Ein Licht anzünden – Barbara und Andreas Gutkes

Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. Das Ehepaar Gutkes** hat ein freundliches Licht angezündet, und es strahlt weit über ihr Leben hinaus. Sie haben nicht nur an sich und an ihre Familie gedacht. Ihre Stiftung hat mehrere hundert Jahre junge Leute erfreut, Studierende, junge Paare, die sich geliebt haben und die mit ihrer Hilfe eine Partnerschaft beginnen und eine gemeinsame Existenz aufbauen konnten. Sie haben dazu beigetragen, da die Jungen dieser Stadt unterrichtet werden konnten von pädagogischen Mitarbeitern, die ihr Auskommen hatten. Weiterlesen

Haus – Gemeinde – Gemeindehaus

Das Christentum begann in den Häusern. Es kommt aus den Häusern in Jerusalem, Antiochia, Joppe. Das Haus von Maria und ihrer Sklavin Rhode, von Hananias und Saphira, von Tabita in Joppe, der Witwen in Jerusalem. Bei ihnen, in ihren Häusern sammelten sich die ersten Gemeinden und breiteten sich aus, nach Antiochia, nach Syrien, schließlich nach Europa – zu Lydia in Philippi, der ersten europäischen Christin, zu Priska und Aquila in Korinth, bis nach Rom, zur Apostelin Junia und ihrem Mann Andronikus. Die Frauen, denen der Auferstandene die Botschaft am Ostersonntag auftrug: Geht nach Galiläa, sie haben ihren Auftrag erfüllt.
Später trafen sich die Gemeinden im Umfeld von Synagogen und Katakomben. Erst viel später bauten sie Kirchen. Und Klöster. Und Paläste. Und Residenzen, wie die Neue Residenz in Halle. Weiterlesen

Catharina und ihre Gäste

Catharina und ihre Gäste – Szenische Gottesdienste zur Eröffnung und zum Abschluss der Wanderausstellung „Frauen der Reformation in der Region“
Ähnlich wie die Friedliche Revolution von 1989 war auch die Reformation nicht nur das Werk von Martin Luther oder einiger bekannter Namen wie Justus Jonas, Johannes Bugenhagen oder Johannes Calvin. Sie wurde stattdessen von vielen Menschen aufgenommen, getragen und vorangetrieben. Die Ausstellung zeigt einige, wenige der vielen Frauen, die in der Zeit der Reformation ebenso mutig, beharrlich und durchsetzungsstark gehandelt haben wie die Männer und dazu beigetragen haben, daß die Reformation sich durchsetzen konnte. Solche Frauen haben auch hier, in und um Sangerhausen, in unserem Landkreis, gelebt und gewirkt. Sie kommen aus Liedersdorf, Allstedt oder Stolberg. Aber bis jetzt hat kaum jemand Notiz von ihnen genommen. Die Ausstellung rückt die Frauen aus dem Schatten in unser Bewußtsein und korrigiert unser Bild von Reformation als Heldengeschichte. Weiterlesen

Martin und der Kindergarten

Vor lauter Aufregung wäre Martin fast ohne Mütze losgestürmt. Dabei stieben dicke Schneeflocken vor der Haustür an diesem Januarsonntag. Doch Martin hat nur einen Gedanken im Kopf: den Kindergarten. Ungeduldig zieht er seine Mutter hinter sich her. In der großen Toreinfahrt in der Riestedter Straße warten schon andere Kinder mit ihren Eltern und hüpfen von einem Fuß auf den anderen. Mit einem Schlag wird alles still. Weiterlesen

Caspar Tryller zieht nach Sangerhausen

Wir schreiben das Jahr 1571. Die Sangerhäuser gucken neugierig, als ein Pferdewagen mit Umzugskisten durch das Stadttor rumpelt. Ein winziger Junge klettert herunter und plappert stolz über die lange Fahrt. Caspar ist 2 Jahre alt; sein kleiner Bruder Heinrich nuckelt friedlich an der Brust von Mutter Catharina. Noch kennt niemand Familie Tryller aus Neustadt / Orla in Thüringen. Das soll sich schnell ändern. Das ist der neue Amtsschösser, tuscheln die Leute, er kassiert jetzt unsere Steuern. Weiterlesen

Catharina Schillingstedt und Caspar Tryller

Spielszene mit   1 Catharina Schillingstedt   und   2 Caspar Tryller

(Caspar Tryller sitzt und schreibt:)
Was meinen Ehestand anbelangt, hat sich begeben, dass 1565, als ich auf der Leuchtenburg noch Amtsschreiber gewesen bin, auf einer Feier bei Magister Schillingstädt in Merseburg zu seiner Tochter, Jungfrau Catharinen, die ich doch zuvor mit Augen nicht gesehen, nach Anrufung Gottes eine sonderliche Zuneigung genommen.
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Christian und das Trinitatislager

Als Prinz Christian im Weißenfelser Schloss zum Herzog von Sachsen-Weißenfels ausgerufen wird, läuten im ganzen Herzogtum die Glocken: in Weißenfels und Freyburg, in Querfurt und Sangerhausen. In Sangerhausen hat es Christian schon als Prinz gut gefallen, wenn er im Neuen Schloß gegenüber vom Rathaus zu Besuch war. Dort befindet sich heute das Amtsgericht.
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