Katharina Zell – Straßburger Pfarrfrau und Predigerin der Reformation

Die traut sich was, steckten die Bürgersfrauen am Portal des Straßburger Münsters die Köpfe zusammen, so jung und schreibt dem Bischof kritische Briefe! Die, das war Katharina, die Tochter von Schreinermeister Schütz. Ohne Frage, Kathrina war schon als Kind ungewöhnlich aufgeweckt und wissbegierig. Ihre Eltern förderten sie, finanzierten sogar Griechischunterricht. Weiterlesen

Unser Körper – ein Tempel

Früher wurde den kleinen Jungs und Mädchen die Hände über der Bettdecke festgebunden, damit sie nicht onanierten. Es wurde ihnen verboten. Sie würden blödsinnig werden. Gott würde auch im Dunkel alles sehen, was sie machen. Alles, was „unten“ war, war schmutzig. Es gab keine Worte dafür.
Seit Siegmund Freud wissen wir, dass Sexualität zum Leben dazugehört. Sie ist eine der großen Triebkräfte. Sie wegzudrängen und nicht darüber zu reden, kann Menschen krank machen. Weiterlesen

Ungehorsam. Predigt zur Ausstellung „Jugendopposition in der DDR“

Liebe Gemeinde, Ungehorsam hat einen schlechten Ruf. Kinder, die in der Schule zu viel hinterfragen, gelten schnell als aufsässig oder schwierig. Eltern, die nicht durchgreifen, sondern mit den Sprößlingen lange diskutieren, ob es zu Oma geht oder wie sie sich zu benehmen haben, riskieren herablassende oder mitleidige Blicke. Natürlich wollen wir mit der Rohrstock-Pädagogik vergangener Generationen nichts zu tun haben. Aber gehorchen sollen Kinder trotzdem können. Weiterlesen

Israelsonntag: Die Brille von der Schuld der Juden am Tod Jesu

Juden sind Kinder des Teufels.
Juden gefallen Gott nicht und sind Feinde aller Menschen.
Es gibt viele Freche, unnütze Schwätzer und Verführer, besonders Juden.
Man muß ihnen das Maul stopfen, denn aus übler Gewinnsucht zerstören sie ganze Familien mit ihren falschen Lehren.
Du Jude, du belehrst andere, aber dich selbst belehrst du nicht. Du predigst: „Stehlt nicht“, aber stiehlst doch selbst. Du sagst »Brecht nicht die Ehe« und tust es selbst. Du verabscheust Götzenbilder und bereicherst dich am Handel mit ihnen. Joh 8,44; 1 Thess 2,14-16; Titus 1,10-11; Rö 2,21f Weiterlesen

Samuel Müller, Superintendent und Stadtchronist – 350. Todestag am 22.7.2012

Heute vor 350 Jahren starb der Superintendent und Chronist Samuel Müller. Sein Epiptaph ist das zweite links vom Altar. Wir erinnern in diesem Gottesdienst an ihn und werden danach aus seiner Chronik lesen.

Die Erinnerung ist ein eigen Ding. Es ist manchmal merkwürdig, was uns im Gedächtnis haften bleibt von all dem, was uns verwundert, erfreut oder verletzt hat, und es ist ebenso merkwürdig, was uns entfällt oder was sich im Rückblick verschiebt. Vieles verdrängen wir, in unserem Leben, aber auch als Volk, als christliche Kirche; manches möchten wir gern vergessen und können es nicht, können es noch viel weniger ungeschehen machen. Weiterlesen

Samuel Müller, Superintendent und Stadtchronist (Spielszene)

Spielszene: Samuel Müller (S) und seine Frau Anna-Maria Müller (A)
Lied: EG 321,1-3 Nun danket alle Gott

S (bewegt und erfreut): Bekannte Klänge ! Und bekannte Worte!  (schaut sich um, staunt) Es hat sich fast nichts verändert!!
A Jetzt übertreibst du aber! Wenigstens diese Leute sind doch völlig unbekannt!! Stelle dich doch wenigstens einmal vor!
S: Samuel Müller. 1592 geboren. Seit 1625 Superintendent von Sangerhausen, 37 Jahre lang. Am 22. Juli 1662 gestorben.
A Anna Maria Müller. Geboren um 1600. Ich habe 27 Jahre länger als du gelebt und kann dir noch einige Neuigkeiten erzählen. Ich war es auch, die deinen Grabstein gesetzt hat. Siehst du, dort drüben. Der ist neu. Den kennst du noch nicht. Weiterlesen

Mission queer – der äthiopische Finanzminister. Predigt über Apg 8,26-39

Das ist eine eigenartige Geschichte vom Finanzminister aus Äthiopien, der sich taufen lässt. die Geschichte davon, wie das Evangelium nach Afrika gelangt ist, ein anderer Kontinent, eine andere Welt, eine andere Kultur und Lebensweise.

Da ist der äthiopische Finanzminister. „Er war Nubier aus dem südlich von Ägypten gelegenen Gebiet am oberen Nil, zwischen Assuan und Khartum, dem heutigen Sudan. Das äthiopische Königreich war nämlich weder bevölkerungsmäßig noch geographisch mit dem heutigen Äthiopien (dem Gebiet im bergland östlich des oberen Nils) identisch. Es wurde stets von der Königin(mutter) regiert, die den Titel Kandake trug.“ (nach Roloff, Apg, 140) Weiterlesen

Trinität – Vielfalt bei Gott und den Menschen

Drei Ärzte – vier Meinungen. Oder zehn Theolog_innen – elf Meinungen. Anderswo ist es ähnlich. Das ist manchmal beschwerlich, wenn wir nach einer klaren Antwort suchen. Kein Wunder, daß manche sich wünschen, daß endlich mal Schluß sei mit dem Wirrwarr. Eine klare Meinung muß her, ein Führer, und es soll endlich mal gesagt werden, was richtig ist und was falsch.
Doch im Leben läuft es nicht so. Es gibt nicht nur eine Ursache und eine Wirkung, sondern oftmals ein Bündel von Ursachen und eine Fülle von Auswirkungen. Wir leben in einer vernetzten Welt und merken immer mehr, wie alles voneinander abhängt und vieles sich bedingt. Weiterlesen

Tischdienst in Korinth – Diakonie

Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche. Aber wie ging es weiter? Wir wandern zurück in das Jahr 50. Die 1. Gemeinde in Jerusalem ist gewachsen. Da sind die, die schon immer da waren, jüdische Männer und Frauen, die in Jesus den Retter erkannt haben – manche von ihnen haben Jesus noch selbst erlebt. Es gibt auch Zugezogene. Sie kommen aus jüdischen Gemeinden im ganzen römischen Reich, aus Rom, aus Korinth, aus Städten überall dort, wo es jüdische Auslandsgemeinden gibt. Dort, in nichtjüdischer Umgebung, haben sie auch anders gelebt als die Leute hier in Jerusalem. Hier sind sie zu der Gemeinde gestoßen und bilden eine eigene Gruppe mit eigener Prägung. Weil sie griechisch sprechen, werden sie Griechen genannt und die Eingesessenen, die nur Hebräisch können, Hebräer. Nach der Arbeit treffen sich abends alle in Hausgemeinden, essen gemeinsam, beten und singen. Weiterlesen