Der Stall von Betlehem

Der Stall von Betlehem zählte ganz gewiß nicht zu den Traumimmobilien. Er wird eher eine Bruchbude gewesen sein, eine der ungezählten Arme-Leute-Behausungen dieser Welt. Und: wer ging schon nach Betlehem?! Die Musik spielte in Jerusalem. Betlehem ist nur ein paar Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Aber es ist eine andere Welt. Heute schrecken Stacheldraht und Straßensperren ab. Touristen verirren sich immer weniger hierher, die Fenster werden zugenagelt, die Geschäfte geschlossen. Weiterlesen

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David und Batseba – Frauen als Objekte? Predigt über 2 Samuel 12

Liebe Gemeinde! Die Bibel erzählt ziemlich offen über König David und seine Beziehungen. Da war nicht nur die Verbindung mit Batseba, um die es heute im Predigttext geht. David hat nicht monogam gelebt. Das wird in der Bibel im übrigen an keiner Stelle kritisiert. Auch die Bibel akzeptiert, dass ein Mann mehrere Frauen haben konnte. Wir wissen von Michal, der Tochter seines Vorgängerkönigs Saul, von Abigail, Ahinoam, Maacha, Haggit, Abital, Egla und eben Batseba (2 Sam 3,2-5); außerdem hatte er noch Nebenfrauen. Und dann war da noch Jonatan, Sauls Sohn. Die beiden schließen einen Freundschaftsbund und bekräftigen ihn; Jonathan rettet seinem Freund mehrmals das Leben. Weiterlesen

Was uns umgibt

Haben Sie heute schon Ihre Umgebung wahrgenommen?
Was sehen, hören, riechen, fühlen Sie? Was befindet sich um Sie herum in Ihrer Nähe? Und haben Sie etwas Schönes entdeckt?
Womit wir uns umgeben, das gehört zu uns. Es ist so individuell wie wir selbst. Unser Platz, unsere Wohnung, unser Haus erzählt etwas von uns. Weiterlesen

Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden?

Was wird aus diesem Kind werden? Wir geben Kindern ja nicht nur all das Gute mit, was wir haben und sind. Sondern wir bürden den Nachfolgenden auch auf, was wir an Problemen nicht bewältigt haben, unsere Schuld, unsere Schulden, unsere Altlasten. Oder? Der Prophet Hesekiel schreibt in der alttestamentlichen Lesung, die zugleich Predigttext ist: Weiterlesen

Die suchende Frau – Predigt zur Goldenen Konfirmation über Lukas 15

Wie zeitaufwändig ist es doch, wenn man oder frau nach dem Schlüssel sucht oder das Portemonnaie nicht findet oder die Brille verlegt hat. Da guckt man hier und sieht dort nach, kramt in Tasche, wühlt in Schränken, bis sich das Verlorene wieder anfindet – welch ein Glück! Wir alle verbrauchen einen Teil unserer Zeit zum Suchen, der eine mehr, die andere weniger. Wir verbrauchen Zeit dafür. Suchen gehört zu unserem Leben dazu, es ist ein Teil unseres Lebens. Dabei ist es keineswegs etwa nur ein Zeichen von schlechter Ordnung oder von nachlassendem Gedächtnis. Weiterlesen

Begegnung – Maria und Elisabeth

Wann sehen wir uns wieder, heißt es am Ende von Familientreffen. Dann werden die Kalender hervorgeholt und der Termin dick angestrichen. Wenn sich beim nächsten Mal alle in die Arme fallen, ist die Freude groß. spannend ist es, wenn sich alte Freunde nach langen Jahren wiedertreffen oder eine Schulklasse bei der Goldenen Konfirmation. Wiedersehen macht Freude.
Aber nicht alle Leute möchten wir wiedersehen. Weiterlesen

Epiphanias – Tiridat

Liebe Gemeinde! Ein Stern am Polithimmel! Seit Zeiten des Kaisers Nero gab es einen neuen Stern am Polithimmel des römischen Reiches: den Armenier Trdat oder Tiridat. Mit Tiridat hatten die widerspenstigen Armenier die Oberhoheit der Römer anerkannt. Das einst glanzvolle Armenien war endgültig als Provinz in das römische Imperium eingegliedert worden, war Vasall, Rohstofflieferant und Aufmarschbasis geworden. Die Römer hatten das Ganze als effektvollen Public-Relation-Aktion für ihre Zwecke eingefädelt. Zunächst legte Tiridat seine armenische Königskrone nieder. Dann zog er im Jahr 66 mit großem Gefolge nach Rom, begleitet von Magiern, von Astrologen, mit Prunk. Er huldigte dem Kaiser Nero. Aus seiner Hand empfing er die Krone von neuem. Der Kaiser selbst krönte ihn zum Herrscher über Armenien. Weiterlesen

Ich lebe und ihr sollt auch leben (Johannes 14,19)

Welch merkwürdige letzte Worte! Auf dem Totenbett sollen Goethes letzte Worte gewesen sein: Mehr Licht. Im Volkslied heißt es: Ich wäre ja so gerne noch geblieben, aber der Wagen, der rollt.
Wie werden wir uns einmal aus diesem Leben verabschieden? Noch nicht! oder Warum?! – weil so vieles ungelebt und liegengeblieben ist und wir uns zu viel mit Nebensächlichem abgegeben haben? Wenn es doch endlich zu Ende wäre! – weil das Leben nicht mehr auszuhalten war? Oder gar nicht, weil Tod und Sterben ein zu großes Tabu sind und weder wir noch unsere Nächsten es wagen, über den Abschied zu sprechen, der unweigerlich kommt? Weiterlesen