Die Sache mit der Rippe

Ach wenn die Herren Päpste und Kirchenväter doch einmal nachgeschaut hätten, was in der Bibel wirklich steht. Von einer Rippe ist nicht die Rede, jedenfalls nicht im hebräischen Urtext. Doch die Vorstellung, daß Frauen aus der Rippe des Mannes gemacht sind, ist bequemer und hat etwas mit Macht zu tun. Sie untermauert die herr-schende Ordnung bzw. Unterordnung. Unzählige Maler haben das Bild seitdem in Szene gesetzt, und so geistert die Rippe weiter durch die Köpfe, bis ins 21. Jahrhundert und die neue Luther-Übersetzung. Weiterlesen →

Brot und Rosen

14.000 Textilarbeiter:innen in den USA* legen ihre Arbeit nieder. Sie streiken gegen Hungerlöhne und Kinderarbeit. Die Frauen singen Lieder, in den Kantinen, bei Versammlungen und Kundgebungen, bei Demonstrationen durch die Straßen der Stadt. „Wir wollen Brot, aber auch Rosen“, schreiben die Frauen auf ihre Fahnen. Weiterlesen →

Weltgebetstag Simbabwe

Liebe Kinder, liebe Erwachsene, ich finde wichtig, dass Jesus den Kranken am Teich Betesda gefragt hat: Was willst du? Willst du gesund werden? Wer krank ist, wird oft gar nicht gefragt, was er oder sie möchte. Sondern eine Behandlung wird angeordnet. Im Krankenhaus muss es oft schnell gehen, und Ärztinnen und Ärzte haben wenig Zeit. Nach der Visite sind sie manchmal so schnell aus dem Zimmer heraus, dass die Patient*innen in den Betten ihre Erklärungen gar nicht richtig verstanden haben. Und schon gar nicht konnten sie darüber nachdenken: will ich diese Behandlung oder Untersuchung überhaupt? Sicher rettet eine Spritze manchmal das Leben. Aber mir gefällt, dass Jesus den Kranken ausdrücklich fragt und einbezieht. Weiterlesen →

Gekreuzigte Frau, Jesus in Frauenkleidern – Jesus queer

Die Darstellung einer gekreuzigten Frau stammt aus der Kirche von Santiago Atitlán in Guatemala. Sie ist Teil der Dia-Serie zum Weltgebetstag aus Guatemala 1993 und wurde von Anneliese Knippenkötter aufgenommen. Im Begleitheft heißt es dazu: Hier „ … hängt eine gekreuzigte Frau. Diese Figur ist ein Beispiel dafür, wie die christliche Botschaft in Guatemala verstanden werden kann. Wir kennen die Geschichte dieses Kruzifixes nicht. Aber es ist gut vorstellbar, daß es als Symbol für die errichtet wurde, die am meisten Leid tragen. An die 50.000 Witwen gibt es in Guatemala, etwa 250.000 Kinder haben Vater oder Mutter oder gar beide verloren. Die Frauen haben sich 1988 zur nationalen Witwenvereinigung CONAVIGUA zusammengeschlossen. Sie gehen mit Bildern der verschleppten Angehörigen auf die Straße und fordern Aufklärung.“

Jesus wird als gekreuzigte Frau in Maya-Kleidung dargestellt. Jesus als Frau – das ist singulär. Weiterlesen →

Die Olivenbäume weinen

Kurz vor dem Passafest. Die Leute strömten nur so nach Jerusalem. Passawochenende in der Hauptstadt! Viele reisten auch schon ein paar Tage eher an und genossen die Hauptstadtatmosphäre und das Getümmel. Was gab es im Trubel nicht alles zu sehen! Einer ritt auf einem Esel über einen Teppich aus Mänteln. Das war ein Spaß! Sie rissen gleich ein paar Zweige von den Bäumen und schwenkten sie vor Begeisterung. Weiterlesen →

Marias Hausgemeinde hilft Ausbrecher zur Flucht

Die Macht rasselt mit dem Säbel. Das tut sie gern. Und so lange, wie sich kein Widerstand regt. Sie testet aus, wie weit sie gehen kann. Herodes Agrippa I, Enkel von König Herodes, statuiert ein Exempel. Er greift sich Jacobus heraus, unseren Kirchenpatron. Weiterlesen →

Mechthild von Magdeburg und das Älterwerden

Mechthild von Magdeburg war eine kranke Frau, als sie im Kloster Helfta aufgenommen wurde. In Magdeburg hatte sie in einer Beginengemeinschaft gelebt. Das war eine Wohn-, Arbeits- und geistliche Gemeinschaft von Frauen. Anders als im Kloster legten sie kein Gelübde ab und wählten ihre Beichtväter selbst. Weiterlesen →

Vom Himmel steigt Brot

Das Mädchen lächelte selig, als sie die Augen aufschlug. Dann kniff sie sich dreimal in den Arm, setzte sich verwundert auf und blicke fest hinüber zum Tempel. Nein, der Tempel war nicht verschwunden. Und ja, es duftete tatsächlich nach einem geöffneten Backofen. Dann hatte sie nicht nur geträumt wie so oft in den letzten Wochen. Ihre Träume drehten sich nur noch ums Essen. Einmal stand sie vor einem Backofen voller Brot. Knuspriges, duftendes, dunkles Brot.
Aufgewacht war sie natürlich mit knurrendem Magen. Und auch ihr kleiner Bruder neben ihr hatte vor Hunger immer öfter geweint. Dann erzählte sie ihm von dem Brot. Manchmal schlief er dabei ein. Weiterlesen →

Syrien-Rundschau

Rekordverschuldung: 10.000 Talente! Land bankrott. Drohen nun Praktiken wie in Alexandria?
Solche Sorgen haben Gemeindemitglieder umgetrieben, an die das Matthäusevangelium gerichtet war. Die Bibelwoche 2017 beschäftigt sich mit dem Matthäusevangelium. Die fiktive „Syrien-Rundschau“ wirft einen Blick auf die sozialgeschichtlichen Hintergründe. Weiterlesen →