Friedenslicht am Heiligabend

Gestern haben junge Leute eine Laterne auf den Marktplatz von Sangerhausen getragen. Die Flamme darin hatte schon einen weiten Weg hinter sich.  Ein Kind hat sie angezündet, in Palästina, in Betlehem, dort, wo Jesus vor 2000 Jahren geboren wurde.
Viele Menschen haben sie immer wieder von Hand zu Hand weitergetragen. Mit dem Flugzeug, im Auto, zu Fuß wurde das Licht transportiert. Über eine Entfernung von 2800 km Luftlinie wurde es vor dem Erlöschen behütet. Und leuchtet ununterbrochen auch bei uns.

Das Friedenslicht kommt aus einer unfriedlichen Stadt. Gerade Betlehem ist eine Stadt des Stacheldrahtes. Der ganze Nahostkonflikt scheint sich da zu konzentrieren. Mitten in dieser zerrissenen Stadt wurde dieses kleine, bedrohte Weihnachtslicht angezündet.

Denn Hoffnung, Solidarität und Neubeginn sind gerade da am nötigsten, wo Unfriede herrscht und Dunkelheit. Das Corona-Virus hat sich über den Globus verbreitet. Aber genauso ist auch dieses Licht über den Globus gewandert. Statt Ansteckung und Gefahr breitet diese Flamme die Freundlichkeit aus. Es bringt gute Wünsche zu den Menschen auf der ganzen Welt. Wir können das Licht teilen und Liebes weitergeben. Wir können einander schützen, helfen und heilen.

Für mich ist dieses Friedenslicht ein Zeichen. Genau so, wie vieles zerrissen scheint, kann etwas Solidarität wachsen. Zwar erst einmal klein und unscheinbar, vom Ausblasen bedroht wie eine Kerze, aber eben ein Licht. Es ist ein Zeichen für Verständigung, die aufglimmen möge zwischen Nachbarn, die sich fremd geworden sind, für das Band der Verständigung zwischen Völkern, dafür, daß Religion verbindet und nicht trennt. Und das Friedenslicht erzählt mir, wie weit eine Flamme zu leuchten vermag, wenn sie nur immer wieder weitergegeben wird.

Krippe ErzgebirgeHeute Abend ist ein bisschen Betlehem bei uns. Das Licht von der Krippe ist bei uns angekommen. Es soll warm leuchten und funkeln, in unseren Weihnachtsstuben und auf unserer Erde.

 

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