Kirchenbücher – der Name bleibt

Joh. Metz, Kirchendiener, 11.Dec. 1601. Ich hatte seinen Sterbeeintrag gefunden! Unser Johannes Metze, der Kanzelträger in der Jacobikirche! Es hatte sich gelohnt, nach ihm zu suchen, sein Name steht in unserem Kirchenbuch. Er war vor 400 Jahren unser Küster; seine farbige Holzfigur steht mit einem riesigen Kirchenschlüssel in der Hand unter der Kanzel. Nach und nach fand ich noch mehr: dass er verwitwet war und seine Frau 5 Jahre vor ihm starb. Dass er eine Tochter Barbara hatte, die ihren Liebsten Hieronymus Kühne 1579 heiratete. Dass 1581 ein Enkelchen geboren wurde, Maria. Ich bekam sogar heraus, mit wem die jungen Leute befreundet waren, nämlich wenn sie bei anderen Familien Pate standen. Weiterlesen →

Brief an Matthäus über seine Gemeindeordnung

Lieber Matthäus!

Wenn du nicht gewesen wärst, hätten wir vieles über Jesus nicht erfahren. In der Weihnachtsgeschichte berichtest du uns als einziger von Josef, daß er zweimal träumte. Und dass er nicht darüber lachte, sondern geglaubt hat, dass der Engel wirklich zu ihm sprach. So ist er bei Maria geblieben und später mit ihr und dem Kind vor Herodes geflohen..  Weiterlesen →

Unserer Berufung folgen

Eltern sollen sich frühzeitig um die Karriere ihrer Kinder kümmern. Schon in der Grundschule, ja im Kindergarten müssen die Weichen gestellt werden, bei den Fächern, die sie belegen, bei den Arbeitsgemeinschaften. Wenn später in der Schule Praktika anstehen, sollen die Jugendlichen schon in Betracht ziehen, wie diese sich günstig in der späteren Berufsbiographie ausnehmen. Und dann heißt es: zielgerichtet Baustein zu Baustein fügen. Umwege, Zeit zum Suchen und Fragen, Verzögerungen – das alles ist verlorene Zeit. Weiterlesen →

Heilige – der Kaufmann Johann Grötzinger

Der Kaufmann Johann Grötzinger in der Grauengasse wunderte sich, als er eine Mahnung von der Kirchenkasse im Briefkasten  vorfand. Er sei, las er, mit der Kirchensteuer im Rückstand und solle sie binnen 8 Tagen überweisen, sonst würde sie durch’s Finanzamt eingezogen werden. Der Kaufmann Johann Grötzinger schüttelte den Kopf, denn er war ein korrekter und ehrlicher Mann und keineswegs ein säumiger Zahler. Seine kaufmännische Ehre bedeutete ihm viel. So setzte er sich an sein Pult, schraubte seinen Federhalter auf und schrieb. „Als Glied der Bekennenden Kirche habe ich den Betrag ordnungsgemäß an die Treuhandstelle Gerth eingezahlt.“ Unten setzte er noch seine Unterschrift und das Datum: 30.9.36. So schickte er den Vordruck an die Gemeinde zurück. Weiterlesen →

Ein Haus mit vielen Wohnungen

Liebe BewohnerInnen, liebe Mitarbeitende, liebe Angehörige und Gäste! Unweit von meinem Heimatort stand abgelegen im Wald ein einsames, altes Gehöft, umgeben von duftenden Wiesen und Obstbäumen, der Wellershof. Meine Mutter nahm mich einmal mit dorthin. Ich bestaunte die schweren, geschnitzten Möbel und die runzlige alte Frau, die Wellersbäuerin. Sie hatte seit ihrer Geburt dort gelebt wie vor ihr ihre Eltern und Voreltern. Inzwischen wird sie lange tot sein. Aber der Wellershof hat die Menschen über Generationen unter seinem Dach behütet und beschützt. Weiterlesen →

Jesus, Buddha und die vier edlen Wahrheiten

Es ist schon faszinierend, wie lebendig der Buddhismus in Thailand ist. Im Februar hab ich es selbst gesehen. Überall geöffnete Tempel und Menschen, die beten, meditieren und spenden: Kerzen, Räucherstäbchen, Lotosblüten, Geld, Blattgold, Nahrungsmittel… Religion ist hier farbenprächtig und sinnlich; die Klöster sind zugleich soziale Zentren. Weiterlesen →

Presente! Osterpredigt

Ostermorgen in einer einfachen Kirche in Lateinamerika. Die Leute stehen dichtgedrängt. Eine Liste mit Namen wird vorgelesen, einer nach dem anderen. Manchmal schluchzt jemand auf. Es ist die bedrückende Liste mit Namen von Menschen, die getötet sind oder verschwunden: erschossen, mit Folterspuren tot aufgefunden, auf einen Lastwagen gezerrt und nie wieder aufgetaucht, festgenommen und in Gefängnissen verschwunden. Carlos, Eva, Oscar. Weiterlesen →

Die Palme erzählt am Gründonnerstag

Ich bin eine Palme. Ich bin weit gereist, aus Jerusalem, genauer vor dem Stadttor von Jerusalem. Und ich habe viel erlebt.
An eins erinnere ich mich wie gestern.
Es war um diese Zeit, genau eine Woche vor Ostern, am Sonntag vor Ostern. Der Sonntag heißt heute Palmsonntag. Warum, das werdet ihr gleich hören. Das Passah-Fest stand vor der Tür. Weiterlesen →

1914: Friede auf Erden

Heute vor genau 90 Jahren wurde Friede auf Erden. Genau so, wie es die Engel den Hirten auf den Feldern von Betlehem gesungen hatten: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und zwar mitten im Krieg. Im 1. Weltkrieg. Weiterlesen →