Gottesbilder heute

Wir haben etwas gemacht, was sich in der Kirche eigentlich nicht gehört: wir haben uns ein Gottesbild gemacht. Wir haben versucht, Gott zu malen.
Sich ein Bild von Gott machen, das wird in der Bibel verboten. Im Alten Testament findet es sich, es ist ursprünglich das 2. Gebot: du sollst dir kein Bildnis machen. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! (Ex 20,4-5) Weiterlesen

Ostern: Gesegnete Unruhe

Es gibt Leute, die zu Ostern nicht sofort Halleluja singen. Sie befinden sich in guter Gesellschaft. Die Frauen am Ostermorgen gehören auch dazu. Sie gehen zum Grab. Sie sind erste Zeuginnen der Auferstehung. Sie verbreiten die Nachricht und werden ihre ersten Verkündigerinnen und Apostelinnen. Aber von Jesus-lebt-Rufen oder Glaubensbekenntnissen keine Spur. Stattdessen erzählt das Markus-Evangelium, das älteste der vier Evangelien, von Zittern und Entsetzen und endet mit „denn sie fürchteten sich“. Weiterlesen

Gründonnerstag – Mahl der Träume

Das Abendmahl am Gründonnerstag ist ein Mahl der Träume. Auf unzähligen Bildern ist es gemalt, in unserem Altar dargestellt. Jesus und die Seinen essen das Passahlamm. Sie feiern den Gott, der die Menschen einst aus der Sklaverei befreite und sie auch heute noch in die Freiheit begleitet. Dieser Abend ist ein Fest. Das erste und auch das letzte. Sie sitzen zusammen, Jesus, seine Freundinnen und Freunde, enge und nahe. Sie essen Brot, sie trinken aus einem Kelch, sie hören Worte, die nie jemand zuvor gesagt und erdacht hat. Weiterlesen

Palmsonntag: Einzug und Einzüge

Die Leute wussten, warum sie im eiskalten Januar 2009 die Einsetzung von Barack Obama als Präsident der USA miterleben wollten: es war ein historisches Ereignis. Erstmals wurde ein Afroamerikaner Präsident der Weltmacht USA. Und es begann in Philadelphia. Denn Obama kam mit der Eisenbahn von Philadelphia nach Washington. Weiterlesen

Verlorene Geschwister – Predigt zu Lukas 15

Die längste Beziehung unseres Lebens ist nicht die Beziehung zu unseren Eltern, die Beziehung zum Partner oder zur Partnerin. Die können 50, 60 und mehr Jahre dauern. Doch noch länger währt die Beziehung von Geschwistern. Sie dauert, wenn wir nicht als Einzelkinder aufgewachsen sind, von der Kindheit an bis ins Alter. Weiterlesen

Zeitarbeiter und Grundeinkommen: die Arbeiter im Weinberg heute (Matthäus 20)

Sonniger Oktober in Malta, auf unserer Gemeindefahrt. Haben Sie eben die Leute am Straßenrand bemerkt, fragte unser Reiseleiter? Aus dem Busfenster sah ich sie gerade noch, auch einige Afrikaner dabei, die neben einer Haltestelle herumstanden, bei der nächsten Kreuzung noch ein paar, einzeln oder in kleinen Grüppchen. Es sind Tagelöhner, erklärte der Reiseleiter. Sie warten auf Arbeit. Sie hoffen, dass jemand vorbeikommt und sie braucht. Ob sie heute noch eine Chance haben? Immerhin war schon später Vormittag, nach biblischer Zeitrechnung 5. oder 6. Stunde. Weiterlesen

Der Stall von Betlehem

Krippe Erzgebirge

Der Stall von Betlehem zählte ganz gewiß nicht zu den Traumimmobilien. Er wird eher eine Bruchbude gewesen sein, eine der ungezählten Arme-Leute-Behausungen dieser Welt. Und: wer ging schon nach Betlehem?! Die Musik spielte in Jerusalem. Betlehem ist nur ein paar Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Aber es ist eine andere Welt. Heute schrecken Stacheldraht und Straßensperren ab. Touristen verirren sich immer weniger hierher, die Fenster werden zugenagelt, die Geschäfte geschlossen. Weiterlesen

David und Batseba – Frauen als Objekte? Predigt über 2 Samuel 12

Die Bibel erzählt ziemlich offen über König David und seine Beziehungen. Da war nicht nur die Verbindung mit Batseba, um die es heute im Predigttext geht. David hat nicht monogam gelebt. Das wird in der Bibel im übrigen an keiner Stelle kritisiert. Auch die Bibel akzeptiert, dass ein Mann mehrere Frauen haben konnte. Wir wissen von Michal, der Tochter seines Vorgängerkönigs Saul, von Abigail, Ahinoam, Maacha, Haggit, Abital, Egla und eben Batseba (2 Sam 3,2-5); außerdem hatte er noch „Nebenfrauen“. Und dann war da noch Jonatan, Sauls Sohn. Die beiden schließen einen Freundschaftsbund und bekräftigen ihn; Jonathan rettet seinem Freund mehrmals das Leben. Weiterlesen

Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden?

Was wird aus diesem Kind werden? Wir geben Kindern ja nicht nur all das Gute mit, was wir haben und sind. Sondern wir bürden den Nachfolgenden auch auf, was wir an Problemen nicht bewältigt haben, unsere Schuld, unsere Schulden, unsere Altlasten. Oder? Der Prophet Hesekiel schreibt in der alttestamentlichen Lesung, die zugleich Predigttext ist: Weiterlesen