Jesus, Buddha und die vier edlen Wahrheiten

Es ist schon faszinierend, wie lebendig der Buddhismus in Thailand ist. Im Februar hab ich es selbst gesehen. Überall geöffnete Tempel und Menschen, die beten, meditieren und spenden: Kerzen, Räucherstäbchen, Lotosblüten, Geld, Blattgold, Nahrungsmittel… Religion ist hier farbenprächtig und sinnlich; die Klöster sind zugleich soziale Zentren. Weiterlesen

Presente! Osterpredigt

Ostermorgen in einer einfachen Kirche in Lateinamerika. Die Leute stehen dichtgedrängt. Eine Liste mit Namen wird vorgelesen, einer nach dem anderen. Manchmal schluchzt jemand auf. Es ist die bedrückende Liste mit Namen von Menschen, die getötet sind oder verschwunden: erschossen, mit Folterspuren tot aufgefunden, auf einen Lastwagen gezerrt und nie wieder aufgetaucht, festgenommen und in Gefängnissen verschwunden. Carlos, Eva, Oscar. Weiterlesen

Die Palme erzählt am Gründonnerstag

Ich bin eine Palme. Ich bin weit gereist, aus Jerusalem, genauer vor dem Stadttor von Jerusalem. Und ich habe viel erlebt.
An eins erinnere ich mich wie gestern.
Es war um diese Zeit, genau eine Woche vor Ostern, am Sonntag vor Ostern. Der Sonntag heißt heute Palmsonntag. Warum, das werdet ihr gleich hören. Das Passah-Fest stand vor der Tür. Weiterlesen

1914: Friede auf Erden

Heute vor genau 90 Jahren wurde Friede auf Erden. Genau so, wie es die Engel den Hirten auf den Feldern von Betlehem gesungen hatten: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und zwar mitten im Krieg. Im 1. Weltkrieg. Weiterlesen

Rose und Hagebutte – Andacht zum Hagebuttenfest

Die Rose steht für die Liebe, für Schönheit, für Unberührtheit und das Unberührbare. Eine Rosenknospe ist ein Symbol für das Leben, das noch am Anfang steht und unverbraucht ist, sie steht für das Leben, das sich erst entfalten will und noch alle Möglichkeiten in sich trägt. Manchmal ist sie auch auf Grabsteinen zu sehen, wie ein leiser Protest, so als würde sie einwenden: Der Tod ist bitter, aber die Liebe ist stärker als der Tod. Die Rose – ein Sinnbild für Schönheit und Liebe.

Was aber kommt danach? Nur die Werbezeitungen machen uns glauben, dass die Jugend ewig währt. Was wird mit uns, wenn die Rose verwelkt und die Jahre vergehen? Was bleibt, wenn der Duft sich verflüchtigt, wenn die Blütenblätter ausfallen und die Haare licht werden? Dann wird die Rose zur Hagebutte. Die Blüte der Jahre trägt Frucht, leuchtend rot und voller Samen. Weiterlesen

Häuser bauen

Diese Inschrift habe ich manchmal an alten Häusern gelesen. Meistens stehen die Initialen dabei und die Jahreszahl. Ich überlege dann immer, warum die Leute gerade diesen Spruch gewählt haben und welche Ängste und welche Hoffnungen sie bewegt haben mögen.Vielleicht hat ein Stadtbrand eine Spur hinterlassen oder plündernde Soldaten. Vielleicht soll das neue Haus aber auch vom Stolz darüber erzählen, dass das Geschäft gut gediehen und die Familie gewachsen ist. Weiterlesen

Leidenswerkzeuge – Todesengel – Kindersoldaten

Kindersoldaten. Todesengel. Was ist das für eine Zeit, fragen manche, in der Geschichten voller Gewalt sich abspielen, in der Realität, in Filmen nachgestellt oder auch vorgebildet. Da seht ihr’s, Religion und Gewalt gehören zusammen, sagen andere.
Die Geschichte der Kreuzigung Jesu ist bekannt. Regt sie uns noch auf? Vielleicht ist sie zu oft gemalt, zu oft besungen worden – zu schön vor allem. Leiden ist grausam. Leiden geht weiter, bis heute.
Aber auch die Geschichte von Jesus geht weiter, als Geschichte von Liebe und Hoffnung, von Hingabe und Versöhnung . Sie geht weiter und weist über den Karfreitag hinaus auf den Gott, der uns zum Leben ruft. Weiterlesen

Caspar Jacob Mogk und Maria Elisabeth Doetzschel – ein vergnügter Ehestand

Theaterszene zum 800-jährigen Stadtjubiläum 2004 für drei Personen (Caspar Jacob, Maria Elisabeth und Heinrich Mogk) und Sprecher_in

Caspar. Oh, ein Brautpaar! Schau nur, Maria Elisabeth, und wie schmuck sie aussehen!
Maria E. Sie werden sich auch so freuen wie wir damals, Caspar Jacob! Und hoffentlich bleiben sie auch so vergnügt zusammen wie wir all die Jahre!
Caspar Jacob: Wir haben ganz vergessen, uns vorzustellen. Caspar Jacob Mogk
Maria E: … und Maria Elisabeth Doetzschel – Mogk.
Caspar Jacob: Ihr erinnert uns an unsere eigene Hochzeit! Wir haben nämlich auch hier in der Jacobikirche geheiratet. Ich weiß noch genau, wie es damals war, am 15. Juli 1695, und wie wir damals am Altar gestanden haben.
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Engel

Da war diese seltsame Geschichte in der Adventszeit. Ich muß drei oder vier gewesen sein. Der Weihnachtsbaum auf dem Markt, riesig und leuchtend, hatte es mir angetan, und ich wollte ihn gern einmal in aller Ruhe betrachten. In der Dunkelheit eines Nachmittags machte ich mich schließlich auf den Weg in die Stadt. Allein. Wie ich über die große Straße kam, um den Baum mit großen Augen zu bestaunen, weiß ich nicht. Jedenfalls fand ich mich schließlich an einer großen Hand vor, die mich wieder nach Hause brachte. Weiterlesen