Begegnung – Maria und Elisabeth

Wann sehen wir uns wieder, heißt es am Ende von Familientreffen. Dann werden die Kalender hervorgeholt und der Termin dick angestrichen. Wenn sich beim nächsten Mal alle in die Arme fallen, ist die Freude groß. spannend ist es, wenn sich alte Freunde nach langen Jahren wiedertreffen oder eine Schulklasse bei der Goldenen Konfirmation. Wiedersehen macht Freude.
Aber nicht alle Leute möchten wir wiedersehen. Ich jedenfalls nicht. Ich bin nicht erpicht auf Menschen, die mich verletzt haben und mit denen ich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Wenn wir jemanden nach langer Zeit wieder treffen, schwingt neben der Neugier auch leise die Frage mit: Werden wir uns verstehen?

Dass Begegnung gelingt, ist nicht selbstverständlich. Wenn zwei Leute sich nichtssagend finden, dann ist ihre Beziehung abgestorben; dann sind sie füreinander tot. Das Absterben einer Beziehung empfinden manche auch als eignes inneres Absterben und Ausdörren. Doch Menschen, die sich etwas zu sagen haben, beleben und inspirieren sich gegenseitig. Sie schöpfen daraus neue Kraft und strahlen mehr aus.

Begegnungen, die gelingen, sind ein Geschenk. In ihnen wird Gott lebendig. Wenn wir miteinander sprechen, weinen und lachen, nimmt ein Stückchen vom Himmel Gestalt an mitten unter uns.

An dem Besuch von Maria bei Elisabeth wird das besonders deutlich (Lukas 1). Beide sind schwanger. Ihre Begegnung ist so intensiv, dass sich sogar das Baby in Elisabeths Bauch bewegt. Die Frauen werden von Gottes Geistangerührt und reden prophetisch. Maria singt von Gott, der das Unterste zuoberst kehr und die Welt verändert.

Begegnungen verändern. Das haben viele gespürt, die Jesus begegnet sind, dem Kind dieser Maria. Manche sind sogar gesund geworden. Auf die Kraft von Beziehung hat Jesus bis zuletzt gesetzt. Selbst den Tod kann sie überwinden: Ihr habt nun Traurigkeit, aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freud soll niemand von euch nehmen. (Johannes 16,22) Abgestorbenes und Nichtssagendes gibt es genügend um uns herum, aber auch in uns selbst. Ich wünsche uns das Glück von Begegnungen, die in uns – wie bei Maria und Elisabeth – etwas anrühren und auslösen. Begegnungen, die nach Auferstehung riechen.

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