Neue Menschen bei August Hermann Francke?? Francke und Wichern

Der 29-jährige Pfarrer August Hermann Francke war erschüttert, als er von Erfurt an den Stadtrand von Halle zog. In den Kneipen betranken sich die Männer fürchterlich, verwahrloste Kinder drückten sich in den Gassen herum. Weiterlesen

Catharina und ihre Gäste

Catharina und ihre Gäste – Szenische Gottesdienste zur Eröffnung und zum Abschluss der Wanderausstellung „Frauen der Reformation in der Region“
Ähnlich wie die Friedliche Revolution von 1989 war auch die Reformation nicht nur das Werk von Martin Luther oder einiger bekannter Namen wie Justus Jonas, Johannes Bugenhagen oder Johannes Calvin. Sie wurde stattdessen von vielen Menschen aufgenommen, getragen und vorangetrieben. Die Ausstellung zeigt einige, wenige der vielen Frauen, die in der Zeit der Reformation ebenso mutig, beharrlich und durchsetzungsstark gehandelt haben wie die Männer und dazu beigetragen haben, daß die Reformation sich durchsetzen konnte. Solche Frauen haben auch hier, in und um Sangerhausen, in unserem Landkreis, gelebt und gewirkt. Sie kommen aus Liedersdorf, Allstedt oder Stolberg. Aber bis jetzt hat kaum jemand Notiz von ihnen genommen. Die Ausstellung rückt die Frauen aus dem Schatten in unser Bewußtsein und korrigiert unser Bild von Reformation als Heldengeschichte. Weiterlesen

Silvester: Dornröschen oder Die Wahrheit macht euch frei

An Dornröschen wurden die Gaben der zwölf weisen Frauen erfüllt, denn es ward so schön, sittsam, freundlich und verständig, dass es jedermann, der es ansah, lieb haben musste. … Es geschah, dass an dem Tage, wo es gerade fünfzehn Jahr alt ward, der König und die Königin nicht zu Hause waren und das Mädchen ganz allein im Schloss zurückblieb. Da ging es allerorten herum, besah Stuben und Kammern, wie es Lust hatte, und kam endlich auch an einen alten Turm. Es stieg die enge Wendeltreppe hinauf und gelangte zu einer kleinen Türe. In dem Schloss steckte ein verrosteter Schlüssel, und als es ihn umdrehte, sprang die Türe auf, und saß da in einem kleinen Stübchen eine alte Frau mit einer Spindel und spann emsig Flachs.
Die Wahrheit wird euch befreien.
In diesen Tagen ziehen wir Bilanz. In den Zeitungen wird Rückblick gehalten auf die Ereignisse und Skandale des Jahres. Alles wird noch einmal durchgekaut, und auch wir halten Rückschau auf die letzten zwölf Monate, auf die Höhepunkte und die Tiefpunkte, auf die Freuden und die Enttäuschungen. Schnell ist es vergangen, zu schnell, finden die meisten. Schon wieder Silvester, schon wieder ein Jahr vorbei, schon wieder ein Jahr älter geworden. Eine Wahrheit, die wehmütig machen kann. Die Wahrheit macht frei? Eher macht sie uns unsicher. Manchmal möchten wir’s lieber nicht zu genau wissen. Die Wahrheit befreit, sagt Jesus, aber sie kann uns auch erschlagen. Oder bedrohen. Weiterlesen

Heiligabend: Der erfundene Wirt.

Wenn Maria und Josef in Bethlehem angekommen sind, hat der Wirt im Krippenspiel seinen Auftritt. Er steckt seinen Kopf aus der Tür. Kein Platz bei uns, weist er die beiden ab, trotz flehentlicher Bitten. Erst in der letzten Herberge finden sie Aufnahme. Manchmal ist es die Wirtsfrau, die ihrem Mann gut zuredet und den beiden einen Platz im Stall zuweist. So wird Jesus geboren. Weiterlesen

Segen und Verantwortung über Generationen? Predigt über 2. Mose 32,4-10

„Gott ist barmherzig und gnädig, der Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft läßt er niemand, sondern sucht die Missetat der Eltern heim an Kindern und Enkeln bis in die dritte und vierte Generation.“ (Ex 34. 6b-7) Gnade über tausende Generationen: solche Worte tun gut und sind tröstlich. Es gibt eine Tradition des Guten, und sie ist stärker als das Kaputte und Böse. Der Segen des Guten pflanzt sich fort. Er reicht weit hinaus über unser eigenes Leben. Wir wissen ebenso, daß sich Verletzungen über Generationen weitergeben.  Weiterlesen

Gottes Bau, Haus Europa und Billigbauten für Arme. Predigt über 1 Kor 3,9-15

Niemand wollte mehr in das Haus hineingehen an jenem Dienstag. Im antiken Griechenland hätten die Schlangen, die Hunde und die Katzen wahrscheinlich schon längst das Weite gesucht, und die Leute hätten den Instinkt der Tiere als warnendes Omen gedeutet. Das antike Griechenland mit seinen heiligen Schlangen gab es schon längst nicht mehr. Doch das ungute Gefühl der Menschen war auch so stark und sie weigerten sich hineinzugehen. Es nützte ihnen nichts. Sie wurden gezwungen. Um 9 Uhr brach das Haus zusammen und begrub Tausende unter sich. Es war der 24. April 2013 in Bangladesh. 1127 Menschen starben, mehr als doppelt so viel wurden verletzt. Nicht nur das Fundament, das ganze Haus war marode. Ein Bau, errichtet aus Geiz und Geschäftemacherei. Weiterlesen

Martin und der Kindergarten

Vor lauter Aufregung wäre Martin fast ohne Mütze losgestürmt. Dabei stieben dicke Schneeflocken vor der Haustür an diesem Januarsonntag. Doch Martin hat nur einen Gedanken im Kopf: den Kindergarten. Ungeduldig zieht er seine Mutter hinter sich her. In der großen Toreinfahrt in der Riestedter Straße warten schon andere Kinder mit ihren Eltern und hüpfen von einem Fuß auf den anderen. Mit einem Schlag wird alles still. Weiterlesen

Caspar Tryller zieht nach Sangerhausen

Wir schreiben das Jahr 1571. Die Sangerhäuser gucken neugierig, als ein Pferdewagen mit Umzugskisten durch das Stadttor rumpelt. Ein winziger Junge klettert herunter und plappert stolz über die lange Fahrt. Caspar ist 2 Jahre alt; sein kleiner Bruder Heinrich nuckelt friedlich an der Brust von Mutter Catharina. Noch kennt niemand Familie Tryller aus Neustadt / Orla in Thüringen. Das soll sich schnell ändern. Das ist der neue Amtsschösser, tuscheln die Leute, er kassiert jetzt unsere Steuern. Weiterlesen