Sangerhäuser Trinitatislager und Trinität heute

Trinitatis und Trinität, was ist das eigentlich? Das fragen nicht nur Leute, die wenig Verbindung zu Kirche haben. Auch Gemeindemitglieder haben damit ihre Schwierigkeiten. Weihnachten feiern wir, daß Jesus geboren wird. Am Karfreitag wurde er umgebracht. Zu Ostern feiern wir Auferstehung und Pfingsten ,daß Gottes Geistkraft zu den Menschen kam. Aber Trinitatis?
Dabei ist es gar nicht so schwierig. Trinitatis ist lateinisch und heißt Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit. Die Trinität, das ist Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, so sagen viele. Gott besteht sozusagen aus drei Personen. Dabei gab es die Trinitätslehre nicht schon immer. Sie hat sich erst ab dem 2. Jahrhundert entwickelt. Selbst Jesus hat sie nicht gekannt. Weiterlesen

Silvester: Abschied als Herausforderung

Wir verabschieden uns heute vom alten Jahr. Das Jahr endet im Dunkeln und zugleich im Licht. Ist es auch sonst so mit den Abschieden im Leben? Seit uns die Nabelschnur abgeschnitten wurde, gehören sie dazu, immer wieder. Abschied vom Kindergarten, von der Schule, aus einem beruflichen Umfeld. Abschied von Menschen, die uns ans Herz gewachsen sind oder die es uns schwer gemacht haben. Abschied von einer Lebensphase, von Vertrautem, von Belastendem und Zermürbenden. Abschied von liebgewordenen Vorstellungen, von Lebenseinstellungen, vom Bild, das ich von mir selbst habe oder von anderen. Wir müssen uns immer wieder abnabeln. Abschied mit lachendem und weinendem Auge, als Schmerz und als Befreiung. Solange wir leben, verändern und wandeln wir uns, gehen auf Neues zu und begrüßen es. Solange wir leben, müssen wir uns auch verabschieden. Weiterlesen

Mission queer – der äthiopische Finanzminister. Predigt über Apg 8,26-39

Das ist eine eigenartige Geschichte vom Finanzminister aus Äthiopien, der sich taufen lässt. die Geschichte davon, wie das Evangelium nach Afrika gelangt ist, ein anderer Kontinent, eine andere Welt, eine andere Kultur und Lebensweise.

Da ist der äthiopische Finanzminister. „Er war Nubier aus dem südlich von Ägypten gelegenen Gebiet am oberen Nil, zwischen Assuan und Khartum, dem heutigen Sudan. Das äthiopische Königreich war nämlich weder bevölkerungsmäßig noch geographisch mit dem heutigen Äthiopien (dem Gebiet im bergland östlich des oberen Nils) identisch. Es wurde stets von der Königin(mutter) regiert, die den Titel Kandake trug.“ (nach Roloff, Apg, 140) Weiterlesen

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?

Dieser philosophischer Ratgeber steht seit Wochen auf den Bestsellerlisten und beschäftigt die Leute. Es ist nicht selbstverständlich, daß und wie sich unsere Identität bildet. Es ist nicht selbstverständlich, daß sich unsere Täuflinge, unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden zu jungen Leuten entwicken, die ihren eigenen Weg durchs Leben finden, sich Neugier und Freude bewahren und mit Krisen und Schwierigkeiten umgehen können. Wer bin ich? Weiterlesen

Kinder loslassen – Hanna und Samuel

Kinder loslassen: Hanna und Samuel (1. Samuel 1 – 3)

Hanna bringt ihren Sohn Samuel in den Tempel. Er wächst dort auf, bekommt Unterricht und zugleich die Grundlagen für seine spätere berufliche Existenz. Zu allen Zeiten haben Eltern ihre Kinder zu Heiligtümern und Kirchen gebracht. Mütter haben ihre Kinder dort abgelegt als Findelkinder, weil sie nicht weiterwussten. Besonders für unverheiratete Mütter war das oft der letzte Ausweg. Die ersten Babyklappen entstanden an Kirchen und Klöstern. Weiterlesen

Der verlorene Sohn – eine Initiationsgeschichte. Konfirmationspredigt

Es war einmal ein Vater, der hatte zwei Söhne. Der eine nahm seinen Abschied und zog in die weite Welt. So beginnen viele Märchen. Aber bei euch dreien ist es wirklich so. Ihr habt alle einen Bruder, Andreas einen kleinen, die anderen einen großen. Und es kommt die Zeit, dass ihr euch verabschiedet von euren Eltern und in eure eigene Welt zieht, die innere , die eurer Gedanken und Träume, aber auch die äußere, materielle, dass ihr euch für einen Beruf entscheidet, euer eigenes Geld verdient. Weiterlesen

Schwert des Glaubens? Ent-rüstet euch!

Eisenmann, stahlharter Ritter mit dem Schwert in der Hand, was treibt dich hierher?
Bis an die Zähne bewaffnet – warum verbirgst du dich hinter deinem Visier? Ich kann deine Schritte hören, dein Harnisch scheppert bei jedem Tritt.
Kommst du aus dem Mittelalter oder bist du dem letzten Science-Fiction-Film entsprungen?
Wovor fürchtest du dich so sehr, dass du dich in einem Panzer aus Eisen versteckst, säbelrasselnd, um die Angst zu übertönen – deine eigene?
Warum bist du so erstarrt in deiner Rüstung? Weiterlesen

Demut und Widerstand. Predigt zu 1. Petrus 5

Umfrage in einer Gemeinde um das Jahr 100, irgendwo in Anatolien: Was beschäftigt Sie heute am meisten?
Hermes (38, Sklave): Manchmal kann ich es dem Patron überhaupt nicht recht machen. Heute war er wieder schlecht drauf: mal hü, mal hott, auch wenn es widersinnig ist. Ich habe heute viele Schläge kassiert. Aber ich darf mich nicht beschweren.
Sophia (42, Ehefrau): Daß ich so abhängig bin, macht mich bitter. Mein Mann ist ein freier Bürger und er ist sehr stolz darauf. Hungern müssen wir auch nicht. Aber ich bin nicht frei. Er bestimmt. Auch über mich. Ich darf nichts ohne seine Erlaubnis. Weiterlesen

Das andere Betlehem – Veränderung beginnt an der Peripherie

Spinne Erzgebirge

Es war viel los an diesem ersten Heiligabend in Bethlehem. Die Beamten schwitzen über Steuerlisten und Statistiken. Überall mussten die Abrechnungen noch fertig werden. Viele hatten Freunde und Verwandte zu Besuch, und die Gäste wollten alle versorgt sein. Die Kinder freuten sich über die Abwechslung und die Alten über Gesichter, die sie seit Ewigkeiten nicht gesehen hatten. Die Frauen backten Brot, die Kinder wurden ausgeschickt, Feuerholz zu suchen. Ein kleiner Junge hatte sich das Knie aufgeschürft und weinte. Weiterlesen