Barbara – Turm und Kelch

Die Legende von Barbara ist schnell erzählt, von Dioskurus, ihrem Vater, und Diotyma, ihrer christlichen Dienerin.
[Hier könnte die Barbara-Legende erzählt werden: Es war einmal ein reicher und einflussreicher Mann, Dioskurus von Nikomedien. Der hatte eine wunderschöne Tochter namens Barbara. Barbara war das schönste Mädchen unter der Sonne, sie war ihres Vaters Freude und ganzer Stolz. Alle Bewerber, die um ihre Hand anhielten, ließ er abweisen.
Es begab sich nun, dass Dioskurus auf Reisen gehen wollte. Weiterlesen

Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt – Predigt zum Valentinstag

„Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt, denn das ist meine Welt und sonst gar nichts. Das ist, was soll ich machen, meine Natur. Ich kann halt lieben nur und sonst gar nichts.“

2010 wurde in Berlin die Starmeile eröffnet. Marlene Dietrich war die erste, die mit einem Stern verewigt wurde. Begonnen hat sie nicht als Sängerin, sondern mit der Geige. “Bach, Bach, Bach, immer wieder Bach. Acht Stunden am Tag üben. Meine Mutter und ich verloren darüber beinahe den Verstand. Ich gab als erste auf,” erinnert sich Marlene Dietrich. Doch eine Sehnenentzündung war es, die ihre Ausbildung zur Konzertgeigerin beendete. Weiterlesen

Herz-Schätze

Auf dem Nachttisch meiner Oma standen ein Wecker und eine Keksdose. Letzterer galt mein besonderes Interesse. Die Dose glänzte und beinhaltete Plätzchen mit einem roten Marmeladenpunkt in der Mitte. Zu besonderen Gelegenheiten durfte ich den Deckel aufmachen und ein Plätzchen naschen. Für die Oma dagegen war der Wecker wichtig. Nicht nur weil er schön laut klingelte. „Der ist noch aus der Heimat“, sagt sie immer.
Die Heimat gab es nicht mehr. Weiterlesen

Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden?

Was wird aus diesem Kind werden? Wir geben Kindern ja nicht nur all das Gute mit, was wir haben und sind. Sondern wir bürden den Nachfolgenden auch auf, was wir an Problemen nicht bewältigt haben, unsere Schuld, unsere Schulden, unsere Altlasten. Oder? Der Prophet Hesekiel schreibt in der alttestamentlichen Lesung, die zugleich Predigttext ist: Weiterlesen

Die suchende Frau – Predigt zur Goldenen Konfirmation über Lukas 15

Wie zeitaufwändig ist es doch, wenn man oder frau nach dem Schlüssel sucht oder das Portemonnaie nicht findet oder die Brille verlegt hat. Da guckt man hier und sieht dort nach, kramt in Tasche, wühlt in Schränken, bis sich das Verlorene wieder anfindet – welch ein Glück! Wir alle verbrauchen einen Teil unserer Zeit zum Suchen, der eine mehr, die andere weniger. Wir verbrauchen Zeit dafür. Suchen gehört zu unserem Leben dazu, es ist ein Teil unseres Lebens. Dabei ist es keineswegs etwa nur ein Zeichen von schlechter Ordnung oder von nachlassendem Gedächtnis. Weiterlesen

Begegnung – Maria und Elisabeth

Wann sehen wir uns wieder, heißt es am Ende von Familientreffen. Dann werden die Kalender hervorgeholt und der Termin dick angestrichen. Wenn sich beim nächsten Mal alle in die Arme fallen, ist die Freude groß. spannend ist es, wenn sich alte Freunde nach langen Jahren wiedertreffen oder eine Schulklasse bei der Goldenen Konfirmation. Wiedersehen macht Freude.
Aber nicht alle Leute möchten wir wiedersehen. Weiterlesen

Josef – ein neuer Vater

Krippe Erzgebirge

Wie gut, dass es Josef gab. Er hat sich um Maria gekümmert. Er hat sie nach Betlehem begleitet und ihr zur Seite gestanden. Es wäre traurig gewesen, wenn sie niemanden gehabt hätte. Oder genauer: es wäre alles viel schwieriger gewesen: die Suche nach einer Unterkunft, die Geburt und die erste Zeit danach, die Flucht nach Ägypten. Wer hätte sich mit ihr über das Baby gefreut? Wer hätte es herumgetragen, wenn es nachts weinte, und die Windeln gewechselt? Sicher, ohne Josef wäre es auch gegangen. Maria hätte das Kind auch ohne ihn zur Welt gebracht und es großgezogen, so wie viele Frauen allein zurechtkommen und den Alltag zusammen mit ihren Kindern bewältigen. Maria hätte das genauso geschafft.  Weiterlesen

Einander und Gott segnen

Die Eltern von sieben Kindern haben mir einmal erzählt, dass sie ihre Kinder manchmal gesegnet haben. Einfach so, ohne besonderen Anlass. Die Kleineren sind zu Mutter oder Vater gelaufen, die Eltern haben sie umarmt, gedrückt, die Hände auf die kleinen Köpfe gelegt und sie gesegnet. Die Kinder müssen gespürt haben, dass das besondere Momente waren, denn die Älteren sind dann manchmal auch gekommen und wollten ebenfalls gesegnet werden. Von Zeit zu Zeit kam das also vor. Es hat offensichtlich beiden Teilen gut getan, Eltern und Kindern. Weiterlesen

Maria und Josef – eine Frauen- und Männergeschichte

Wenn zwei Menschen dieselbe Begebenheit erleben, werden sie sie dennoch ganz unterschiedlich erzählen. Sie erleben sie unterschiedlich, dem einen ist dies und der anderen ist das wichtig. Selbst mit der Weihnachtsgeschichte ist das so. Lukas und Matthäus erzählen sie völlig unterschiedlich. Weiterlesen