als Gott
  im Schrei der Geburt
  die Gottesbilder zerschlug
  und
  zwischen Marias Schenkeln
  runzlig rot
  das Kind lag.“                       
  (Kurt Marti, Gedichte am Rand)
Da feiern wir also heute Geburtstag – und wissen doch herzlich wenig über die Umstände dieser Geburt. Selbst wo sie stattfand, in Bethlehem oder doch anderswo, in Nazareth oder unterwegs, ist nicht sicher. Doch bei uns ist es ähnlich. An das Ereignis selbst können wir uns nicht erinnern. Niemand kann sich an die eigene Geburt erinnern. Das ist Sache der Mütter. Und für die Mütter ist jede Geburt ein Einschnitt und so eigen und unverwechselbar wie das Kind, das da zur Welt kommt. Die Mütter tragen das Wissen um die Geburt und den Schmerz eines jeden Kindes in sich. Weiterlesen

Das andere Betlehem – Veränderung beginnt an der Peripherie

Spinne Erzgebirge

Es war viel los an diesem ersten Heiligabend in Bethlehem. Die Beamten schwitzen über Steuerlisten und Statistiken. Überall mussten die Abrechnungen noch fertig werden. Viele hatten Freunde und Verwandte zu Besuch, und die Gäste wollten alle versorgt sein. Die Kinder freuten sich über die Abwechslung und die Alten über Gesichter, die sie seit Ewigkeiten nicht gesehen hatten. Die Frauen backten Brot, die Kinder wurden ausgeschickt, Feuerholz zu suchen. Ein kleiner Junge hatte sich das Knie aufgeschürft und weinte. Weiterlesen

Der Stall von Betlehem

Krippe Erzgebirge

Der Stall von Betlehem zählte ganz gewiß nicht zu den Traumimmobilien. Er wird eher eine Bruchbude gewesen sein, eine der ungezählten Arme-Leute-Behausungen dieser Welt. Und: wer ging schon nach Betlehem?! Die Musik spielte in Jerusalem. Betlehem ist nur ein paar Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Aber es ist eine andere Welt. Heute schrecken Stacheldraht und Straßensperren ab. Touristen verirren sich immer weniger hierher, die Fenster werden zugenagelt, die Geschäfte geschlossen. Weiterlesen

Weihnachten: Stroh und Rosen

Ich habe heute eine Rose für die Krippe mitgebracht. Normalerweise ist ja das Stroh drin. Das ist stachelig und raschelt, es duftet nach Stall und ist Streu und Futter für die Tiere. Die Futterkrippe gehört in den Stall, zu den Tieren. Aber ein Kind? Wer würde wohl ein Kind darauf legen? Wie liegt es sich? Weiterlesen