Vom Himmel steigt Brot

Das Mädchen lächelte selig, als sie die Augen aufschlug. Dann kniff sie sich dreimal in den Arm, setzte sich verwundert auf und blicke fest hinüber zum Tempel. Nein, der Tempel war nicht verschwunden. Und ja, es duftete tatsächlich nach einem geöffneten Backofen. Dann hatte sie nicht nur geträumt wie so oft in den letzten Wochen. Ihre Träume drehten sich nur noch ums Essen. Einmal stand sie vor einem Backofen voller Brot. Knuspriges, duftendes, dunkles Brot.
Aufgewacht war sie natürlich mit knurrendem Magen. Und auch ihr kleiner Bruder neben ihr hatte vor Hunger immer öfter geweint. Dann erzählte sie ihm von dem Brot. Manchmal schlief er dabei ein. Weiterlesen

Führe uns nicht in Versuchung?

Und führe uns nicht in Versuchung. Papst Franziskus würde diese Bitte aus dem Vaterunser lieber anders formulieren. Die französischen Bischöfe haben sich schon länger auf eine neue Fassung geeinigt. Zum 1. Advent wurde in den katholischen Kirchen unseres Nachbarlandes das Vaterunser revidiert. Seitdem beten die Katholik*innen dort, frei übersetzt: “Lass uns nicht in Versuchung geraten”*. Die katholische Kirche in der französisschsprachigen Schweiz wird sich zu Ostern anschließen.

Führe uns nicht in Versuchung. Vielleicht haben Sie beim Vaterunser an dieser Stelle auch schon Schwierigkeiten gehabt.  Führt Gott Menschen etwa aufs Glatteis, stellt ihnen einen Hinterhalt? Weiterlesen

Verwirrter Mose, glänzender Gott, unverhüllte Gesichter

Um Glanz geht es in der Epiphaniaszeit nach Weihnachten. Der Stern leuchtet noch. Jesus tritt in Erscheinung. Der göttliche Glanz, der in Jesus liegt, wird sichtbar, blitzt zwischendurch auf. Bei der Hochzeit etwa, wo plötzlich kostbarer Wein ausgeschenkt wird und einigen Gästen aufblitzt, dass Jesus dahintersteckt und was in Jesus steckt.
Vom Glänzen erzählt auch die Geschichte von Mose aus dem Alten Testament, nachdem das Volk der Sklaverei in Ägypten entflohen war und nun ins Gelobte Land wanderte. Weiterlesen

Heiligabend: die Hebamme

Die Hebamme hat Bereitschaftsdienst. Ein Baby kann jederzeit kommen, zwei Wochen zu früh oder zehn Tage nach dem Termin. Es richtet sich nicht nach Schichtplänen oder freien Wochenenden. Ein Kind kommt genau dann, wenn seine Zeit da ist. Dann will es geboren werden, und dann muss sie da sein. Eine Hebamme ist immer im Dienst. Weiterlesen

Ein feste Burg?

Eine Feldpostkarte aus dem 1. Weltkrieg. Ein toter Soldat ist aufgebahrt. Seine Hände sind gefaltet. Drei Kameraden betrauern ihn. Im Hintergrund überbringt jemand die Todesnachricht. Darunter sind die Zeilen gedruckt: „Der alt‘ böse Feind, mit Ernst er’s jetzt meint, Groß‘ Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, Auf Erd‘ ist nicht sein’sgleichen.“ Weiterlesen

Blühende Landschaften für alle

Blühende Landschaften. Das hat nicht nur Helmut Kohl 1989 versprochen. Davon träumt die Bibel. Die Wüste soll grünen und blühen, dürres Land soll fruchtbar werden, Wasserquellen sollen sich auftun.
Im Moment erleben wir es umgekehrt: Äcker und Wiesen werden zubetoniert, um Autobahnen und Gewerbegebieten Platz zu machen. Insekten und Vögel finden keinen Lebensraum mehr. Dieselautos pusten mehr Gifte denn je in die Luft.
Die Bibel ist überzeugt, dass die Erde Gottes gute Schöpfung ist und wir Teile dieser Schöpfung. Sie fragt nicht, was machbar ist, sondern was gut tut und was gerecht ist. Weiterlesen

Abraham: Eltern opfern Kinder

Was für eine schreckliche Geschichte! Ein Vater macht sich auf den Weg, seinen Sohn umzubringen und Gott zu opfern. Er hält das für gottgefällig. In letzter Minute hält ein Engel ihn davon ab. Das Kind lebt. Aber die Familie zerbricht daran. Vater und Mutter leben fortan getrennt, vielleicht waren sie das vorher auch schon. Die Mutter stirbt kurz darauf. Was das Kind denkt und fühlt, spielt keine Rolle. Auf seine angstvolle Frage weicht der Vater aus. Weiterlesen