Liebe Gemeinde, die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat auf ihrer Website den Bericht eines Schülers veröffentlicht über ein Ereignis im Iran, wahrscheinlich im Jahr 1992:
„Eines Tages musste ich mit meiner Schulklasse ins Stadion kommen. Es sollte eine Steinigung vollzogen werden, bei der wir zuschauen mussten. Wir saßen auf den Tribünen und warteten. Sandwich-Verkäufer gingen durch die Reihen und boten ihre Waren an. Dann endlich wurde ein Mädchen ins Stadion geführt. Ich erschrak, denn ich erkannte dieses siebzehnjährige Mädchen. Sie wohnte in unserer Straße, und als Kinder hatten wir miteinander gespielt. Ein Mullah las ihr das Urteil vor: „Im Namen Allahs, des Barmherzigen, wirst du zum Tode verurteilt durch Steinigung.“ Weiterlesen
Gottesbild
Einander und Gott segnen
Die Eltern von sieben Kindern haben mir einmal erzählt, dass sie ihre Kinder manchmal gesegnet haben. Einfach so, ohne besonderen Anlass. Die Kleineren sind zu Mutter oder Vater gelaufen, die Eltern haben sie umarmt, gedrückt, die Hände auf die kleinen Köpfe gelegt und sie gesegnet. Die Kinder müssen gespürt haben, dass das besondere Momente waren, denn die Älteren sind dann manchmal auch gekommen und wollten ebenfalls gesegnet werden. Von Zeit zu Zeit kam das also vor. Es hat offensichtlich beiden Teilen gut getan, Eltern und Kindern. Weiterlesen
Tanzen
Kantate erinnert uns daran zu singen und zu loben, Tanzgottesdienst, das mit unserem Körper zu tun. Ob Menschen singen und loben und dankbar sein können, ist nicht nur eine Frage der Mentalität oder der Lebensumstände. Schwierigkeiten und Probleme gehören zu jedem Leben dazu. Es ist auch die Frage, wie wir damit umgehen. Weiterlesen
Elisabeth: die Menschen froh machen
Die Welt verbessern kann ziemlich anstrengend sein. Auch für die „Objekte“ des Bemühens. Sie werden oft nicht einmal nach ihren Vorstellungen gefragt. So mancher Versuch wurde zur Zwangsbeglückung und hat Kleingeist und Bespitzelung kultiviert. Inquisitoren und Gotteskrieger glauben, dass sie Gottes Willen erfüllen. Ob sie die Menschen damit erfreuen, das fragen sie sich nie. Darum geht es ihnen nicht. Sie reißen lieber sich und andere in den Tod.
Elisabeth von Thüringen hat über die Jahrhunderte hinweg immer wieder Menschen inspiriert. Doch wie sie ihren Glauben verstand, ist mir manchmal auch sehr fremd. Sie missachtete ihren Körper, geißelte sich und wählte als Beichtvater Konrad von Marburg, einen fanatischen Inquisitor. Umso mehr beeindruckt mich einer der wenigen Sätze, die von ihr überliefert sind: „Seht, ich habe euch immer gesagt, ihr sollt die Menschen froh machen.“
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Michael, der Seelenwäger. Predigt am Totensonntag
Sehen Sie links oben sehen die Reste des Wandgemäldes? Es ist ein Engel im wallenden Gewand. Doch er ist anders als die Engel auf Weihnachtsbildern dargestellt, auf unserer Kanzel oder an der Orgel. Er trägt eine Waage in der Hand und ein Schwert ist zu sehen. Er ist nicht lieblich, sondern zeigt ein anderes Gesicht. Es ist Michael, der Erzengel, oder auch Michael, der Seelenwäger. Waage und Schwert sind meist das Attribut der Gerechtigkeit, die nicht nach dem Ansehen urteilt. Hier, bei Michael, erinnert es an den Tod. Weiterlesen
Brief an Matthäus über seine Gemeindeordnung
Lieber Matthäus!
Wenn du nicht gewesen wärst, hätten wir vieles über Jesus nicht erfahren. In der Weihnachtsgeschichte berichtest du uns als einziger von Josef, daß er zweimal träumte. Und dass er nicht darüber lachte, sondern geglaubt hat, dass der Engel wirklich zu ihm sprach. So ist er bei Maria geblieben und später mit ihr und dem Kind vor Herodes geflohen.. Weiterlesen
Ein Haus mit vielen Wohnungen
Liebe BewohnerInnen, liebe Mitarbeitende, liebe Angehörige und Gäste! Unweit von meinem Heimatort stand abgelegen im Wald ein einsames, altes Gehöft, umgeben von duftenden Wiesen und Obstbäumen, der Wellershof. Meine Mutter nahm mich einmal mit dorthin. Ich bestaunte die schweren, geschnitzten Möbel und die runzlige alte Frau, die Wellersbäuerin. Sie hatte seit ihrer Geburt dort gelebt wie vor ihr ihre Eltern und Voreltern. Inzwischen wird sie lange tot sein. Aber der Wellershof hat die Menschen über Generationen unter seinem Dach behütet und beschützt. Weiterlesen
Jesus, Buddha und die vier edlen Wahrheiten
Es ist schon faszinierend, wie lebendig der Buddhismus in Thailand ist. Im Februar hab ich es selbst gesehen. Überall geöffnete Tempel und Menschen, die beten, meditieren und spenden: Kerzen, Räucherstäbchen, Lotosblüten, Geld, Blattgold, Nahrungsmittel… Religion ist hier farbenprächtig und sinnlich; die Klöster sind zugleich soziale Zentren. Weiterlesen
Leidenswerkzeuge – Todesengel – Kindersoldaten
Kindersoldaten. Todesengel. Was ist das für eine Zeit, fragen manche, in der Geschichten voller Gewalt sich abspielen, in der Realität, in Filmen nachgestellt oder auch vorgebildet. Da seht ihr’s, Religion und Gewalt gehören zusammen, sagen andere.
Die Geschichte der Kreuzigung Jesu ist bekannt. Regt sie uns noch auf? Vielleicht ist sie zu oft gemalt, zu oft besungen worden – zu schön vor allem. Leiden ist grausam. Leiden geht weiter, bis heute.
Aber auch die Geschichte von Jesus geht weiter, als Geschichte von Liebe und Hoffnung, von Hingabe und Versöhnung . Sie geht weiter und weist über den Karfreitag hinaus auf den Gott, der uns zum Leben ruft. Weiterlesen