Ich denke über den Geschenkerummel anders, seit ich den alten Mann kennengelernt habe. Als ihm die Frau gestorben ist, haben die Kinder ihn zu sich genommen. Weihnachten wollten sie es ihm besonders schön machen. Selbstverständlich lagen bei der Bescherung auch für ihn ein paar Päckchen unterm Christbaum. Er warf einen Blick hinein, murmelte so etwas wie „Danke“ und legte sie zur Seite. Wie liebevoll sie eingepackt waren, hat er überhaupt nicht mitbekommen. Er selbst hat niemandem etwas geschenkt, nicht den Kindern, nicht den Enkeln. Seine Kinder löschten am Abend bedrückt die Kerzen am Baum. Ihre Zuwendung und ihre Geschenke nimmt er als selbstverständlich hin. Auf den Gedanken, dass er selbst etwas geben könnte, kommt er nicht. Das hatte er immer seiner Frau überlassen. Weiterlesen →