Palmsonntag: Einzug und Einzüge

Die Leute wussten, warum sie im eiskalten Januar die Einsetzung von Obama als Präsident der USA miterleben wollten: es war ein historisches Ereignis. Erstmals wurde ein Farbiger Präsident der Weltmacht USA. Und es begann in Philadelphia. Denn Obama kam mit der Eisenbahn von Philadelphia nach Washington. Weiterlesen

Brief an Matthäus über seine Gemeindeordnung

Lieber Matthäus!

Wenn du nicht gewesen wärst, hätten wir vieles über Jesus nicht erfahren. In der Weihnachtsgeschichte berichtest du uns als einziger von Josef, daß er zweimal träumte. Und dass er nicht darüber lachte, sondern geglaubt hat, dass der Engel wirklich zu ihm sprach. So ist er bei Maria geblieben und später mit ihr und dem Kind vor Herodes geflohen..  Weiterlesen

Die Heilung des Gelähmten – eine Männergeschichte

Diese Predigt wurde 2004  in der Kategorie „Beste Predigt “ mit dem Predigtpreis ausgezeichnet.

Liebe Gemeinde,  es ist eine Männergeschichte. Jesus, der Gelähmte, die Freunde, die ihn tragen, die Schriftgelehrten – all die agierenden Personen sind Männer. Die Frauen, wenn sie denn im Haus sind wie zuvor die kranke Schwiegermutter des Petrus, bleiben im Hintergrund. Es ist eine Männergeschichte. So will ich versuchen, ob es geht, diese Geschichte als Männergeschichte zu lesen.
Und: sie ist merkwürdig stumm. Der Gelähmte sagt nichts, noch seine Freude, nichts von seiner Not, keine Klage, keine Bitte, kein Hilferuf, keine Schilderung des langen Leidens und was sie vielleicht schon alles unternommen haben. Auch die Schriftgelehrten sagen nichts, sprechen nicht aus, was sie denken. Ihr Widerstand bleibt stumm. Es wird viel geschwiegen in dieser Geschichte. Jesus ist der einzige, der redet. Weiterlesen

Vergeben dem, was war

Als ich 20 war, habe ich mich sehr darüber aufgeregt, dass das Gesangbuch voller Lieder ist, die von Leid und Tod erzählen. Die vielen Lieder aus dem 30jährigen Krieg waren mir zu pessimistisch und lebensfern. Ich kam erst ins Nachdenken, als Eltern bedauerten, dass das in der (damals) sozialistischen Schule ganz und gar fehle. Höchstens der Heldentod für den Sozialismus komme vor oder das Elend der werktätigen Massen. Aber wie sollten die Kinder darauf vorbereitet werden, mit Leid und Schicksalsschlägen umzugehen?
Inzwischen haben wir ein neues Gesangbuch, und im Religions- und Ethikunterricht werden auch Themen wie Behinderung oder Sterben bearbeitet. Die Ratgeberspalten haben sich sogar in der Kirchenzeitung einen festen Platz erobert. Im Grunde geht es dabei um ein und dasselbe Thema: wie gehen wir mit Schwierigkeiten oder Verletzungen um. Die Rechnung, dass ein rechtschaffenes oder gläubiges Leben davor feit, geht leider nicht auf. Weiterlesen

Josef und seine Brüder

Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen? So begann Thomas Mann die Geschichte von Josef und seinen Brüdern. Sie führt uns zurück in die Zeiten des Anfangs, des Wanderns, des Unterwegsseins. Sie führt uns zurück zu den Ursprüngen des jüdischen Glaubens, die auch unsere Wurzeln sind.
Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Wenn wir uns über seinen Rand beugen und unseren Blick für die Tiefe schärfen, erblicken wir auf seinem Grund gleichzeitig uns selbst. Weiterlesen

Maria von Magdala: Ostern als Begegnung

Ich tu, was ich tu; und du tust, was du tust. Du bist du, und ich bin ich. Schön, wenn wir uns finden. (angelehnt an Fritz Perls) . Diesen Spruch hatte sich meine Kommilitonin Susanne an ihre Zimmertür gehängt, wohl weil er ihre Erfahrungen mit Beziehungen ausdrückte: Wie Menschen zueinander finden, aber wie sich die Wege auch wieder trennen. Auch unsere Ostergeschichte heute können wir als Beziehungsgeschichte lesen: Weiterlesen