Die Teenager predigen

Dazu bist du noch zu klein? Kinder drücken die Bänke im Hörsaal. Die Kinderuni Halle lud 7- bis 11jährige im Juni zu Vorlesungen ein wie „Haben Joghurtbecher ein Gedächtnis“ oder „Leben retten ist einfach“. Die Profs erklären ihre Wissensgebiete auf anschauliche Weise, die Kinder hören und schauen zu. So sind die Rollen verteilt. Dass umgekehrt ein 12-jähriger unter lauter Gelehrten sitzt und alle mit seiner Einsicht und seinen Antworten erstaunt, das ist eher selten. Weiterlesen

Vom Warten

Amazon will künftig mit Drohnen ausliefern. Die können zwar nur im Umkreis von 12 km fliegen und nur 120 m hoch. Da sind dann Zusammenstöße in der Luft zu erwarten. Aber dafür landen Bücher und CDs innerhalb von einer halben Stunde im Vorgarten. Oder purzeln sie sogar durch den Schornstein ins Wohnzimmer? Vom Himmel hoch, da komm ich her! Das verbesserte Drohnenmodell soll in vier bis fünf Jahren bei besonders eiligen Bestellungen zum Einsatz kommen. DHL denkt darüber nach, Pakete in den Kofferraum der glücklichen Empfängerinnen und Empfänger zu legen. Mit deren Code natürlich. Schnelligkeit ist Trumpf. Wir brauchen nicht mehr warten. Weiterlesen

Nein sagen

„Ich hatte mich freiwillig an die Front gemeldet“, erzählte mir vor Jahren ein alter Mann. „Aber dann sollte ich bei einem Erschießungskommando mitmachen. Da habe ich nein gesagt. Mein Offizier wurde wütend und drohte mir Konsequenzen an. Doch ich blieb bei meinem Nein. Natürlich hatte ich Angst. Aber mir ist nichts passiert.“
Dieser Mann ist ausgestiegen aus seiner Mitläuferrolle. Es war also sogar unter den Nazis möglich, sich zu verweigern. Weiterlesen

Aufbruch der Alten: Abraham und Sara

Gehe aus deinem Haus und deiner Verwandtschaft in ein Land, das ich dir zeigen will. Jugendliche spricht diese Geschichte immer wieder an. Das Lied „Geh, Abraham geh“ ist ein alter Hit in der Jugendarbeit. Leute ziehen in die Ferne hinaus, weg von zuhause. So etwas wird ja eher Jugendlichen zugeschrieben dass sie die Welt erobern, dass sie Ideale im Kopf haben und leben, Alternative suchen. Abraham und Sara – etwas für junge Leute?
Wenig später wird erzählt, wie alt Abraham und Sara gewesen sein sollen, als diese Story begann: 75 und 65 Jahre! Stellen Sie sich das heute vor, bei Leuten aus Ihrer Umgebung, bei einem älteren Herrn über 70, bei einer Dame Mitte 60. Die werden plötzlich mobil, brechen alle Brücken hinter sich ab, fangen etwas Ungewöhnliches an. Weiterlesen

Thomas nimmt nicht alles hin

Da ist einer, der eine Geschichte mit Jesus hat. Thomas. Sein Vater hieß Alphäus. Er wird in allen Apostellisten erwähnt. Er ist mit Jesus durch’s Land gezogen. Er hat gehört, wie Jesus gepredigt hat. Er hat gesehen, wie Jesus Menschen froh und heil gemacht hat. Er war dabei, als Jesus den Lazarus auferweckt hat. Er hat sich mit Jesus auseinandergesetzt, hat gefragt, hat auf seine Fragen Antwort bekommen. Weiterlesen

Blinder Fleck

Ich sehe was, was du nicht siehst
Wir alle haben einen blinden Fleck. Mitten im Auge. Dort, wo der Sehnerv auf die Netzhaut trifft, sehen wir nichts. An allen anderen Stellen der Netzhaut nehmen wir (hoffentlich) optische Reize wahr. Aber an dieser einen Stelle sind wir buchstäblich blind. Interessanterweise ist dieser blinde Fleck die Voraussetzung, daß wir überhaupt etwas sehen. Weiterlesen

Lichtmeß: Verwandlung und Normalität

Heute haben wir den 2. Februar, Maria Lichtmeß oder Darstellung des Herrn. Mit acht Tagen, also zu Neujahr, wird Jesus beschnitten. Mit sechs Wochen, 40 Tage nach der Geburt, trägt Maria ihr Kind in den Tempel. Sie reinigt sich kultisch von der Geburt. Sie stellt ihren Erstgeborenen Gott vor und bringt das vorgeschriebene Opfer. Damit endet die Weihnachtszeit. Die Tage sind schon länger. In früheren Jahrhunderten endete das gemeinsame Spinnen in den Spinnstuben und die Frühjahrsarbeiten auf den Feldern wurden vorbereitet. Viele bäuerliche Regeln ranken sich um den 2. Februar. Weiterlesen

Menschen sind wie Brot

Menschen sind wie Brot. Meine Schwiegermutter zum Beispiel. Bei ihr gab es immer zu essen.
Wenn wir mit Sack und Pack vom Bahnhof hereinstolperten, brutzelte und köchelte schon allerlei Liebliches in den Töpfen. Wir durften zugreifen und der Tisch war reich gedeckt. Nicht nur das Kind, das Enkelkind wurde verwöhnt und umsorgt, sondern auch die geplagte Mutter; sie konnte sich ausruhen und pflegen. Überhaupt ging es bei ihr anders zu. Locker. Weiterlesen