Häuser bauen

Diese Inschrift habe ich manchmal an alten Häusern gelesen. Meistens stehen die Initialen dabei und die Jahreszahl. Ich überlege dann immer, warum die Leute gerade diesen Spruch gewählt haben und welche Ängste und welche Hoffnungen sie bewegt haben mögen.Vielleicht hat ein Stadtbrand eine Spur hinterlassen oder plündernde Soldaten. Vielleicht soll das neue Haus aber auch vom Stolz darüber erzählen, dass das Geschäft gut gediehen und die Familie gewachsen ist. Weiterlesen

Leidenswerkzeuge – Todesengel – Kindersoldaten

Kindersoldaten. Todesengel. Was ist das für eine Zeit, fragen manche, in der Geschichten voller Gewalt sich abspielen, in der Realität, in Filmen nachgestellt oder auch vorgebildet. Da seht ihr’s, Religion und Gewalt gehören zusammen, sagen andere.
Die Geschichte der Kreuzigung Jesu ist bekannt. Regt sie uns noch auf? Vielleicht ist sie zu oft gemalt, zu oft besungen worden – zu schön vor allem. Leiden ist grausam. Leiden geht weiter, bis heute.
Aber auch die Geschichte von Jesus geht weiter, als Geschichte von Liebe und Hoffnung, von Hingabe und Versöhnung . Sie geht weiter und weist über den Karfreitag hinaus auf den Gott, der uns zum Leben ruft. Weiterlesen

Caspar Jacob Mogk und Maria Elisabeth Doetzschel – ein vergnügter Ehestand

Theaterszene zum 800-jährigen Stadtjubiläum 2004 für drei Personen (Caspar Jacob, Maria Elisabeth und Heinrich Mogk) und Sprecher_in

Caspar. Oh, ein Brautpaar! Schau nur, Maria Elisabeth, und wie schmuck sie aussehen!
Maria E. Sie werden sich auch so freuen wie wir damals, Caspar Jacob! Und hoffentlich bleiben sie auch so vergnügt zusammen wie wir all die Jahre!
Caspar Jacob: Wir haben ganz vergessen, uns vorzustellen. Caspar Jacob Mogk
Maria E: … und Maria Elisabeth Doetzschel – Mogk.
Caspar Jacob: Ihr erinnert uns an unsere eigene Hochzeit! Wir haben nämlich auch hier in der Jacobikirche geheiratet. Ich weiß noch genau, wie es damals war, am 15. Juli 1695, und wie wir damals am Altar gestanden haben.
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Maria und Elisabeth – wie alles begann.

Die Weihnachtsgeschichte wird „eingeläutet“ von zwei Frauen, die ein Kind in ihrem Leib tragen: Elisabeth und Maria. So erzählt es jedenfalls das Lukasevangelium. Zwei Frauen werden schwanger und bringen einen Sohn zur Welt. Johannes und, ein halbes Jahr später, Jesus. Vorläufer, Mahner und Prophet der eine, und er weist hin auf den Retter, den anderen, den neuen Adam, den neuen Menschen. Und es beginnt, wie sollte es anders sein, mit ihren Müttern. Für beide ist es das erste Kind, und beide Male ist es eine ungewöhnliche Schwangerschaft. Weiterlesen

Die Kirche erzählt (Spielszene zur Kirchen-Einweihung)

Fast 750 Jahre ist es her, dass die SangerhäuserInnen ihre Stadt erweiterten, den großen Marktplatz anlegten und darauf das Rathaus errichteten und die Kirche – groß genug, um die Menschen dieser Stadt zu beherbergen. In diese Kirche kamen sie, wenn sie Trost suchten oder Schutz in Kriegszeiten. Die Ratsherren und Bürgermeister zogen hier ein, wenn ihre neue Amtsperiode begann. Ihre Glocken warnten vor Feuer oder Angriff, sie mahnten allabendlich zum Frieden und läuteten den Toten heim. Was die Sangerhäuser*nnen über die Jahrhunderte erlebten an Freud und Leid – die Steine der Kirche haben es gesehen als stumme Zeugen.
Die Menschen waren dieser Kirche verbunden, sie haben sie gebaut, bewahrt und erneuert und mit Leben gefüllt. Jede Generation hat das Ihre beigetragen – bis heute, ins Jahr 2003.
Wie die Marktkirche 1271 aussah, wissen wir nicht mehr. Aber ihre Steine wurden wieder verwendet, als Meister Heinrich 1457 den Auftrag bekam, nach und nach an alter Stelle einen neuen Bau zu errichten.

Ich bin ein Pfeiler. Mit mir begann es, als die Arbeiter die Jacobikirche neu bauten, 1457. Seitdem blicke ich auf die Menschen herab. Weiterlesen

Häuser. Predigt zu 2 Kor 5, 1-4

Wenn das irdische Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut…                 (2 Kor 5,1)
„Und da stand ich wieder, nach 14 Jahren, vor unserem Haus, meine Mutter oben hinter der Gardine, ich mußte lange klingeln, da stand ich wieder. 20 Jahre bist du nicht zu Hause gewesen, unterbrach mich meine Mutter, wie du aussiehst, steck dein Hemd rein, so stehst du unten vor der Haustür, wenn das einer sieht, (…) unterbrich mich nicht, 20 Jahre, das reicht nicht, wann bist du hier gewesen, ich habe nicht nach dir gerufen, was willst du hier, dein Bruder aus dem Westen ist dagewesen und will endlich einen Zaun machen. (…) Weiterlesen

Johann Metze – Küster und Kanzelträger

Theaterszene zu Johann Metze, Küster  (gest. 1601) und Kanzelträger
(M: Johann Metze; I: Inverviewerin)

Pfarrerin: Wie Sie sehen, haben wir heute das Fernsehen zu Gast in der Jacobikirche. Die Techniker sind noch am Aufbauen, die Mikros müssen noch freigeschaltet werden, ich hoffe, dass nun alles klappt mit der Technik.    Ja, und nun schalten wir um von Sangerhausen nach … Sangerhausen! Weiterlesen

Samuel Müller und der 30-jährige Krieg in Sangerhausen

In unserer Kirche ist ein Ehepaar, das uns wohl mehr über den Krieg erzählen könnte als jede/r andere. Der Mann hat darüber sogar zwei dicke Bücher geschrieben. Kennen Sie die beiden? Es sind Samuel Müller, im 17. Jahrhundert Superintendent in Sangerhausen, und seine Frau Anna Maria. Beide sind in Kirche begraben An ihn erinnert das 2. Epitaph links vom Altar, an sie die Holztafel gegenüber der Kanzel. Weiterlesen

Der Geist von St. Jacobi

Natürlich hat der Jacobi-Turm in Sangerhausen auch einen Geist. Zu jedem alten Gemäuer gehört ein Geist, und zu einem Kirchturm sowieso. Von unserem wurde in den Sagenbüchern bisher nicht berichtet, denn meistens ist er unsichtbar – so wie sich das für einen echten Geist gehört. Er treibt im Verborgenen sein Wesen. Selbst für einen Geist ist das heutzutage Schwerstarbeit, denn wir sind ja eine moderne und aufgeklärte Zeit. Wer glaubt schon noch an Geister?! Weiterlesen