Denk mal

Was ist eigentlich mit der Gefallenen-Gedenktafel in unserer Kirche, fragten Leute mich vor einiger Zeit.
Ich druckste herum. Natürlich, die drei Soldatenbilder für die Gefallenen des 1. Weltkriegs, in den 20er Jahren gemalt. Von einem Pfeiler blickten sie auf die Gemeinde herab, Sonntag für Sonntag, bis zum Kirchenbrand 1971. Sie erinnerten an die verlorenen Väter, Brüder und Söhne und hielten zugleich die Erinnerung an Schmach und Niederlage wach. „Ich hatt’ einen Kameraden“, das klang lange in den Ohren.
Ob sie die Leute auch zum Frieden gemahnt haben? Ich fürchte, solche Tafeln hatten damals eine andere Funktion. Der nächste Krieg kam bald und mit ihm neue Kämpfer für Volk und Vaterland, neue Tote, neue Bitterkeit. Weiterlesen →

Ich bin dann mal da

Seit einer Woche läuten die Schulklingeln wieder. Die Büros füllen sich mit gebräunten Heimkehrenden. Viele haben sich im Sommer erholt und neue Kraft geschöpft. Urlaub ist eine Chance, dass wir Neues entdecken, auch in uns selbst.
Seit einigen Jahren ist Pilgern angesagt. Weiterlesen →

Distance und Nähe – der barmherzige Samariter

Wer ist mir nah? Wer ist denn mein Nächster, diese Diskussion der beiden Toragelehrten – Jesus und der Schriftgelehrte – hat etwas mit Nähe zu tun. Wer ist mir nah, das ist die Kernfrage der Geschichte. Weiterlesen →

Glocken für den Krieg

Die Kinder in der Kirchgasse stocherten auf ihren Tellern herum. Schon wieder Steckrüben, mäkelten sie. Die Mutter zuckte müde mit den Schultern und schloss das Fenster. Aber es half nichts. Die schweren, metallischen Hammerschläge drangen durch jede Wand und ließen den Kopf schier zerspringen. Das ging schon eine Weile so. Kein Wunder, dass die Kinder quengelten.
Auf dem Kirchturm der Ulrichkirche wurde die Glocke zerschlagen. Weiterlesen →

Pfarrfrauen – Szenischer Gottesdienst im Rahmen der Reformationsdekade

Wir gehen Spuren der Reformation vor Ort nach. Etwas völlig Neues hat die Reformation hervorgebracht: das evangelische Pfarrhaus und den Stand und Beruf der Pfarrfrau. Weiterlesen →

Nein sagen

„Ich hatte mich freiwillig an die Front gemeldet“, erzählte mir vor Jahren ein alter Mann. „Aber dann sollte ich bei einem Erschießungskommando mitmachen. Da habe ich nein gesagt. Mein Offizier wurde wütend und drohte mir Konsequenzen an. Doch ich blieb bei meinem Nein. Natürlich hatte ich Angst. Aber mir ist nichts passiert.“
Dieser Mann ist ausgestiegen aus seiner Mitläuferrolle. Es war also sogar unter den Nazis möglich, sich zu verweigern. Weiterlesen →

Ein Licht anzünden – Barbara und Andreas Gutkes

Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. Das Ehepaar Gutkes** hat ein freundliches Licht angezündet, und es strahlt weit über ihr Leben hinaus. Sie haben nicht nur an sich und an ihre Familie gedacht. Ihre Stiftung hat mehrere hundert Jahre junge Leute erfreut, Studierende, junge Paare, die sich geliebt haben und die mit ihrer Hilfe eine Partnerschaft beginnen und eine gemeinsame Existenz aufbauen konnten. Sie haben dazu beigetragen, da die Jungen dieser Stadt unterrichtet werden konnten von pädagogischen Mitarbeitern, die ihr Auskommen hatten. Weiterlesen →

Eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet

Haben Sie einen folgsamen Chef, der immer einverstanden ist mit dem, was Sie sagen? Nein? Dann scheuern Sie ihm doch mal eine! Links und rechts – lassen Sie Ihre Wut richtig raus! Sie werden merken, dass es Ihnen danach besser geht; Aggressionen müssen schließlich raus.
Auf diesen Gedanken sind Sie wahrscheinlich noch nie gekommen. Nicht weil alle Chefs so einsichtig sind, sondern weil es sich nicht gehört, dass wir Konflikte so austragen. Weiterlesen →