Erschossene Teenager, tote Kinder, verwaiste Eltern – der junge Mann aus Nain Lk 7,11-13

[Der Predigttext wird erst während der Predigt verlesen.]
„Chicago ist eine Stadt voller Mauern. Wenige von ihnen sind sichtbar. Einige sind fühlbar, man kann sie erahnen wie ein Hologramm im Dämmerlicht. Sie schlängeln sich durch Bezirke und zwischen Bezirken, grenzen weiße von schwarzen und Latinovierteln ab, die reichen von den armen. Die unsichtbaren Mauern sehen nur jene, die in unmittelbarer Nähe leben.“ [Rieke Havertz: Eine Knarre für 200 Dollar. taz 23.8.2013] Weiterlesen

Catharina Schillingstedt – 400. Todestag 2013 – und Caspar Tryller

11.8.2013  – 400. Todestag von Catharina Schillingstedt (Ehefrau von Caspar Tryller)

Wie haben die Menschen vor 400 Jahren gelebt? Worüber haben sie sich gefreut, was hat sie erstaunt, worüber haben sie gelacht, wovon haben sie geträumt? Von den meisten wissen wir nicht einmal die Namen, nur von wenigen ist etwas geblieben. Weiterlesen

Catharina Schillingstedt und Caspar Tryller

Spielszene mit   1 Catharina Schillingstedt   und   2 Caspar Tryller

(Caspar Tryller sitzt und schreibt:)
Was meinen Ehestand anbelangt, hat sich begeben, dass 1565, als ich auf der Leuchtenburg noch Amtsschreiber gewesen bin, auf einer Feier bei Magister Schillingstädt in Merseburg zu seiner Tochter, Jungfrau Catharinen, die ich doch zuvor mit Augen nicht gesehen, nach Anrufung Gottes eine sonderliche Zuneigung genommen.
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Christian und das Trinitatislager

Als Prinz Christian im Weißenfelser Schloss zum Herzog von Sachsen-Weißenfels ausgerufen wird, läuten im ganzen Herzogtum die Glocken: in Weißenfels und Freyburg, in Querfurt und Sangerhausen. In Sangerhausen hat es Christian schon als Prinz gut gefallen, wenn er im Neuen Schloß gegenüber vom Rathaus zu Besuch war. Dort befindet sich heute das Amtsgericht.
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Sangerhäuser Trinitatislager und Trinität heute

Trinitatis und Trinität, was ist das eigentlich? Das fragen nicht nur Leute, die wenig Verbindung zu Kirche haben. Auch Gemeindemitglieder haben damit ihre Schwierigkeiten. Weihnachten feiern wir, daß Jesus geboren wird. Am Karfreitag wurde er umgebracht. Zu Ostern feiern wir Auferstehung und Pfingsten ,daß Gottes Geistkraft zu den Menschen kam. Aber Trinitatis?
Dabei ist es gar nicht so schwierig. Trinitatis ist lateinisch und heißt Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit. Die Trinität, das ist Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, so sagen viele. Gott besteht sozusagen aus drei Personen. Dabei gab es die Trinitätslehre nicht schon immer. Sie hat sich erst ab dem 2. Jahrhundert entwickelt. Selbst Jesus hat sie nicht gekannt. Weiterlesen

Traumhaus und Diensthaus – Konfirmationspredigt

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Angehörige, liebe Gemeinde! Auf einem der letzten Konfirmandentage haben wir darüber nachgedacht, wie ein Haus aussehen könnte, in dem ihr gern wohnen würdet. Deshalb lade ich alle ein, daß sie sich jetzt einmal ein Haus vorstellen, das gut zu ihnen paßt, ein Haus, in dem sie sich wohlfühlen und in das sie gern einziehen würden. Wie sieht Ihr Traumhaus aus? Ist es ein altes Haus, mit dicken Wänden oder Fachwerk, mit Ziegelsteinen und Stuckdecken? Ist es ein ganz modernes? Weiterlesen

Kinder gehen weg – Predigt über den „verlorenen Sohn“

Manchmal geht ein Kind einfach weg. Aus Neugier. Weil da etwas ist, was es fasziniert und anzieht, etwas, von dem es merkt: dem muß ich jetzt nachgehen. Manchmal kommen Kinder auf diese Weise Geheimnissen auf die Spur, erstaunlichen oder auch schrecklichen. Meistens kommen sie mit tausend Fragen von ihren Ausflügen zurück, erfüllt oder verwirrt. Was sie erlebt haben, verändert sie ein klein wenig und läßt sie wachsen. Weiterlesen

Auferstehung beginnt im Garten – Osterpredigt

Da ist er wieder, der Garten, der verlorene.
Ein Garten ist es, in dem Maria aus Magdala den Auferstandenen trifft. Auf jungem Grün, zwischen Blumen und Bäumen erscheint Jesus. Bist du der Gärtner? Maria und Jesus wandeln im Garten, so wie Gott und die Menschen im ersten Paradies umhergingen. Weiterlesen

Menschen sind wie Brot

Menschen sind wie Brot. Meine Schwiegermutter zum Beispiel. Bei ihr gab es immer zu essen.
Wenn wir mit Sack und Pack vom Bahnhof hereinstolperten, brutzelte und köchelte schon allerlei Liebliches in den Töpfen. Wir durften zugreifen und der Tisch war reich gedeckt. Nicht nur das Kind, das Enkelkind wurde verwöhnt und umsorgt, sondern auch die geplagte Mutter; sie konnte sich ausruhen und pflegen. Überhaupt ging es bei ihr anders zu. Locker. Weiterlesen