Pfingsten in Jerusalem. Menschen aus vielen Völkern sind versammelt, Völkern, an denen sich viele die Zunge zerbrechen: Parther und Meder, aus Mesopotamien, Kappadozien, Phrygien und Pamphylien, aus Judäa, der Provinz Asien, Libyen und Rom. Die wenigsten sind Einheimische, die meisten stammen von anderswoher, aus anderen Kulturen, aus Asien, Afrika, Ägypten, dem Westen, also der Metropole Rom. Ein Sprachengewirr ist das, ein kulturelles Gemisch und auch eine Religionsvielfalt, jüdisch, christlich, viele, die sich keinem von beiden zuordnen. Der Wind der Verständigung erfaßt sie. Sie hören sich plötzlich in ihrer eigenen Muttersprache reden. Sie verstehen sich, sie werden eine Gemeinde, eine Gemeinschaft.
Der Geburtstag der Kirche ist ein Fest des Verstehens. Es überwindet die Grenzen von Herkunft, Sprache, Kultur und Religion. Die Kirche wird mit einem spontanen Fest von Verschwisterung geboren. Weiterlesen
Solidarität
Schöne neue Fitnesswelt
Pünktlich zum neuen Jahr stellen ALDI, Kaufland & Co Fitnessangebote in ihre Werbeprospekte. Der Kundschaft werden Hometrainer, Fitness-Bänder, Jogging-Ausrüstung, Sportschuhe, Gymnastikbälle offeriert. Der Weihnachtsspeck soll weg. Weiterlesen
Eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet
Haben Sie einen folgsamen Chef, der immer einverstanden ist mit dem, was Sie sagen? Nein? Dann scheuern Sie ihm doch mal eine! Links und rechts – lassen Sie Ihre Wut richtig raus! Sie werden merken, dass es Ihnen danach besser geht; Aggressionen müssen schließlich raus.
Auf diesen Gedanken sind Sie wahrscheinlich noch nie gekommen. Nicht weil alle Chefs so einsichtig sind, sondern weil es sich nicht gehört, dass wir Konflikte so austragen. Weiterlesen
Goldene Konfirmation: Last und Chance der Kriegskinder
Predigt zur Goldenen und Diamantenen Konfirmation über Ezechiel 18: Die Eltern haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden
Zehn Jahre Unterschied trennen Sie, aber im Grunde gehören Sie zwei Generationen an. Die einen sind die Kriegskinder, die anderen die Nachkriegskinder. Die Diamantenen Konfirmand_innen sind um 1940, 1941 geboren. Als kleine Kinder, also in den prägenden ersten Lebensjahren, kannten sie nichts anderes als den Krieg. Abends wird verdunkelt. Wenn die Sirenen heulen, geht es schnell in den Keller. Viele wuchsen ohne Väter auf. Sie stützten ihre Mütter in der Nachkriegszeit und trugen Verantwortung für die kleineren Geschwister.
Die Goldenen Konfirmand_innen gehören zur ersten Generation, die im Frieden aufgewachsen ist. Weiterlesen
Feiern als Protest
Neulich war ich im Museum. „Berühren verboten“, „Bitte nicht anfassen“ steht meistens im Museum auf Schildern. Hier aber klebten an den Kästen Zettel „Bei Stillstand Knopf drücken“. Ein Museum zum Gucken, wo es ausdrücklich erwünscht ist, etwas in Bewegung zu setzen. Weiterlesen
Gottes Bau, Haus Europa und Billigbauten für Arme. Predigt über 1 Kor 3,9-15
Niemand wollte mehr in das Haus hineingehen an jenem Dienstag. Im antiken Griechenland hätten die Schlangen, die Hunde und die Katzen wahrscheinlich schon längst das Weite gesucht, und die Leute hätten den Instinkt der Tiere als warnendes Omen gedeutet. Das antike Griechenland mit seinen heiligen Schlangen gab es schon längst nicht mehr. Doch das ungute Gefühl der Menschen war auch so stark und sie weigerten sich hineinzugehen. Es nützte ihnen nichts. Sie wurden gezwungen. Um 9 Uhr brach das Haus zusammen und begrub Tausende unter sich. Es war der 24. April 2013 in Bangladesh. 1127 Menschen starben, mehr als doppelt so viel wurden verletzt. Nicht nur das Fundament, das ganze Haus war marode. Ein Bau, errichtet aus Geiz und Geschäftemacherei. Weiterlesen
Solidarisch – von den Ver-rückten lernen. Predigt zur Eröffnung der Friedensdekade 2013
Eine Olympiade in den USA. Es war der 400-Meter-Endlauf der Männer. Acht Läufer haben sich für die Endrunde qualifiziert. Der Schiedsrichter pfeift und die acht starten vorwärts. Schon bald ist zu sehen, wer zuerst ans Ziel kommen kann und wer zum Mittelfeld gehört. Die letzten kommen mühsam voran. Die Zuschauer beobachten das Rennen gebannt und feuern alle lautstark an. Weiterlesen
Die wahre Geschichte vom Nikolaus
Einst herrschte in der Stadt Myra in der Türkei eine große Hungersnot. Der Regen blieb aus. Erst waren die Pfützen vertrocknet, dann magerten die Tiere ab und schließlich auch die Menschen. Jeden Tag liefen die Leute zum Meer und suchten den Horizont ab. Vielleicht kommt ein Schiff vorbei, ein Getreideschiff? Nach vielen Wochen endlich ankerte endlich einige Schiffe vor der Küste, beladen mit Säcken voller Korn. Wie ein Lauffeuer breitete sich die Kunde aus, und die ganze Stadt versammelte sich erwartungsvoll am Meer. Doch welche Enttäuschung! Weiterlesen
Zwei oder drei in Jesu Namen
Der Genosse drohte: „Herr Pfarrer, kümmern Sie sich in der Kirche um Ihre Religion und stellen nicht die Politik der Partei– und Staatsführung in Frage. Konzentrieren Sie sich in Ihrer Kirche auf das Beten. Für die sozialistische Gesellschaftsordnung sind wir zuständig. Dann werden wir uns besser verstehen und Sie bekommen auch Material für Ihr Kirchendach.“ Nicht nur der Pfarrer bekam das zu hören. Auch Gemeindemitgliedern wurde immer wieder vorgeworfen, sie mißbrauchten ihren Glauben, wenn sie sich einmischten. Doch Beten und im Namen Jesu zusammen sein beschränkt sich nicht auf eine Stunde am Sonntag Morgen.
Jugendliche trugen den Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ am Ärmel und lösten in der Schule Diskussionen aus. Weiterlesen