Pfingsten heute: Fest der Verständigung und Kommunikation

Pfingsten in Jerusalem. Menschen aus vielen Völkern sind versammelt, Völkern, an denen sich viele die Zunge zerbrechen: Parther und Meder, aus Mesopotamien, Kappadozien, Phrygien und Pamphylien, aus Judäa, der Provinz Asien, Libyen und Rom. Die wenigsten sind Einheimische, die meisten stammen von anderswoher, aus anderen Kulturen, aus Asien, Afrika, Ägypten, dem Westen, also der Metropole Rom. Ein Sprachengewirr ist das, ein kulturelles Gemisch und auch eine Religionsvielfalt, jüdisch, christlich, viele, die sich keinem von beiden zuordnen. Der Wind der Verständigung erfaßt sie. Sie hören sich plötzlich in ihrer eigenen Muttersprache reden. Sie verstehen sich, sie werden eine Gemeinde, eine Gemeinschaft.
Der Geburtstag der Kirche ist ein Fest des Verstehens. Es überwindet die Grenzen von Herkunft, Sprache, Kultur und Religion. Die Kirche wird mit einem spontanen Fest von Verschwisterung geboren.
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Taufe: Der kleine Wassertropfen und andere Wassergeschichten

Platsch! Der kleine Wassertropfen ließ sich erschöpft und zufrieden in die große Welle sinken. Dort schaukelte Noahs Schiff. Kaum zu glauben, wie schwer diese Arche war. Der kleine Wassertropfen hatte sich alle Mühe gegeben, sie über die Sintflut zu retten und sie sicher und sanft ans Ufer zu tragen. Weiterlesen

Mai: Hinaus ins Freie!

Hinaus ins Freie! Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus… Die Lebenskräfte regen sich, die Sonne lockt, die Reisesaison beginnt. Mit unserem Personalausweis kommen wir inzwischen ziemlich weit: Am1. Mai 2004 ist die Europäische Union um 10 Mitglieder größer geworden. Ohne Zollkontrolle geht’s durch bis Tschechien, Slowakei und Ungarn. Im Jahr zuvor hatten uns diese drei Grenzen noch viel Zeit gekostet, als wir das Socken-Projekt in Rumänien besucht haben. Irgendwann werden dann überhaupt keine Grenzhäuschen mehr stehen. Europa wächst zusammen (hoffentlich auch im Sozialen und im Hinblick auf die Menschenrechte), die EU erweitert unseren Radius.
Über den Horizont hinauszublicken, dazu ruft uns unser Glaube auf. Weiterlesen

Haus – Gemeinde – Gemeindehaus

Das Christentum begann in den Häusern. Es kommt aus den Häusern in Jerusalem, Antiochia, Joppe. Das Haus von Maria und ihrer Sklavin Rhode, von Hananias und Saphira, von Tabita in Joppe, der Witwen in Jerusalem. Bei ihnen, in ihren Häusern sammelten sich die ersten Gemeinden und breiteten sich aus, nach Antiochia, nach Syrien, schließlich nach Europa – zu Lydia in Philippi, der ersten europäischen Christin, zu Priska und Aquila in Korinth, bis nach Rom, zur Apostelin Junia und ihrem Mann Andronikus. Die Frauen, denen der Auferstandene die Botschaft am Ostersonntag auftrug: Geht nach Galiläa, sie haben ihren Auftrag erfüllt.
Später trafen sich die Gemeinden im Umfeld von Synagogen und Katakomben. Erst viel später bauten sie Kirchen. Und Klöster. Und Paläste. Und Residenzen, wie die Neue Residenz in Halle. Weiterlesen

Silvester: Dornröschen oder Die Wahrheit macht euch frei

An Dornröschen wurden die Gaben der zwölf weisen Frauen erfüllt, denn es ward so schön, sittsam, freundlich und verständig, dass es jedermann, der es ansah, lieb haben musste. … Es geschah, dass an dem Tage, wo es gerade fünfzehn Jahr alt ward, der König und die Königin nicht zu Hause waren und das Mädchen ganz allein im Schloss zurückblieb. Da ging es allerorten herum, besah Stuben und Kammern, wie es Lust hatte, und kam endlich auch an einen alten Turm. Es stieg die enge Wendeltreppe hinauf und gelangte zu einer kleinen Türe. In dem Schloss steckte ein verrosteter Schlüssel, und als es ihn umdrehte, sprang die Türe auf, und saß da in einem kleinen Stübchen eine alte Frau mit einer Spindel und spann emsig Flachs.
Die Wahrheit wird euch befreien.
In diesen Tagen ziehen wir Bilanz. In den Zeitungen wird Rückblick gehalten auf die Ereignisse und Skandale des Jahres. Alles wird noch einmal durchgekaut, und auch wir halten Rückschau auf die letzten zwölf Monate, auf die Höhepunkte und die Tiefpunkte, auf die Freuden und die Enttäuschungen. Schnell ist es vergangen, zu schnell, finden die meisten. Schon wieder Silvester, schon wieder ein Jahr vorbei, schon wieder ein Jahr älter geworden. Eine Wahrheit, die wehmütig machen kann. Die Wahrheit macht frei? Eher macht sie uns unsicher. Manchmal möchten wir’s lieber nicht zu genau wissen. Die Wahrheit befreit, sagt Jesus, aber sie kann uns auch erschlagen. Oder bedrohen. Weiterlesen

Sangerhäuser Trinitatislager und Trinität heute

Trinitatis und Trinität, was ist das eigentlich? Das fragen nicht nur Leute, die wenig Verbindung zu Kirche haben. Auch Gemeindemitglieder haben damit ihre Schwierigkeiten. Weihnachten feiern wir, daß Jesus geboren wird. Am Karfreitag wurde er umgebracht. Zu Ostern feiern wir Auferstehung und Pfingsten ,daß Gottes Geistkraft zu den Menschen kam. Aber Trinitatis?
Dabei ist es gar nicht so schwierig. Trinitatis ist lateinisch und heißt Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit. Die Trinität, das ist Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, so sagen viele. Gott besteht sozusagen aus drei Personen. Dabei gab es die Trinitätslehre nicht schon immer. Sie hat sich erst ab dem 2. Jahrhundert entwickelt. Selbst Jesus hat sie nicht gekannt. Weiterlesen

Die wahre Geschichte vom Nikolaus

Einst herrschte in der Stadt Myra in der Türkei eine große Hungersnot. Der Regen blieb aus. Erst waren die Pfützen vertrocknet, dann magerten die Tiere ab und schließlich auch die Menschen. Jeden Tag liefen die Leute zum Meer und suchten den Horizont ab. Vielleicht kommt ein Schiff vorbei, ein Getreideschiff? Nach vielen Wochen endlich ankerte endlich einige Schiffe vor der Küste, beladen mit Säcken voller Korn. Wie ein Lauffeuer breitete sich die Kunde aus, und die ganze Stadt versammelte sich erwartungsvoll am Meer.  Doch welche Enttäuschung! Weiterlesen