Jutta verläßt die Familie

In der Ulrichkirche fing alles an mit Jutta von Sangerhausen. 800 Jahre ist das jetzt her. Ich stelle mir vor, wie die Kirche damals aussah. 100 Jahre stand sie ja schon. Die mächtigen Mauern überragten die Holzhütten und Lehmhäuser, aus denen Sangerhausen damals bestand. Dicke steinerne Mauern hatten Bestand für die Ewigkeit. Sie versprachen den Menschen Schutz und Stärke in Zeiten, in denen ein Funke leicht die strohernen Dächer wie Zunder entflammen und die ganze Stadt in Schutt und Asche legen konnte. Weiterlesen

MIFA – mobil ohne Auto

Vor 35 Jahren und 10 Tagen, am 30. und 31. Mai 1981, ließen ein paar hundert Leute  in 25 Städten der DDR das Auto stehen und stiegen auf den Fahrradsattel. Sie wollten darauf aufmerksam machen, daß der hohe Lebensstandard des Nordens – also auch in der DDR – globale Umweltproblemen verursacht. Die Aktion hatte sich im kirchlichen Umfeld vor allem über Mundpropaganda herumgesprochen. In Saalfeld etwa beteiligten sich 100 Leute und verbanden die Fahrt mit einer Baumpflanzaktion. Es war die Geburt der Aktion „Mobil ohne Auto“ und sie wurde zur größten Umweltaktion in der DDR. Weiterlesen

Jutta von Sangerhausen

Jutta von Sangerhausen
Spielszene für Erzählerin, 2 Erwachsene und 9 Kinder.

Vor vielen hundert Jahren lebte in Sangerhausen ein Mädchen mit dem Namen Jutta. Eines Tages saß Jutta vor der Ulrichskirche und baumelte mit den Beinen. Sie hörte, wie sich zwei Frauen unterhielten. Weiterlesen

Jutta von Sangerhausen und Mechthild von Magdeburg

Jutta von Sangerhausen

Jutta von Sangerhausen und Mechthild von Magdeburg – eine Talkshow

Pfarrerin: Wie Sie sehen, haben wir heute das Fernsehen zu Gast bei uns., ich hoffe, dass nun alles klappt mit der Technik. Ja, und nun schalten wir um von Sangerhausen …    nach Sangerhausen!

Moderatorin: Ja, guten Tag, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, liebe Studiogäste, hier bin ich wieder, und herzlich willkommen zu unserer allseits beliebten Sendung: „Das war ihr Leben.“ Diesmal aus Sangerhausen, denn wir haben heute einen Überraschungsgast bei uns im Studio, eine Sangerhäuserin, die es in ein anderes Land verschlagen hat. Noch heute, viele hundert Jahre später, verehren sie die Leute dort wie eine Heilige.
Damals hat ihre Reise viele Tage gedauert. Nun ist sie das erste Mal wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt und gleich zu uns zu Gast im Studio – und da kommt sie schon: Jutta von Sangerhausen!       Weiterlesen

Carl August Schwabe – ein Sangerhäuser auf Usedom

Carl August Schwabe – ein Sangerhäuser auf Usedom

Pfarrerin:       Da kommt ja noch jemand mit Ranzen und Matrosenanzug, wie aus einer anderen Zeit. Du bist ja reichlich spät dran. Weiterlesen

Denk mal

Was ist eigentlich mit der Gefallenen-Gedenktafel in der Jacobi-Kirche, fragten Leute mich vor einiger Zeit.
Ich druckste herum. Natürlich, die drei Soldatenbilder für die Gefallenen des 1. Weltkriegs, in den 20er Jahren gemalt. Von einem Pfeiler blickten sie auf die Gemeinde herab, Sonntag für Sonntag, bis zum Kirchenbrand 1971. Sie erinnerten an die verlorenen Väter, Brüder und Söhne und hielten zugleich die Erinnerung an Schmach und Niederlage wach. „Ich hatt’ einen Kameraden“, das klang lange in den Ohren.
Ob sie die Leute auch zum Frieden gemahnt haben? Ich fürchte, solche Tafeln hatten damals eine andere Funktion. Der nächste Krieg kam bald und mit ihm neue Kämpfer für Volk und Vaterland, neue Tote, neue Bitterkeit. Weiterlesen

Distance und Nähe – der barmherzige Samariter

Wer ist mir nah? Wer ist denn mein Nächster, diese Diskussion der beiden Toragelehrten – Jesus und der Schriftgelehrte – hat etwas mit Nähe zu tun. Wer ist mir nah, das ist die Kernfrage der Geschichte. Weiterlesen