Ostern: Gesegnete Unruhe

Es gibt Leute, die zu Ostern nicht sofort Halleluja singen. Sie befinden sich in guter Gesellschaft. Die Frauen am Ostermorgen gehören auch dazu. Sie gehen zum Grab. Sie sind erste Zeuginnen der Auferstehung. Sie verbreiten die Nachricht und werden ihre ersten Verkündigerinnen und Apostelinnen. Aber von Jesus-lebt-Rufen oder Glaubensbekenntnissen keine Spur. Stattdessen erzählt das Markus-Evangelium, das älteste der vier Evangelien, von Zittern und Entsetzen und endet mit „denn sie fürchteten sich“. Weiterlesen

Zeitarbeiter und Grundeinkommen: die Arbeiter im Weinberg heute (Matthäus 20)

Sonniger Oktober in Malta, auf unserer Gemeindefahrt. Haben Sie eben die Leute am Straßenrand bemerkt, fragte unser Reiseleiter? Aus dem Busfenster sah ich sie gerade noch, auch einige Afrikaner dabei, die neben einer Haltestelle herumstanden, bei der nächsten Kreuzung noch ein paar, einzeln oder in kleinen Grüppchen. Es sind Tagelöhner, erklärte der Reiseleiter. Sie warten auf Arbeit. Sie hoffen, dass jemand vorbeikommt und sie braucht. Ob sie heute noch eine Chance haben? Immerhin war schon später Vormittag, nach biblischer Zeitrechnung 5. oder 6. Stunde. Weiterlesen

David und Batseba – Frauen als Objekte? Predigt über 2 Samuel 12

Die Bibel erzählt ziemlich offen über König David und seine Beziehungen. Da war nicht nur die Verbindung mit Batseba, um die es heute im Predigttext geht. David hat nicht monogam gelebt. Das wird in der Bibel im übrigen an keiner Stelle kritisiert. Auch die Bibel akzeptiert, dass ein Mann mehrere Frauen haben konnte. Wir wissen von Michal, der Tochter seines Vorgängerkönigs Saul, von Abigail, Ahinoam, Maacha, Haggit, Abital, Egla und eben Batseba (2 Sam 3,2-5); außerdem hatte er noch „Nebenfrauen“. Und dann war da noch Jonatan, Sauls Sohn. Die beiden schließen einen Freundschaftsbund und bekräftigen ihn; Jonathan rettet seinem Freund mehrmals das Leben. Weiterlesen

Die suchende Frau – Predigt zur Goldenen Konfirmation über Lukas 15

Wie zeitaufwändig ist es doch, wenn man oder frau nach dem Schlüssel sucht oder das Portemonnaie nicht findet oder die Brille verlegt hat. Da guckt man hier und sieht dort nach, kramt in Tasche, wühlt in Schränken, bis sich das Verlorene wieder anfindet – welch ein Glück! Wir alle verbrauchen einen Teil unserer Zeit zum Suchen, der eine mehr, die andere weniger. Wir verbrauchen Zeit dafür. Suchen gehört zu unserem Leben dazu, es ist ein Teil unseres Lebens. Dabei ist es keineswegs etwa nur ein Zeichen von schlechter Ordnung oder von nachlassendem Gedächtnis. Weiterlesen

Begegnung – Maria und Elisabeth

Wann sehen wir uns wieder, heißt es am Ende von Familientreffen. Dann werden die Kalender hervorgeholt und der Termin dick angestrichen. Wenn sich beim nächsten Mal alle in die Arme fallen, ist die Freude groß. spannend ist es, wenn sich alte Freunde nach langen Jahren wiedertreffen oder eine Schulklasse bei der Goldenen Konfirmation. Wiedersehen macht Freude.
Aber nicht alle Leute möchten wir wiedersehen. Weiterlesen

Josef – ein neuer Vater

Krippe Erzgebirge

Wie gut, dass es Josef gab. Er hat sich um Maria gekümmert. Er hat sie nach Betlehem begleitet und ihr zur Seite gestanden. Es wäre traurig gewesen, wenn sie niemanden gehabt hätte. Oder genauer: es wäre alles viel schwieriger gewesen: die Suche nach einer Unterkunft, die Geburt und die erste Zeit danach, die Flucht nach Ägypten. Wer hätte sich mit ihr über das Baby gefreut? Wer hätte es herumgetragen, wenn es nachts weinte, und die Windeln gewechselt? Sicher, ohne Josef wäre es auch gegangen. Maria hätte das Kind auch ohne ihn zur Welt gebracht und es großgezogen, so wie viele Frauen allein zurechtkommen und den Alltag zusammen mit ihren Kindern bewältigen. Maria hätte das genauso geschafft.  Weiterlesen

Günther Dehn: „Gefallen für Volk und Vaterland“ – höchstes Zeichen christlicher Liebe?

Ein Vers aus dem Johannesevangelium hat vor  fast 100 Jahren deutschlandweit für Aufregung gesorgt, und der Ausgangspunkt war ganz in unserer Nähe, in Magdeburg. Es war die Zeit nach dem 1. Weltkrieg, in der Gefallenendenkmäler errichtet wurden. Auch in unserer Kirche hingen Tafeln mit Soldatenbildern. Erst beim Kirchenbrand 1971 sind sie verschwunden. Unseren Großeltern und Urgroßeltern wurde beigebracht, Kirche, Volk und Vaterland in einem Atemzug zu nennen. Sterben im Krieg wurde als christliche Pflicht und Ausdruck von Nächstenliebe gedeutet. Und der Bibelvers dazu lautete: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde“. (Johannes 15,13) Weiterlesen

Steinigung heute

Liebe Gemeinde, die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat auf ihrer Website den Bericht eines Schülers veröffentlicht über ein Ereignis im Iran, wahrscheinlich im Jahr 1992:
„Eines Tages musste ich mit meiner Schulklasse ins Stadion kommen. Es sollte eine Steinigung vollzogen werden, bei der wir zuschauen mussten. Wir saßen auf den Tribünen und warteten. Sandwich-Verkäufer gingen durch die Reihen und boten ihre Waren an. Dann endlich wurde ein Mädchen ins Stadion geführt. Ich erschrak, denn ich erkannte dieses siebzehnjährige Mädchen. Sie wohnte in unserer Straße, und als Kinder hatten wir miteinander gespielt. Ein Mullah las ihr das Urteil vor: „Im Namen Allahs, des Barmherzigen, wirst du zum Tode verurteilt durch Steinigung.“ Weiterlesen

Tanzen

Kantate erinnert uns daran zu singen und zu loben, Tanzgottesdienst, das mit unserem Körper zu tun. Ob Menschen singen und loben und dankbar sein können, ist nicht nur eine Frage der Mentalität oder der Lebensumstände. Schwierigkeiten und Probleme gehören zu jedem Leben dazu. Es ist auch die Frage, wie wir damit umgehen. Weiterlesen