Das andere Betlehem – Veränderung beginnt an der Peripherie

Es war viel los an diesem ersten Heiligabend in Bethlehem. Die Beamten schwitzen über Steuerlisten und Statistiken. Überall mussten die Abrechnungen noch fertig werden. Viele hatten Freunde und Verwandte zu Besuch, und die Gäste wollten alle versorgt sein. Die Kinder freuten sich über die Abwechslung und die Alten über Gesichter, die sie seit Ewigkeiten nicht gesehen hatten. Die Frauen backten Brot, die Kinder wurden ausgeschickt, Feuerholz zu suchen. Ein kleiner Junge hatte sich das Knie aufgeschürft und weinte. Weiterlesen

Zeitarbeiter und Grundeinkommen: die Arbeiter im Weinberg heute (Matthäus 20)

Sonniger Oktober in Malta, auf unserer Gemeindefahrt. Haben Sie eben die Leute am Straßenrand bemerkt, fragte unser Reiseleiter? Aus dem Busfenster sah ich sie gerade noch, auch einige Afrikaner dabei, die neben einer Haltestelle herumstanden, bei der nächsten Kreuzung noch ein paar, einzeln oder in kleinen Grüppchen. Es sind Tagelöhner, erklärte der Reiseleiter. Sie warten auf Arbeit. Sie hoffen, dass jemand vorbeikommt und sie braucht. Ob sie heute noch eine Chance haben? Immerhin war schon später Vormittag, nach biblischer Zeitrechnung 5. oder 6. Stunde. Weiterlesen

Rote Ostereier und Schuldenerlaß

Für diese Predigt habe ich den Gottesdienst „Ostereier für Schuldenerlaß“ von Kerstin Sommer und Dieter Heidtmann zur Grundlage genommen und umgearbeitet. In: Ostern. Gottesdienstpraxis Serie B. Gütersloh 2001, S. 77 – 86

Wir haben die Sträuße in der Kirche mit Eiern geschmückt, einige haben sie von zu Hause mitgebracht. Ei und Ostern, das gehört zusammen, es ist ein Symbol für die Auferstehung. Weiterlesen

Das Licht der Reichen – die im Dunkeln sieht man nicht.

Packen Sie unbedingt eine Taschenlampe ein, heißt es, wenn man nach Sri Lanka fährt, jener Insel südlich von Indien, die früher Ceylon hieß und wo heute noch unser Tee herkommt. Abends zwischen 8 und 10 ist hier meistens Stromsperre. Schon beim ersten Abendbrot im Hotel wurde es zappenduster. Die Cleveren hatten natürlich ihre Taschenlampe parat. Aber auch die Kellner waren auf den abendlichen Stromausfall eingestellt. Wenige Augenblicke später standen Petroleumlampen und Kerzen auf den Tischen, es wurde richtig stimmungsvoll und festlich. Aber schon 5 Minuten später flackerte das Licht. Die Lampen gingen wieder an. Der Zauber war zu Ende, der Strom wieder da. Weiterlesen

An der Tür

– Mama !!! Hat geklingelt !!!
– (Mama, genervt:) Ja. Wer iss’n da?
– Weiß nich. Sieht aus wie ein Bettler.
– Was will er?
– Weiß nich, du mußt mal zur Tür kommen.

„Offene Türen“, davon reden wir gern in der Kirche, im übertragenen Sinne und am meisten im Advent (macht hoch die Tür…) Wie schwer es fällt, die Tür wirklich zu öffnen, merke ich in solchen Situationen. Weiterlesen