Berge besteigen – Predigt zu Matthäus 28,18-20

8000 ist die magische Zahl des Bergsteigens. Ab hier beginnt die Todeszone. Die Zahl ist das Achttausendfache des Urmeters. Das Himalaja-Gebirge hat 14 Achttausender. Der Mount Everest ist der höchste, 8848 m. 1953 gelang die Erstbesteigung, 1978 erreichten Reinhold Messner und Peter Habeler zum ersten Mal den Gipfel des Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff. An manchen Tagen belagern 300 Zelte den Everest. Nicht nur die Menschen leiden unter diesem Andrang, auch die Natur. Der Everest verwandelte sich zunehmend zu einer Müllkippe. Verpackungen, Fäkalien und vor allem leere Sauerstoffflaschen. Weiterlesen →

Die Kirche erzählt (Spielszene zur Kirchen-Einweihung)

Fast 750 Jahre ist es her, dass die SangerhäuserInnen ihre Stadt erweiterten, den großen Marktplatz anlegten und darauf das Rathaus errichteten und die Kirche – groß genug, um die Menschen dieser Stadt zu beherbergen. In diese Kirche kamen sie, wenn sie Trost suchten oder Schutz in Kriegszeiten. Die Ratsherren und Bürgermeister zogen hier ein, wenn ihre neue Amtsperiode begann. Ihre Glocken warnten vor Feuer oder Angriff, sie mahnten allabendlich zum Frieden und läuteten den Toten heim. Was die Sangerhäuser*nnen über die Jahrhunderte erlebten an Freud und Leid – die Steine der Kirche haben es gesehen als stumme Zeugen.
Die Menschen waren dieser Kirche verbunden, sie haben sie gebaut, bewahrt und erneuert und mit Leben gefüllt. Jede Generation hat das Ihre beigetragen – bis heute, ins Jahr 2003.
Wie die Marktkirche 1271 aussah, wissen wir nicht mehr. Aber ihre Steine wurden wieder verwendet, als Meister Heinrich 1457 den Auftrag bekam, nach und nach an alter Stelle einen neuen Bau zu errichten.

Ich bin ein Pfeiler. Mit mir begann es, als die Arbeiter die Jacobikirche neu bauten, 1457. Seitdem blicke ich auf die Menschen herab. Weiterlesen →

Rote Ostereier und Schuldenerlaß

Für diese Predigt habe ich den Gottesdienst „Ostereier für Schuldenerlaß“ von Kerstin Sommer und Dieter Heidtmann zur Grundlage genommen und umgearbeitet. In: Ostern. Gottesdienstpraxis Serie B. Gütersloh 2001, S. 77 – 86
Wir haben die Sträuße in der Kirche mit Eiern geschmückt, einige haben sie von zu Hause mitgebracht. Ei und Ostern, das gehört zusammen, es ist ein Symbol für die Auferstehung. Weiterlesen →

Das Licht der Reichen – die im Dunkeln sieht man nicht.

Packen Sie unbedingt eine Taschenlampe ein, heißt es, wenn man nach Sri Lanka fährt, jener Insel südlich von Indien, die früher Ceylon hieß und wo heute noch unser Tee herkommt. Abends zwischen 8 und 10 ist hier meistens Stromsperre. Schon beim ersten Abendbrot im Hotel wurde es zappenduster. Die Cleveren hatten natürlich ihre Taschenlampe parat. Aber auch die Kellner waren auf den abendlichen Stromausfall eingestellt. Wenige Augenblicke später standen Petroleumlampen und Kerzen auf den Tischen, es wurde richtig stimmungsvoll und festlich. Aber schon 5 Minuten später flackerte das Licht. Die Lampen gingen wieder an. Der Zauber war zu Ende, der Strom wieder da. Weiterlesen →

Johann Metze – Küster und Kanzelträger

Theaterszene zu Johann Metze, Küster  (gest. 1601) und Kanzelträger
(M: Johann Metze; I: Inverviewerin)

Pfarrerin: Wie Sie sehen, haben wir heute das Fernsehen zu Gast in der Jacobikirche. Die Techniker sind noch am Aufbauen, die Mikros müssen noch freigeschaltet werden, ich hoffe, dass nun alles klappt mit der Technik.    Ja, und nun schalten wir um von Sangerhausen nach … Sangerhausen! Weiterlesen →

Samuel Müller und der 30-jährige Krieg in Sangerhausen

In unserer Kirche ist ein Ehepaar, das uns wohl mehr über den Krieg erzählen könnte als jede/r andere. Der Mann hat darüber sogar zwei dicke Bücher geschrieben. Kennen Sie die beiden? Es sind Samuel Müller, im 17. Jahrhundert Superintendent in Sangerhausen, und seine Frau Anna Maria. Beide sind in Kirche begraben An ihn erinnert das 2. Epitaph links vom Altar, an sie die Holztafel gegenüber der Kanzel. Weiterlesen →

Als Jesus einfach weg ging – Konfirmationspredigt zum 12-jährigen Jesus im Tempel

[Anmerkung: Der Predigttext wird NICHT vorgelesen!]
Liebe Gemeinde,Konfirmation ist nur einmal. In jeder Familie gibt’s Traditionen, wie solche in Tag begangen wird. Aber es ist auch immer interessant zu gucken, wie es andere machen. Es ist ja nicht von vornherein gesagt, dass alle sich wohlfühlen und dass es ein gelungener Tag wird. Auch Feiern will gelernt sein.

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Maria von Magdala: Ostern als Begegnung

Ich tu, was ich tu; und du tust, was du tust. Du bist du, und ich bin ich. Schön, wenn wir uns finden. (angelehnt an Fritz Perls) . Diesen Spruch hatte sich meine Kommilitonin Susanne an ihre Zimmertür gehängt, wohl weil er ihre Erfahrungen mit Beziehungen ausdrückte: Wie Menschen zueinander finden, aber wie sich die Wege auch wieder trennen. Auch unsere Ostergeschichte heute können wir als Beziehungsgeschichte lesen: Weiterlesen →

Mein Blut – Blut der Frauen, Blut der Geburt, Blut der Rettung

Blut ist Tod
Christi Blut für dich gegeben, sagen wir beim Abendmahl.
Es ist Blut geflossen – das ist eine Ankündigung für Schlimmes. Menschen wurden verletzt oder gar getötet. Blut vergießen, damit verbinden wir Leid, das wir uns selbst zufügen und das hätte vermieden werden können. Es ist sinnlos, und das macht uns ohnmächtig und lähmt uns. Weiterlesen →