Demut ??

„Ich sitze im Wohnzimmer mit meiner Freundin. Wir erzählen und trinken ein Glas Wein. Mein Mann kommt von der Arbeit. Er grüßt mich, starrt mich an und schlägt mich ins Gesicht. Ich blute aus der Nase. Der Schmerz dröhnt, dumpf und pochend. Mein Mann ist mir plötzlich unheimlich. Warum demütigt er mich so? Weiterlesen

Ein mutiger Sklave unterwandert das Finanzsystem

Predigt zu Matthäus 25,14-30 („Die anvertrauten Talente“) *
In dieser Beispielgeschichte hören wir bei den „Talenten“ im Hinterkopf vor allem „Fähigkeiten“. Du hast ein Talent. Wir verstehen es sofort im übertragenen Sinne.  Doch die Leute, denen Jesus diese Geschichte ursprünglich erzählt hat, wußten, was ein Talent wirklich ist: ein riesiger Barren Silber, so viel, wie ein Mensch gerade noch tragen kann, 30 bis 40 Kilogramm. Ein Talent, das sind  17 Jahreseinkommen einer armen Familie (á 350 Denare). Und die 8 Talente eines Investors, die investiert werden, entsprechen 140 bis 160 Jahreseinkommen. Wenn eine Familie an der Armutsgrenze heute 20.000 Euro zur Verfügung hat, entspräche das 2,8 Millionen Euro. **
Der Sklavenbesitzer verfügt über weit mehr. Denn er braucht diese 8 Talente nicht für den laufenden Betrieb, sondern hat sie zusätzlich zur freien Verfügung und kann sie  investieren, ohne seine sonstigen Geschäfte zu beeinträchtigen. Solche Vermögen lassen sich nicht mit eigener Hände Arbeit aufbauen.  Das ist auch heute so. Geld gebiert Geld. Der größte Gewinn wird heute nicht durch Produktion erwirtschaftet, sondern durch Kapital selbst. Geld wird angelegt und verzinst und wird als Aktien an den Börsen durch die Welt geschoben. Weiterlesen

Liebe Teilen

Julia sucht Romeo, Tristan verliebt sich in Isolde. Liebende überwinden Grenzen. Sie nehmen Übermenschliches in Kauf, entfalten Kräfte, trotzen Bedrohung und Gefahren. Ihr Herz klopft und springt und zieht sie über sich selbst hinaus. Was sie fühlen, wirbelt sie durcheinander, euphorisiert sie, wirft sie um. Sie spüren, daß das nicht alltäglich ist und daß es in ihnen etwas auslöst, was kostbar, ja göttlich ist. So drückt es auch die Bibel aus. Gott ist Liebe und alle, die in der Liebe bleiben, bleiben in Gott und Gott bleibt in ihnen. Weiterlesen

Die Teenager predigen

Dazu bist du noch zu klein? Kinder drücken die Bänke im Hörsaal. Die Kinderuni Halle lud 7- bis 11jährige im Juni zu Vorlesungen wie „Haben Joghurtbecher ein Gedächtnis“ oder „Leben retten ist einfach“ ein. Die Profs erklären ihre Wissensgebiete auf anschauliche Weise, die Kinder hören und schauen zu. So sind die Rollen verteilt. Daß umgekehrt ein 12-jähriger unter lauter Gelehrten sitzt und alle mit seiner Einsicht und seinen Antworten erstaunt, das ist eher selten. Weiterlesen

Gott Weingärtnerin

Die Sonne steht schon ziemlich hoch. Die Bäuerin richtet sich auf, wischt sich den Schweiß von der Stirn und streckt den Rücken aus. Die Arbeit im Weinberg ist anstrengend. Und Arbeit gibt es das ganze Jahr über genügend. Zweige hochbiegen, damit die Sonne an alle Triebe kommt. Hacken. Düngen. Die Reben festbinden und Blätter entfernen, so daß die Luft in den Reihen zirkulieren kann. Verfaulte Beeren ausschneiden. Und immer wieder hacken und düngen. Nur im Herbst, bei der Ernte, helfen Saisonkräfte, tageweise. Manchmal kommen sogar noch am Nachmittag, kurz vor Feierabend, zusätzliche Leute zum Lesen. Sonst würden sie es gar nicht schaffen. Sie sind ja nur eine Handvoll Sklavinnen und Sklaven. Aber sie macht es schon seit vielen Jahren. Weiterlesen

Mai: Hinaus ins Freie!

Hinaus ins Freie! Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus… Die Lebenskräfte regen sich, die Sonne lockt, die Reisesaison beginnt. Mit unserem Personalausweis kommen wir inzwischen ziemlich weit: Am1. Mai 2004 ist die Europäische Union um 10 Mitglieder größer geworden. Ohne Zollkontrolle geht’s durch bis Tschechien, Slowakei und Ungarn. Im Jahr zuvor hatten uns diese drei Grenzen noch viel Zeit gekostet, als wir das Socken-Projekt in Rumänien besucht haben. Irgendwann werden dann überhaupt keine Grenzhäuschen mehr stehen. Europa wächst zusammen (hoffentlich auch im Sozialen und im Hinblick auf die Menschenrechte), die EU erweitert unseren Radius.
Über den Horizont hinauszublicken, dazu ruft uns unser Glaube auf. Weiterlesen

Thomas nimmt nicht alles hin

Da ist einer, der eine Geschichte mit Jesus hat. Thomas. Sein Vater hieß Alphäus. Er wird in allen Apostellisten erwähnt. Er ist mit Jesus durch’s Land gezogen. Er hat gehört, wie Jesus gepredigt hat. Er hat gesehen, wie Jesus Menschen froh und heil gemacht hat. Er war dabei, als Jesus den Lazarus auferweckt hat. Er hat sich mit Jesus auseinandergesetzt, hat gefragt, hat auf seine Fragen Antwort bekommen. Weiterlesen

Brotwerdung Gottes

Ich bin das Brot, das vom Himmel herabsteigt. Das Brot steigt vom Himmel herab. Kann Brot herabsteigen? Was für eine urtümliche Vorstellung! Stammt sie aus Zeiten, in denen Bäume und Tiere sprechen konnten, die Quellen Zauberworte murmeln und eine Blume eine Tür zu öffnen vermag?  Die Erde tut ihren Mund auf, das Blut des erschlagenen Bruders ruft zum Himmel um Hilfe und die Wolken regnen Gerechtigkeit herab auf die Menschen.
Das Brot steigt vom Himmel herab. Das Bild von Jesus versetzt uns in andere Zeiten, in eine andere Welt.
Aber die Zeiten damals, sie waren keineswegs wundersam, sondern hart und bitter. Das Brot war kostbar für die, die nichts zu beißen hatten. Die Luft war erfüllt von Schweiß und Tränen, sie hallte wider von den rauen Befehlen der römischen Soldaten, von Peitschenknall und dem Schluchzen der Armen. Weiterlesen