Unterwegs nach Betlehem – ein Platz für behinderte Eltern

Maria und Josef sind unterwegs nach Betlehem. Manchmal legt Maria Josefs Hand auf ihren Bauch. Spürst du es? Es bewegt sich, flüstert sie ihm ins Ohr. Sie ahnt, das Baby wird bald kommen – hoffentlich nicht schon unterwegs.
Maria malt sich alles in Gedanken aus, so wie tausende anderer werdender Mütter auch die Windeln zurechtlegen und das Kinderbettchen vorbereiten. Wie wird die Geburt sein? Hoffentlich tut es nicht zu weh und es ist eine Hebamme zur Stelle, wenn es soweit ist. Ob ich es dann gleich stillen kann? Vor allem fragt sich Maria: Wo werde ich dann unterkommen? Weiterlesen

Die wahre Geschichte vom Nikolaus

Einst herrschte in der Stadt Myra in der Türkei eine große Hungersnot. Der Regen blieb aus. Erst waren die Pfützen vertrocknet, dann magerten die Tiere ab und schließlich auch die Menschen. Jeden Tag liefen die Leute zum Meer und suchten den Horizont ab. Vielleicht kommt ein Schiff vorbei, ein Getreideschiff? Nach vielen Wochen endlich ankerte endlich einige Schiffe vor der Küste, beladen mit Säcken voller Korn. Wie ein Lauffeuer breitete sich die Kunde aus, und die ganze Stadt versammelte sich erwartungsvoll am Meer.  Doch welche Enttäuschung! Weiterlesen

Geburt und Gebären

Damals
  als Gott
  im Schrei der Geburt
  die Gottesbilder zerschlug
  und
  zwischen Marias Schenkeln
  runzlig rot
  das Kind lag.“                       
  (Kurt Marti, Gedichte am Rand)
Da feiern wir also heute Geburtstag – und wissen doch herzlich wenig über die Umstände dieser Geburt. Selbst wo sie stattfand, in Bethlehem oder doch anderswo, in Nazareth oder unterwegs, ist nicht sicher. Doch bei uns ist es ähnlich. An das Ereignis selbst können wir uns nicht erinnern. Niemand kann sich an die eigene Geburt erinnern. Das ist Sache der Mütter. Und für die Mütter ist jede Geburt ein Einschnitt und so eigen und unverwechselbar wie das Kind, das da zur Welt kommt. Die Mütter tragen das Wissen um die Geburt und den Schmerz eines jeden Kindes in sich. Weiterlesen

Barbara – Turm und Kelch

Die Legende von Barbara ist schnell erzählt, von Dioskurus, ihrem Vater, und Diotyma, ihrer christlichen Dienerin.
[Hier könnte die Barbara-Legende erzählt werden: Es war einmal ein reicher und einflussreicher Mann, Dioskurus von Nikomedien. Der hatte eine wunderschöne Tochter namens Barbara. Barbara war das schönste Mädchen unter der Sonne, sie war ihres Vaters Freude und ganzer Stolz. Alle Bewerber, die um ihre Hand anhielten, ließ er abweisen.
Es begab sich nun, dass Dioskurus auf Reisen gehen wollte. Weiterlesen

Johann Hinrich Wichern und der Adventskranz 1839

Adventskranz nach Johann Hinrich Wichern

Advent – wir warten auf Weihnachten, auf Jesus, der geboren wird, auf das Licht, das von Gott in die Welt kommt. Es gibt viel Dunkelheit, auch bei uns.
Deutschland 2024: Viele Kinder wachsen behütet auf. Manche Kinder gehen nicht gern nach Hause. Ihre Eltern kümmern sich nicht um sie, es wird zuhause getrunken, es gibt häusliche Gewalt, Armut, sexuellen Missbrauch. Und leider gibt es auch Kinder, die schlagen und treten andere, stehlen und lügen. Aber es gibt auch Hilfe: das Jugendamt, Beratungsstellen wie etwa bei der ABI Sangerhausen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, sozialpädagogische Familienhilfe, Sorgentelefon, Frauen- und Kinderschutzhaus. Weiterlesen

Der Stall von Betlehem

Krippe Erzgebirge

Der Stall von Betlehem zählte ganz gewiß nicht zu den Traumimmobilien. Er wird eher eine Bruchbude gewesen sein, eine der ungezählten Arme-Leute-Behausungen dieser Welt. Und: wer ging schon nach Betlehem?! Die Musik spielte in Jerusalem. Betlehem ist nur ein paar Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Aber es ist eine andere Welt. Heute schrecken Stacheldraht und Straßensperren ab. Touristen verirren sich immer weniger hierher, die Fenster werden zugenagelt, die Geschäfte geschlossen. Weiterlesen

Begegnung – Maria und Elisabeth

Wann sehen wir uns wieder, heißt es am Ende von Familientreffen. Dann werden die Kalender hervorgeholt und der Termin dick angestrichen. Wenn sich beim nächsten Mal alle in die Arme fallen, ist die Freude groß. spannend ist es, wenn sich alte Freunde nach langen Jahren wiedertreffen oder eine Schulklasse bei der Goldenen Konfirmation. Wiedersehen macht Freude.
Aber nicht alle Leute möchten wir wiedersehen. Weiterlesen

Tiridat – ein neuer Stern am Polithimmel

Krippe Erzgebirge

Liebe Gemeinde! Ein Stern am Polithimmel! Seit Zeiten des Kaisers Nero gab es einen neuen Stern am Polithimmel des römischen Reiches: den Armenier Trdat oder Tiridat. Mit Tiridat hatten die widerspenstigen Armenier die Oberhoheit der Römer anerkannt. Das einst glanzvolle Armenien war endgültig als Provinz in das römische Imperium eingegliedert worden, war Vasall, Rohstofflieferant und Aufmarschbasis geworden. Die Römer hatten das Ganze als effektvollen Public-Relation-Aktion für ihre Zwecke eingefädelt. Zunächst legte Tiridat seine armenische Königskrone nieder. Dann zog er im Jahr 66 mit großem Gefolge nach Rom, begleitet von Magiern, von Astrologen, mit Prunk. Er huldigte dem Kaiser Nero. Aus seiner Hand empfing er die Krone von neuem. Der Kaiser selbst krönte ihn zum Herrscher über Armenien. Weiterlesen

Weihnachten: Stroh und Rosen

Ich habe heute eine Rose für die Krippe mitgebracht. Normalerweise ist ja das Stroh drin. Das ist stachelig und raschelt, es duftet nach Stall und ist Streu und Futter für die Tiere. Die Futterkrippe gehört in den Stall, zu den Tieren. Aber ein Kind? Wer würde wohl ein Kind darauf legen? Wie liegt es sich? Weiterlesen